Wachstum

Zwilling: Gutes Ergebnis, getrübte Aussicht

Die Zeichen bei Zwilling stehen auf Wachstum.
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Die Zeichen bei Zwilling stehen auf Wachstum.

Neusser Werhahn-Gruppe legt Jahresbilanz vor.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die Erwartungen an das zweite Corona-Jahr? Von Unsicherheit geprägt. „Es war kaum vorherzusagen, wie sich die Geschäfte entwickeln“, sagt Paolo Dell‘ Antonio. Am Mittwoch konnte der Sprecher des Vorstands der Werhahn-Gruppe die Antwort geben: sehr gut. Der Neusser Mischkonzern steigerte seinen Umsatz 2021 um sieben Prozent auf vier Milliarden Euro. Insbesondere in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Konsumgüter, zu dem die Solinger Traditionsfirma Zwilling gehört, war deutliches Wachstum zu verzeichnen.

Die Entwicklung führt Dell‘ Antonio auf mehrere Faktoren zurück: „Diversität in den Geschäftsbereichen, Expertise und Engagement der Mitarbeitenden sowie finanzielle Stabilität.“ Die Wilh. Werhahn KG, seit mehr als 50 Jahren Alleinaktionärin von Zwilling, ist in den Sparten Konsumgüter (Zwilling Küche, Zwilling Beauty Group) Baustoffe (Natursteine, Schiefer) sowie Finanzdienstleistung (abcfinance, Bank11, Yareto) aktiv.

Im Bereich Konsumgüter stand im Geschäftsjahr 2021 ein Umsatz von 975 Millionen Euro. 878 Millionen Euro entfielen allein auf Zwilling Küche – zum wiederholten Male ein Rekordergebnis. Dies liege unter anderem in Bemühungen im Online-Handel begründet, der 40 Prozent des Umsatzes ausmache. China ist nach den USA und vor Deutschland der zweitwichtigste Markt für das Solinger Unternehmen.

Zwilling möchte weiter in den Standort Solingen investieren

Auch der stationäre Handel habe sich 2021 im Vergleich zu 2020 „außerordentlich gut“ entwickelt. Weiterhin möchte Zwilling sowohl auf analoge als auch auf digitale Vertriebskanäle setzen. „Es gibt viele Menschen, die Produkte vor dem Kauf anfassen, erleben möchten“, erklärt Dell‘ Antonio.

Um 18 Prozent konnte die Zwilling Beauty Group ihren Umsatz verbessern – auf 97 Millionen Euro. In den USA, dem wichtigsten Markt, sei die Zahl der online verkauften Maniküre- und Pediküreartikel gestiegen. Zudem war der dortige Fachhandel 2021 nicht von Lockdowns betroffen. Corona machte sich gar positiv bemerkbar: Viele sparten sich den Gang ins Nagelstudio, schafften sich stattdessen eigenes Equipment an.

Ein ähnliches Phänomen war zu Beginn der Pandemie im Segment Küche festzustellen. „Unser Eindruck ist, dass dieser Trend bislang angehalten hat“, sagt Paolo Dell‘ Antonio. Nun bleibe abzuwarten, wie sich die Nachfrage angesichts der wirtschaftlich angespannten Situation entwickelt.

Die Entwicklung und damit die Möglichkeiten und Bedürfnisse der Konsumenten zu antizipieren, sieht die Werhahn-Gruppe als eine der zentralen Herausforderungen für das aktuelle Geschäftsjahr an. Eine belastbare Planung sei kaum möglich, wegen Inflation und konjunktureller Eintrübung müsse man jedoch mit einem „moderaten Rückgang des Geschäfts“ rechnen.

Nichtsdestotrotz plant der Neusser Konzern, weiter in seinen Solinger Standort zu investieren. 2021 sei die Messerproduktion an der Grünewalder Straße um 30 Prozent gestiegen. Paolo Dell‘ Antonio kündigt an: „Diesen Weg möchten wir fortsetzen. Der Standort Solingen ist eng mit Zwilling verbunden.“

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