Neues Projekt

Zweite Solaranlage produziert sauberen Strom

Adrian Dogge und Uwe Asbach (r.) präsentieren die neue Kooperation von Verkehrsbetrieben und Bürger-Energie: die zweite gemeinsame Solaranlage. Foto: Michael Schütz
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Adrian Dogge und Uwe Asbach (r.) präsentieren die neue Kooperation von Verkehrsbetrieben und Bürger-Energie: die zweite gemeinsame Solaranlage.

Bürger-Energie Solingen und Verkehrsbetriebe der Stadtwerke kooperieren auf dem Betriebshof.

Von Renate Bernhard

Solingen. Auf den Hallendächern des Betriebshofes Weidenstraße stellten Adrian Dogge von den Verkehrsbetrieben der Stadtwerke und Uwe Asbach von der Bürger-Energie Solingen (BESG) ihr neues Projekt vor: die zweite gemeinsame Solaranlage. Beide Anlagen zusammen werden nun pro Jahr fast 90.000 Kilogramm CO2 einsparen. „Mit diesen beiden Kraftwerken werden über 160.000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr an grünem Strom erzeugt“, erklärte Projektleiter Dogge. „Und wir können 96 Prozent davon direkt für unseren Busbetriebshof und für die Büros verwenden.“

„Wir mussten nichts investieren und sparen mit jeder Kilowattstunde.“

Adrian Dogge, Verkehrsbetriebe

Ein Nord-Süd-Satteldach war bereits im Sommer 2019 mit Solarmodulen belegt und an die Verkehrsbetriebe zum Eigenbetrieb verpachtet worden. Nun hat die BESG ein West-Ost-Flachdach mit Panelen ausgestattet. Das neue Kraftwerk mit einer Leistung von 96,8 Kilowatt Peak (kwp) wird mehr als 80.000 kWh pro Jahr an erneuerbarem Strom erzeugen.

Realisiert wurden beide Anlagen dank der rund 330 Mitglieder der BESG (Eigenschreibweise: BürgerEnergie Solingen eG). Mit dem Kauf von Anteilen stellen sie das Kapital zur Verfügung, mit dem die BESG wirken kann. Für das neue Photovoltaik-Dach wurden 85.000 Euro investiert. Für die im Juli 2019 übergebene Anlage gelten ähnliche Zahlen.

Der Ertrag beider Dächer sei praktisch gleich, erklärte BESG-Vorstandsmitglied Asbach. Inzwischen seien Solarmodule sehr effektiv. Sofern ein Dach gering geneigt und unverschattet sei, könne sich auch eine Ost-West- oder sogar Nordausrichtung lohnen.

Vorstand der Genossenschaft Bürgerenergie Horst Berg: „Wir wollen die Energiewende voranbringen“

Da die Einspeisevergütung immer weiter sank und heute bei unter 6 Cent pro kWh liegt, während die Preise für den Bau von Solarkraftwerken stiegen, waren zuletzt Anlagen zur 100-prozentigen Einspeisung kaum mehr wirtschaftlich. Nur noch die Selbstnutzung des Stroms blieb weiter interessant. Hierfür haben die beiden Partner ein Geschäftsmodell entwickelt: Die Verkehrsbetriebe verpachten ihre Dächer zu einem symbolischen Preis an die Bürger-Energie, denn ein Pachtvertrag definiert die Eigentumsverhältnisse, die sonst unklar wären. Die BESG finanziert und errichtet die PV-Anlage mit den Mitgliedereinlagen. Nach Fertigstellung wird sodann die PV-Anlage an die Verkehrsbetriebe verpachtet, wodurch die Verkehrsbetriebe Selbstnutzer des regenerativ erzeugten Stromes auf ihrem Dach werden.

„Wir mussten nichts investieren und sparen an jeder auf unserem Dach produzierten, selbst genutzten kWh, weil der Pachtpreis, den wir an die Bürgerenergie bezahlen, unter dem Strompreis liegt, den wir sonst bezahlen müssten“, freut sich Adrian Dogge und schaut auf den Zähler am Wechselrichter der neuen Anlage.

Der Vormittag der Präsentation ist ein äußerst sonniger. 69,79 kW schickt die Sonne zu diesem Zeitpunkt an Energie vom Himmel. Und das obwohl der aktuell auf den Modulen liegende, mit dem Wind aus der Sahara eingeflogene Sand vom Regen noch nicht wieder abgewaschen wurde. „Das ist hier nur der Anfang“, weiß Dogge. „Die ertragreichen Sonnenmonate des Jahres liegen ja noch vor uns.“ Auch Uwe Asbach freut sich: „Die Wirtschaftlichkeit dieser Anlage ist für uns durch die monatlich vereinbarte Pacht gesichert und die Verkehrsbetriebe profitieren auch, weil sie nicht so stark von der Strompreisexplosion betroffen sind. Das gibt der Energiewende weiteren Schub. Das hilft dem Klima – und unserer Unabhängigkeit vom Gas und Öl aus kriegstreibenden Ländern.“

Zu tun bleibt immer noch viel. „Was unsere Anlagen bislang produzieren, reicht für den Bedarf von 150 Drei-Personen-Haushalten“, erklärt Asbach. „Wir hoffen auf neue Dach-Angebote von öffentlichen Einrichtungen, damit wir weitere Anlagen bauen können.“

Bürger-Energie

Ziel der Bürger-Energie ist die Förderung der Solinger Energiewende. Bislang haben 330 Genossen 560.000 Euro eingebracht. Daraus ist ein Eigenkapital von 657.572 Euro entstanden. Seit ihrer Gründung vor acht Jahren hat die BESG einen Kraftwerkspark von gut 600 kWp aufgebaut, der jährlich über 500.000 kWh sauberen Strom in Solingen produziert.

u.Asbach@buergerenergie-solingen.de

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