Nach Hochwasser schwer beschädigt

Zukunft von Polizei und Sparkasse in Burg ist unsicher

Als am 14. Juli der Eschbach über ihr Ufer trat und das Wasser auf dem Gully aufstieg konnte keiner ahnen, dass die Sparkasse in Unterburg Stunden später bis zur ersten Etage unter Wasser stehe würde. Foto: Michael Schütz
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Als am 14. Juli der Eschbach über ihr Ufer trat und das Wasser auf dem Gully aufstieg konnte keiner ahnen, dass die Sparkasse in Unterburg Stunden später bis zur ersten Etage unter Wasser stehe würde.

Das Gebäude an der Wupperinsel ist nach dem Hochwasser im Sommer stark beschädigt.

Von Philipp Müller

Solingen. Fast jeden Tag ist der Bezirksbeamte der Solinger Polizei in Unterburg unterwegs und präsent. Aber in die Polizeistation an der Eschbachbrücke zwischen Wupperinsel und Eschbachstraße kann er nicht. Auch können ihn die Bürger dort nicht im Büro aufsuchen. Denn das Fachwerkhaus wurde am 14. Juli vom Eschbach-Hochwasser schwer beschädigt. Die Situation eines Wiederaufbaus ist nach Angaben der Stadt-Sparkasse Solingen, die dort auch eine Filiale unterhielt, noch völlig unklar. Polizeisprecher Stefan Weiand erklärt auf Tageblatt-Nachfrage, die Polizei werde aber auf jeden Fall an einem Standort in Burg festhalten.

Solingen: Nutzung des Gebäudes in absehbarer Zeit nicht denkbar

Fast zwei Meter hoch stand die braune Brühe in der Nacht des Hochwassers in dem alten Haus. Martin Idelberger, Sprecher der Sparkasse sagt: „Eine Nutzung des Gebäudes der Sparkasse in Unterburg ist in absehbarer Zeit nicht denkbar. Der Zustand des Objektes ist nach dem Hochwasser sehr schlecht. Die Tragwerksschäden sind erheblich.“ Sorgten zunächst die Handwerker mit Hilfe von Bautrocknern in den Tagen und Wochen für etwas Entspannung, ist die Situation heute eine andere, nachdem im Anschluss an die Trocknung alle Schäden sichtbar wurden. Vorsichtshalber wurde inzwischen sogar die gesamte Elektro- und Heizanlage entfernt, berichtet Idelberger.

Wie es weitergehen kann, fasst der Sparkassensprecher so zusammen: „Eine weitere gutachterliche Untersuchung folgt voraussichtlich im Januar 2022. Es ist weiterhin fraglich, ob die Liegenschaft saniert werden kann. Wenn überhaupt eine Sanierung möglich ist, wird mit einer Sanierungsdauer von 15 bis 18 Monaten gerechnet.“ Sollte das nicht möglich sein, muss die Sparkasse ganz neu überlegen.

Die Filiale hatte einen Bargeldautomaten. Der wurde bei einem Einbruch am 12. März 2020 stark beschädigt. Daraufhin stellte die Sparkasse einen Container mit einem Automaten auf. Nur 14 Tage nach dem Einbruch wurde dieser in der Nacht in die Luft gesprengt. Seitdem gibt es in Unterburg keine Bargeldversorgung mehr durch die Sparkasse. Das hat auch Auswirkungen auf einen alternativen Standort im Stadtteil, erklärt Martin Idelberger. Denn die seien „zuletzt aufgrund der bekannten Problematik von Sprengungen von Automaten schwer zu finden.“

Die Polizei will zunächst abwarten, wie sich die Sparkasse entscheidet, berichtet Sprecher Weiand. So lange bleibe es bei der täglichen, ausschließlich mobilen Präsenz des Bezirksbeamten in Unterburg. Der sei für Beratungen vor Ort zwecks Terminvereinbarung über Tel. (0202) 284-0 zu erreichen. Auch für die Polizei gelte bei einer neuen Standortsuche im Ortsteil, dass das Gebäude bestimmte Anforderungen für eine Polizeiwache erfüllen müsse, erklärt Weiand.

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