Jubiläumskonzert

Zuhörer bejubeln Ausnahmetalent Yulianna Avdeeva

Yulianna Avdeeva bot im Kunstmuseum unter anderem berührende Interpretationen von Frédéric Chopin. Foto: Tim Oelbermann
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Yulianna Avdeeva bot im Kunstmuseum unter anderem berührende Interpretationen von Frédéric Chopin.

Jubiläumskonzert mit Yulianna Avdeeva holt das Publikum im Kunstmuseum von den Stühlen.

Von Sven Karasch

Solingen. Es waren Klänge, die so schon seit fast 18 Monaten nicht mehr im Kunstmuseum Solingen zu hören waren: Am Sonntag brauste leidenschaftlicher Beifall von rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörern durch den Meistermannsaal des Museums. Er galt der Ausnahmepianistin Yulianna Avdeeva und den Klängen, die sie dem Steinway-Flügel beim Jubiläumskonzert anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Kunstmuseums entlockte. Konzertleiterin Renate Höller war bei Ihren Begrüßungsworten sichtlich froh und bewegt, dass sich Künstlerin und Publikum unter den 3G-Coronabedingungen beim ersten Konzert der Saison wieder persönlich begegnen konnten.

Die Pianistin des Abends, die in Moskau geborene Yulianna Avdeeva, gewann 2010 den internationalen Chopin-Klavierwettbewerb in Warschau und trat 2013 das erste Mal im Kunstmuseum auf.

Am Sonntag zeigte sie ihr Können mit einem abwechslungsreichen und tiefsinnigen polnisch-russischen Programm. Zur Eröffnung spielte sie die 1846 komponierte „Polonaise Fantasie“ von Frédéric Chopin. Bei den ersten zarten Tönen und Akkorden schlossen einige der Zuhörerinnen und Zuhörer die Augen, um die berührenden Klangeindrücke ganz auf sich wirken zu lassen. Gleichzeitig war in Avdeevas Gesicht und an ihrer Körperhaltung nichts von der technischen Höchstleistung ihrer Hände auf dem Klavier zu erahnen. Stattdessen konnte man auf beeindruckende Weise beim Zuschauen alle Emotionen miterleben und mitfühlen, die sie in jede einzelne Note legte.

Berührende Filmmusik aus „Der Pianist“

Das galt auch für das darauffolgende Stück von Wladislaw Szpilman, dessen traumatische Lebenserfahrungen zwischen 1939 und 1945 durch den Film „Der Pianist“ weltweit bekannt geworden sind. Yulianna Avdeeva beleuchtete mit der technisch anspruchsvollen Suite „Das Leben der Maschinen“ von 1933 eine Zeit in Szpilmans Werk, die noch nicht vom 2. Weltkrieg geprägt war. Interessante Höreindrücke boten auch die letzten bei-den Stücke des Konzerts: Als bei der „Klaviersonate Nr. 4“ von Mieczyslaw Weinberg die letzte Note sekundenlang ausklang, war das ein ganz besonderer Moment. Und in der „Klaviersonate Nr. 8“ von Sergej Prokofiev wechselten sich meditative und verträumte Melodiepassagen mit kräftigen Akkordfolgen ab, die fast auf die Tasten einschlugen.

Das beeindruckte das Publikum am Ende so sehr, dass es die Menschen nicht mehr auf den Sitzen hielt und sie lange im Stehen applaudierten.

Als Dankeschön spielte die Künstlerin noch eine Zugabe – „Nocturne“ von Chopin, das ebenfalls im Film „Der Pianist“ zu hören ist. Damit schloss Yulianna Avdeeva an diesem Abend musikalisch und inhaltlich einen perfekten Kreis und wurde vom Publikum anschließend noch einmal mit viel Beifall belohnt.

Konzerte

Die nächsten Konzerte in der Reihe „Junge Pianisten Elite“:
Sonntag, 28. November, Martin James Bartlett; Sonntag, 23. Januar, Annika Treutler;
Sonntag, 27. Februar, Fabian Müller; Sonntag, 3. April, Eva Gevorgyan.
Eintrittskarten: 19 Euro, Vorbestellung (vier Wochen vor Termin), Tel. (02 12)  25 81 40,

info@kunstmuseum-solingen.de
kunstmuseum-solingen.de

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