Erlös fließt in Reparaturarbeiten

Zahlreiche Kunden unterstützen Verkaufsaktion im Wipperkotten

Benutzen kann man die vom Hochwasser geschädigten Produkte zwar nicht mehr, doch mit dem Kauf unterstützen die Kunden die Finanzierung der Reparaturen an der Anlage. Foto: Michael Schütz
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Benutzen kann man die vom Hochwasser geschädigten Produkte zwar nicht mehr, doch mit dem Kauf unterstützen die Kunden die Finanzierung der Reparaturen an der Anlage.

Die vom Hochwasser geschädigten Produkte haben Symbolwert.

Von Wolfgang Günther

Solingen. Schneidwaren im Wert von etwa 20.000 Euro wurden im Wipperkotten Opfer der Flutkatastrophe Mitte Juli. „Unser historischer Schleifkotten wurde von der Wupper, unserem Obergraben und dem Weinsberger Bach überflutet, das Wasser stand bis zum ersten Stock“, sagte am Sonntag Reinhard Schrage, Vorsitzender des Fördervereins Schleiferei Wipperkotten und sozusagen der Hausmeister des historischen Kottens, in dem bis zur Flut noch mehrere Schleifer ihr Handwerk betrieben.

Zerstört wurden nicht nur die Maschinen und Geräte im Erdgeschoss, sondern auch der Shop und das Lager nebenan. Der gesamte Schaden an diesem lebendigem Denkmal der Solinger Schneidwaren-Herstellung wird auf 125.000 Euro geschätzt. Mit ehrenamtlichen Helfern aus dem Förderverein hat Schrage die Messer und Scheren aus dem eigenen Sortiment des Kottens sortiert und auf ihren Zustand geprüft.

Am Sonntag kamen viele Besucher zum Kotten, betreten konnten sie das Gebäude nicht, aber sich mit Messern und Scheren zu günstigen Preisen auf dem Verkaufsstand davor eindecken. „Nicht alle Produkte sind mehr verwendbar, aber als Andenken an diese Flut haben sie durchaus symbolischen Wert“, meinte Schrage. Nicht die komplette Technik des Kottens ist zerstört, zumindest im ersten Stock ist die Transmission in Ordnung, einige der fast hundert Jahre alten Lederriemen sind intakt geblieben, andere können geflickt werden.

Der Verkaufsstand war oft umlagert. Ina und Alfred Hoppe kamen aus Leverkusen zum Kotten. „Wir haben das im Internet gelesen und wollen die Aktion gerne unterstützen“ erzählte das Ehepaar, das gleich mehrere Zöppken, zwei Scheren und ein Buckelsmesser erstand. Förderung bekam der Wipperkotten bereits aus dem Topf der Solinger Soforthilfe, weitere Anträge sind gestellt.

„Wir haben viel spontane Hilfe erfahren, schon zwei Tage nach der Überschwemmung hatten wir durch die kostenlose Hilfe eines Elektrikers wieder Strom“, erzählte Schrage, der den vielen Helfern dankt, aber in Zukunft auch auf eine etwas stärkere Unterstützung der Solinger Schneidwaren-Firmen hofft.

Die Aktion erinnerte an die vielen Feste rund um den Kotten. „Natürlich muss hier noch viel geschafft werden, bevor es wieder läuft“, meinte Schrage. Aber bald soll wieder gefeiert werden, geplant ist ein Fest für die Helfer, die das historische Kleinod vor dem Untergang bewahrt haben.

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