Kommendes Jahr steigen die Einnahmen der Kirchensteuer

Zahl der Pfarrstellen wird bis 2030 „deutlich sinken“

Synode des Evangelischen Kirchenkreises bereitet Zusammenführung des Verwaltungsamts mit Wuppertal vor.

Von Björn Boch

Solingen. Die Anzahl der Mitglieder der evangelischen Kirche geht zurück – und damit auch die finanziellen Möglichkeiten. „Dadurch wird die Zahl der Pfarrstellen in Solingen bis 2030 deutlich sinken“, teilte Thomas Förster, Pressesprecher des Evangelischen Kirchenkreises Solingen, nach der Synode am Wochenende mit. Dort stand die Frage auf der Tagesordnung, wie „trotz zurückgehender Kirchensteuermittel die pastorale Versorgung evangelischer Menschen in den Stadtteilen sichergestellt“ werden könne.

Eine Antwort: durch Kooperationen. So würden Vorbereitungen für eine Zusammenführung der beiden evangelischen Verwaltungsämter in Solingen und Wuppertal getroffen. Auch die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Wuppertal fasste zeitgleich einen gleichlautenden Beschluss. Dabei sollen an beiden Städten Standorte bestehen bleiben: „Mit der Verwaltungskooperation sollen Kosten stabil gehalten werden.“

Im Sommer 2022 will die Synode entscheiden, ob Gemeinden zukünftig in einen gemeinsamen Finanztopf einzahlen müssen, aus dem übergemeindliche Schwerpunktstellen ganz oder teilweise finanziert werden sollen. Bis Sommer 2023 werden abgestimmte Konzepte für verschiedene Bereiche entwickelt.

Kommendes Jahr steigen die Kirchensteuer-Einnahmen wohl

Auf der Tagung am Wochenende wurde auch der Haushalt für 2022 verabschiedet. Insgesamt rechne die Synode für den Kirchenkreis und die zehn Gemeinden mit einer Kirchensteuereinnahme in Höhe von 13 Millionen Euro – rund 1,2 Millionen Euro mehr als in diesem Jahr. Davon sei rund 1 Million Euro für die Aufgaben des Kirchenkreises geplant, das restliche Geld erhalten die zehn Gemeinden.

Bei seinen Ausgaben plane der Kirchenkreis mit einem Defizit, das aus vorhandenen Rücklagen ausgeglichen werden müsse, so Förster. Allerdings würden Einnahmen und Ausgaben im Kirchenkreis traditionell konservativ geplant, erläuterte Rainald Rasemann für den Kreissynodalvorstand.

Weitere Themen bei der Synode waren die Corona-Pandemie, Impfgerechtigkeit und die Hochwasserkatastrophe. „Das erneute Aussetzen nahezu allen kirchlichen Lebens in Live-Veranstaltungen tat weh“, sagte Superintendentin Dr. Ilka Werner zu den zurückliegenden Lockdowns. Der Versuch, die kirchliche Gemeinschaft aufrecht zu erhalten, habe viel Kraft gekostet. Kritisch ging sie mit Teilen der Politik ins Gericht: „Die Corona-Politik im Land orientierte sich so deutlich an Wahlkämpfen, dass sie ins Zynische kippte.“

Zur Flutkatastrophe sagte Werner, diese habe den Klimawandel vor unsere Haustüren gespült: „Auf schreckliche Weise haben wir unsere Verwundbarkeit gespürt.“ Gleichzeitig habe sich in der Katastrophe eine „riesengroße“ Solidarität gezeigt. Es gebe nicht mehr ewig Zeit, „die Weichen für eine nachhaltigere und nicht mehr verbrauchsorientierte Wirtschaftspolitik zu stellen“.

Die Synode fordert zudem mehr Anstrengungen, um für Menschen in den ärmeren Ländern die Menge an bezahlbarem Impfstoff zu steigern. Das sei auf der Herbsttagung „mit sehr großer Mehrheit“ beschlossen worden. Die derzeitige Verteilung der Impfstoffe in der Welt erhöhe die Ungleichheit zwischen Menschen verschiedener Nationen. Es sei eine christliche Aufgabe, diese Ungerechtigkeit öffentlich zu machen „und nationale Egoismen zu überwinden“.

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