Aktion

Wuppersteine reisen um die Welt

Petra Schöneweiß (v. l.), Miriam Gatawetzki-Köppchen und Vanessa Keune legen die Wuppersteine aus. Die Ohligser Heide ist ein Steine-Hotspot. Von hier aus finden die kleinen Kunstwerke ihren Weg in die Welt. Fotos: Christian Beier
+
Petra Schöneweiß (v. l.), Miriam Gatawetzki-Köppchen und Vanessa Keune legen die Wuppersteine aus. Die Ohligser Heide ist ein Steine-Hotspot. Von hier aus finden die kleinen Kunstwerke ihren Weg in die Welt.

Eine Karte zeigt die Fundorte – das Netzwerk wächst.

Von Alexandra Dulinski

Solingen. Der ein oder andere wird sie mit Sicherheit schon entdeckt haben, die bunt bemalten Steine am Wegesrand. Ob mit Tiermotiv oder Landschaft – die „Wuppersteine“ sind mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und haben ihren Weg bis nach Australien, Südafrika und Japan gefunden.

Mehr als 3600 Mitglieder hat die gleichnamige Facebook-Gruppe inzwischen schon, die Miriam Gatawetzki-Köppchen im vergangenen Jahr gegründet hat. Die Idee dahinter: Jeder kann mitmachen, die fantasievoll bemalten Steine zu finden, den Standort in der Gruppe zu posten und den Stein anschließend an anderer Stelle wieder auszulegen.

„Ohne meine Malsachen gehe ich nicht mehr aus dem Haus.“
Vanessa Keune

„Dass das so große Kreise zieht, hätte ich nicht gedacht“, berichtet Gatawetzki-Köppchen. Während ihres Urlaubs in Zeeland im vergangenen Jahr habe sie das erste Mal einen bemalten Stein gefunden und dann – nach kurzer Recherche, was es damit auf sich hat – selbst angefangen, die Steine mit Acrylstiften zu verzieren.

Ein Salamander wie dieser ist nur eines von zahlreichen Motiven, die aufmerksame Spaziergänger finden können.

Seit letztem August habe sie rund 500 bis 600 Steine kreiert, zu Spitzenzeiten wurden an einem Tag mehr als 100 Exemplare gefunden und auf Facebook gepostet. „Während der Corona-Zeit ist das explodiert“, sagt Gatawetzki-Köppchen. Selbst eine Immobilienmaklerin habe die Wuppersteine für Werbeflyer genutzt.

Petra Schöneweiß, die auf ihrem Weg durch die Ohligser Heide gleich einen Stein mit Luchs-Motiv auslegt, hat deswegen nun eine Karte erstellt, die zeigt, in welchen Städten die Steine schon aufgetaucht sind. „Viele legen sie an Raststätten aus oder nehmen sie mit in den Urlaub“, sagt Gatawetzki-Köppchen. Eine Freundin habe ein Exemplar mit auf Kreuzfahrt genommen und an verschiedenen Orten fotografiert.

Vanessa Keune hat sich den Hobbymalern erst vor etwa zehn Wochen angeschlossen und hat seitdem schon einige kleine Kunstwerke ausgelegt. Sie malt mit Acrylfarben und Pinsel und bringt auch diverse Fotomotive auf die steinernen Oberflächen. „Ohne meine Malsachen gehe ich nicht mehr aus dem Haus. Ich habe immer ein paar Steine in der Tasche und lege sie auch mal beim Einkaufen aus“, berichtet sie.

Miriam Gatawetzki-Köppchen hat ihre Vorgehensweise inzwischen perfektioniert und weiß über Tipps und Tricks Bescheid: „Ich hatte immer Striemen, wenn ich die Steine grundiert habe. Jetzt nutze ich Nagellack als Untergrund.“ Ihre Acrylstifte liegen in umgestalteten Waschmittelflaschen parat. Auf der Suche nach Motiven schaut sie gerne nach ungewöhnlichen Steinformen und überlegt sich, was sie daraus machen könnte. „Ich bin überrascht, dass mein Mann noch so geduldig ist und die vielen Steine für mich nach Hause schleppt,“ sagt sie.

Inzwischen können die drei sich auch schon über Aufträge von Bekannten freuen, das Foto des geliebten Haustiers, das Auto oder ein Porträt zu malen. Vanessa Keune könne sich auch vorstellen, das Ganze gewerblich zu machen. Etwa zwei bis drei Stunden brauche sie für eine Landschaft, sechs bis acht für ein Porträt, sagt sie. „Malerei erdet ungemein. Mit den Wuppersteinen kann man zur Ruhe kommen und gleichzeitig Freude schenken“, berichtet Keune. Für Petra Schöneweiß sei das Hobby zudem ein guter Grund, an die frische Luft zu gehen.

Die Wuppersteine bei Facebook: t1p.de/vw8k

Neues Projekt

Für Vanessa Keune steht demnächst ein neues Projekt an. Wenn sie das Einverständnis der Technischen Betriebe (TBS) bekommt, will sie die Steine am Wegesrand im Hermann-Löns-Weg mit Acrylfarbe und schönen Motiven verzieren.

400 bunte Steine hat die Solingerin Miriam Gatawetzki-Köppchen inzwischen ausgelegt und verfolgt jetzt ihre Wege quer durch Europa.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Vollsperrung in der City wird aufgehoben
Vollsperrung in der City wird aufgehoben
Vollsperrung in der City wird aufgehoben
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz wieder über 50
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz wieder über 50
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz wieder über 50
Solingerin Ricarda will bei Pro-7-Show 25.000 Euro gewinnen
Solingerin Ricarda will bei Pro-7-Show 25.000 Euro gewinnen
Solingerin Ricarda will bei Pro-7-Show 25.000 Euro gewinnen
23-Jähriger schlägt auf Kontrolleurin ein
23-Jähriger schlägt auf Kontrolleurin ein
23-Jähriger schlägt auf Kontrolleurin ein

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare