ST vor Ort

Wupperbrücke wird erst im Frühjahr 2021 fertig

Detlef Diekel von den Technischen Betrieben besucht regelmäßig die Baustelle an der Haasenmühle. Dort entsteht das Brückenfundament auf Leichlinger Seite. Foto: Christian Beier
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Detlef Diekel von den Technischen Betrieben besucht regelmäßig die Baustelle an der Haasenmühle. Dort entsteht das Brückenfundament auf Leichlinger Seite.

Hochwasser im Winter sorgte für eine Verzögerung an der Baustelle zwischen Solingen und Leichlingen.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Beim Bau der Wupperbrücke zwischen Solingen und Leichlingen geht es voran. Auf Solinger Seite ist das Widerlager, der Abschluss des Brückenbauwerks, seit Juni fertig. Derzeit wird am Pendant auf der anderen Seite in Nesselrath gearbeitet.

Dass beide Fundamente nicht gleichzeitig abgeschlossen werden konnten, lag am Wupper-Hochwasser im Januar. Durch die Verzögerung beim Bauablauf werde die Brücke nun voraussichtlich erst im März 2021 fertig, statt wie vorgesehen Ende dieses Jahres, erklärt Detlef Diekel, Bauingenieur und zuständiger Sachgebietsleiter bei den Technischen Betrieben Solingen.

Wegen des hohen Wasserstands konnten die stählernen Spundwände auf Leichlinger Seite zunächst nicht in den felsigen Boden gerammt werden. Das ist inzwischen geschehen: 7,50 Meter tief sind sie laut Diekel im Untergrund verankert und schließen die Baustelle wasserdicht ab – vor der Wupper ebenso wie vor dem Grundwasser. Dringt dennoch Wasser ein, kann es abgepumpt werden.

Derzeit werde in dem Stahlkasten die Einschalung fertiggestellt, um darin das Widerlager aus Beton zu gießen. In den Brückenfundamenten auf beiden Seiten werden sogenannte Gleitlager eingebaut. „Sie fangen die Vibrationen auf, die durch den darüberfahrenden Verkehr entstehen.“ Auf den beiden Widerlagern und auf dem Pfeiler wird dann ein Traggerüst aus Stahl errichtet, auf dem wiederum der künftige Überbau der Brücke mit der Fahrbahn gebaut wird.

Wie das alte Bauwerk wird auch das neue eine Spannbetonbrücke, in der innen ein Stahlgerüst steckt. „Dieses verhindert, dass der Beton beschädigt wird“, erläutert Diekel. Der Bewehrungsstahl wiederum sei angerostet, da er so eine bessere Verbindung mit dem Beton eingehe.

Solingen: Kanuten müssen die Baustelle umgehen

Die alte Wupperbrücke aus dem Jahr 1958 musste abgerissen werden, weil der in ihr verbaute Stahl von minderer Qualität und anfällig für Korrosion war. „Normalerweise hat eine Brücke eine Lebensdauer von 100 Jahren“, erklärt Detlef Diekel.

Vier Millionen Euro kostet die neue Querung an der Haasenmühle. 70 Prozent trägt das Land Nordrhein-Westfalen, die übrigen 1,2 Millionen Euro übernehmen die Stadt Solingen und der Rheinisch-Bergische Kreis als Eigentümer der Brücke. Ausführendes Bauunternehmen ist Heitkamp mit Sitz in Herne. Ein Ingenieurbüro überwacht die Arbeiten im Auftrag der Technischen Betriebe.

„Normalerweise hält eine Brücke 100 Jahre.“
Detlef Diekel, Sachgebietsleiter der Technischen Betriebe

Land, Stadt und Kreis finanzieren auch die 1,8 Millionen teure Behelfsbrücke, über die seit Dezember 2018 der Verkehr zwischen Solingen und Leichlingen rollt. Wegen der Bauschäden an der alten Wupperbrücke mussten schwere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen vor dem Aufbau der Behelfsbrücke eine Umleitung nutzen. Das Provisorium ist gemietet. Sobald die neue Brücke fertig ist, wird es abgebaut. Der Uferbereich und die Umfahrung würden dann wieder renaturiert, kündigt Diekel an.

Eine „Umleitung“ müssen wegen der Baustelle nun die Kanufahrer auf der Wupper nehmen. Aus Sicherheitsgründen dürfen sie den Flussabschnitt, wo die Brücke errichtet wird, nicht befahren. „Wir haben deshalb eine Ausstiegsstelle vor der Brücke gebaut“, erklärt Detlef Diekel. Hinweise gebe es auch bereits flussaufwärts am Wipperkotten. Kanuten müssen die Baustelle zu Fuß umgehen und können ihre Boote erst dahinter wieder zu Wasser lassen.

Hintergrund

Bau: 1958 wurde die alte Spannbetonbrücke zwischen Haasenmühle und Nesselrath eingeweiht. Beim Bau wurde Spannstahl von minderer Qualität und anfällig für Korrosion verbaut.

Sperrung: Bei einer Sonderprüfung zeigten sich so erhebliche Schäden, dass die Brücke im Juni 2017 gesperrt wurde.

Umleitung: Seit August 2017 konnte die Brücke mit Einschränkungen befahren werden. Lkw und Busse mussten eine Umleitung nehmen.

Behelfsbrücke: Im Dezember konnte die Behelfsbrücke in Betrieb genommen werden.

Abbruch: Im Juli des vergangenen Jahres wurde mit den Vorbereitungen zum Abbruch der alten Brücke begonnen.

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