Nach der Flut

Volksfest: Wupper steht 2023 wieder in Flammen

Heidi Ern (v. l.), Gabi Ledderhose und Petra Meis planen ein kleines Fest in Rüden.
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Heidi Ern (v. l.), Gabi Ledderhose und Petra Meis planen ein kleines Fest in Rüden.

In diesem Jahr feiert der Verschönerungsverein ein kleines Fest.

Von Philipp Müller

Solingen. Ganz unschuldig fließt die Wupper in diesen Tagen durch ihr Bett entlang der Hofschaft Rüden. Vor zehn Monaten in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli zerstörte die Flut viele Gebäude. Heidi Ern vom Verschönerungsverein Rüden Friedrichstal zeigt mit der Hand im gerade renovierten Vereinsheim im Untenrüdener Kotten, wie hoch das Wasser stand: Brusthoch zogen die schlammigen Fluten durch das denkmalgeschützte Gebäude. „Die Toilettenanlage hatten wir gerade erst neu gebaut, die war noch unbenutzt und musste wieder komplett abgerissen werden“, erzählt sie.

Zusammen mit Gabi Ledderhose gehört sie zum Vorstand des vor rund 114 Jahren von August Hilpertz und Paul Hohs gegründeten Vereins. Sie berichtet, dass mit finanzieller Hilfe aus der Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung, der Volksbank, der Stadt Solingen und privaten Spenden das Gebäude wieder instandgesetzt werden konnte. „Handwerker haben ihrer Arbeitszeit gespendet und wir mussten nur das Material bezahlen“, berichtet Petra Meis, stellvertretende Vorsitzende des Vereins.

Planungen für ein kleines Fest im August sind gestartet

Der Blick der drei geht auf die Wiesen vor und neben dem Kotten. Sie sind seit 1958 der Platz für Wupper in Flammen, dem großen Volksfest der Rüdener und Friedrichstaler. Zwei Jahre verhinderte Corona die Durchführung. Dann kam das Hochwasser. Doch Meis sagt, dass es bald zumindest eine kleine, eintägige Auflage der Traditionsveranstaltung geben soll. „Wir wollen uns unbedingt zurückmelden“, sagt sie. Erst 2023 soll dann wieder ein Fest so wie früher stattfinden.

Auch das hat mit den Wiesen zu tun. Alles hängt davon ab, wann der Bauer mäht. Das macht er zweimal im Jahr. Und nur auf einer frischgemähten Wiese können die Autos der Gäste parken, die Bühne für die Livemusik und die Hüpfburg für die Kinder aufgebaut werden. Auch der Außenbereich des Kottens macht noch Sorgen. Unter Zeltdächern wurde sonst Bier gezapft; Würstchen landeten auf dem Grill. Strom gibt es noch nicht wieder. Außerdem hat die Flut neben den Fritteusen viele andere gastronomische Geräte des Vereins zerstört.

Wir sind alle auf gutem Weg nach der Flut.

Petra Meis zur aktuellen Lage

Bei allem hat Meis, Ern und Ledderhose aber der Mut nicht verlassen. Sie berichten vom großen Zusammenhalt entlang der Wupper. Viele Mitglieder hätten Spaß, im Vereinsheim runde Geburtstage zu feiern. Das soll auch wieder in Kürze möglich sein. Im Zweifel packen sie am Untenrüdener Kotten alle gemeinsam an, um die Probleme zu lösen.

Überhaupt, erzählt Petra Meis, gehe es nach der Flut wieder aufwärts. Natürlich sind noch nicht alle Schäden beseitigt. „Aber wir sind alle auf gutem Weg“, sagt sie. Da könne dann bald wieder zunächst zaghaft gefeiert werden, sind sich die drei Frauen einig. Die Solinger werden kommen – schon allein wegen der Tradition seit 1958 als die Wupper erstmalig in Flammen stand.

Vereinsfest

Heute zählen mehr als 160 Mitglieder zum Verschönerungsverein Rüden Friedrichstal. Das Vereinsleben hat mit einem ersten Treffen in Präsenz wieder Fahrt aufgenommen. Den genauen Termin für ein eintägiges Fest „Wupper in Flammen“ kann der Vorstand noch nicht nennen.

Lesen Sie auch: Bau der Strohner Brücke verzögert sich

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