Hochwasserschutz

Wupper soll wieder mehr Platz bekommen

Wupper soll wieder mehr Platz bekommen
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Wupper soll wieder mehr Platz bekommen.

Der Wupperverband startet mit vielen neuen Projekten und Aufgaben ins neue Jahr.

Von Alexandra Dulinski

Solingen. Der Wupperverband blickt auf ein Jahr voller Projekte und Aufgaben: Am Mittwoch stellte der Verband sein Zukunftsprogramm vor und bilanzierte das Jahr 2022.

Sie stellten Maßnahmen für den Hochwasserschutz und andere Planungen des Wupperverbands vor: Vorstand Georg Wulf (v. l.), die Verbandsratsvorsitzende Claudia Fischer sowie Thomas Klein, Geschäftsbereichsleiter Technik und Flussgebietsmanagement.

Wichtig wird im neuen Jahr vor allem eines: der grüne Hochwasserschutz. Damit die Wupper und ihre Zuflüsse mehr Platz bekommen, soll das Wupperufer renaturiert werden. An der Kohlfurth befinde sich der Wupperverband derzeit in Grundstücksverhandlungen, erklärt Vorstand Georg Wulf. „Wir brauchen Überflutungsflächen, so dass sich die Wupper ausbreiten kann“, so Wulf. Zwischen Marienheide und Wipperfürth soll ein elf Kilometer langer Wupperabschnitt renaturiert werden.

Auch zahlreiche Sanierungen und Optimierungen von Kläranlagen und Talsperren im Verbandsgebiet stehen auf der Agenda. So sollen an der Kerspe-Talsperre das Tosbecken saniert und an der Bever-Talsperre ein Ringkolbenventil ausgetauscht werden. Saniert werden sollen auch die Kläranlagen Hückeswagen und Wermelskirchen.

Erweiterungen und neue Anlagen sind geplant

Das Regenrückhaltebecken Winterhagen West 1 in Hückeswagen wird erweitert. In Leverkusen prüft der Wupperverband derzeit, ob die Kooperation mit Currenta fortgeführt oder eine eigene Kläranlage errichtet wird, erklärt Thomas Klein, Geschäftsbereichsleiter Technik und Flussgebietsmanagement. „Wir wollen herausfinden, ob eine eigene Kläranlage wirtschaftlicher ist.“ Auch eine neue Klärschlammverbrennungsanlage plant der Wupperverband. Thomas Klein hofft, die Baugenehmigung bis Herbst 2023 vorliegen zu haben. Ein Bau könnte 2025 erfolgen. „Bis 2028 wollen wir unsere bestehende Anlage betreiben, um dann auf die neue umzuswitchen“, so Klein.

Beim Talsperrenmanagement will der Wupperverband an die Strategie aus dem Jahr 2022 anknüpfen. So wurde der Retentionsraum der Wupper-Talsperre, also der „Puffer“, um Starkregen abzufangen, im Sommer auf 2,5 Millionen Kubikmeter erhöht – ein Volumen, das nach viel klingt, das mit dem bloßen Auge aber kaum sichtbar ist. „Wenn 2,5 Millionen Kubikmeter fehlen, wird das in Trockenzeiten zum Thema. Dann haben wir weniger Wasservorräte“, erklärt Georg Wulf. Für 2023 will der Wupperverband eine ähnliche Strategie fahren und neue Betriebsregeln für die Wupper-Talsperre aufstellen.

Mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) sollen im Forschungsprojekt „Hochwasserschutzsystem 4.0“ künftig schneller Vorhersagen über die Pegelstandentwicklung der Wupper möglich werden. „Wir erwarten die Förderzusage im ersten Quartal 2023“, so Wulf.

„Wir müssen Wasser anders denken.“

Thomas Klein, Wupperverband, zu Fragen nach Recycling

Der Wupperverband blickt weiter Richtung Zukunft. So ist er bereits am Forschungsprojekt „COVIDready“ beteiligt und steuert zwei mal wöchentlich Abwasserproben aus der Kläranlage Buchenhofen bei. Ziel ist es, Infektionswellen frühzeitig zu erkennen. Das Projekt läuft noch bis Mitte des Jahres, Georg Wulf rechnet mit einer Anschlussförderung.

Wichtig werde auch die Frage nach Recycling. „Wir müssen Wasser anders denken“, erklärt Thomas Klein. So spiele die Frage eine Rolle, wie gereinigtes Wasser beispielsweise für die Landwirtschaft genutzt werden kann. Beteiligt ist der Wupperverband auch an einem Forschungsprojekt für die Rückgewinnung von Phosphor. „Ohne Phosphor gibt es keinen Dünger, ohne Dünger gibt es keine Nahrung“, erklärt Pressesprecherin Susanne Fischer.

„Wir bekommen eine Neufassung der Kommunalen Abwasserrichtlinie. Wir werden schauen müssen, welche technischen Vorgaben unsere Kläranlagen haben müssen“, sagt Thomas Klein. So wird von der EU eine vierte Reinigungsstufe eingeführt. Bis 2040 sollen die Kläranlagen zudem klimaneutral sein. Der Wupperverband will bis 2028 so viel Strom erzeugen, wie er verbraucht.

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