Traditionsunternehmen

Wüsthof hat einen neuen Geschäftsführer

Jan-Patrick Schmitz ist neuer Geschäftsführer. Foto: Wüsthof
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Jan-Patrick Schmitz ist neuer Geschäftsführer.

Viola und Harald Wüsthof bleiben Gesellschafter.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Das Traditionsunternehmen Wüsthof hat seit dem 1. Januar einen neuen Geschäftsführer. Der in Amerika lebende Jan-Patrick Schmitz rückt an die Spitze des Messerherstellers. Das gaben Viola und Harald Wüsthof gestern bekannt. Auf dem Papier bleiben beide Teil der Geschäftsführung. Sie werden sich allerdings aus dem operativen Geschäft zurückziehen und den Fokus auf ihre Rolle als Gesellschafter legen.

Viola und Harald Wüsthof konzentrieren sich künftig auf ihre Rolle als Wüsthof-Gesellschafter.

„Wir befinden uns mitten in einem Transformationsprozess – das ist ein echter Kraftakt“, erklärt Viola Wüsthof. Schmitz soll die Entwicklung „mit seinen besonderen Management-Fähigkeiten und seiner internationalen Erfahrung vorantreiben“. Zudem erhofft sich die 38-Jährige klarere Zuständigkeiten und schnellere Entscheidungen, wenn es in der Geschäftsführung zukünftig nur noch einen Ansprechpartner gibt.

Einen ähnlichen Vorstoß wagte Wüsthof im Juli 2018. Damals wurde Markus H. Kepka als neuer Geschäftsführer vorgestellt. Doch der Plan ging nicht auf. Bereits im April 2019 gab das Unternehmen das Ende der Zusammenarbeit bekannt.

Mit Jan-Patrick Schmitz soll es nun klappen. „Wir arbeiten schon seit 15 Monaten sehr gut zusammen“, betont Viola Wüsthof. Im Oktober 2019 begann die Tätigkeit des 52-Jährigen als Berater für die amerikanische Wüsthof-Gesellschaft. Kurz darauf lud Viola Wüsthof ihn erstmals nach Solingen ein. Im Laufe des vergangenen Jahres trat er immer mehr ins operative Geschäft ein. Für viele Mitarbeiter sei er deshalb kein unbekanntes Gesicht. Am Donnerstag wurde die Belegschaft über die Personalie informiert.

„Wir arbeiten schon seit 15 Monaten sehr gut zusammen.“
Viola Wüsthof, geschäftsführende Gesellschafterin

Aufgewachsen ist Schmitz in Kleve. Er studierte in Deutschland und den USA, verbrachte viele Jahre in Japan. Aktuell lebt er mit seiner Frau und drei Kindern in New Jersey, unweit des amerikanischen Wüsthof-Firmensitzes. Von dort aus wird er das Unternehmen hauptsächlich führen. „Wir haben in der Corona-Krise gelernt, wie gut das mit Videokonferenzen funktioniert“, betont Viola Wüsthof. Nichtsdestotrotz plane Schmitz, regelmäßig in Solingen präsent zu sein.

Die Hauptaufgabe des 52-Jährigen, der unter anderem mehr als 20 Jahre für die Montblanc-Gruppe arbeitete und Vorsitzender der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer war, ist, Wüsthofs „Projekt 8“ voranzutreiben. Dahinter steckt eine Strategie mit den Säulen Premiumisierung, Digitalisierung und höhere Verantwortung für die Mitarbeiter. Zudem sieht Viola Wüsthof auf dem asiatischen Markt, durchaus aber auch in Europa noch Wachstumspotenzial für das Unternehmen. Und sie hofft, dass Schmitz die Zusammenarbeit der hiesigen Produktion mit den Vertriebsstandorten in Übersee verbessert.

Viola Wüsthof und ihr 53-jähriger Cousin Harald freuen sich derweil über ihre neue Rolle: „Wir sind beide erleichtert und freuen uns, Jan-Patrick Schmitz für uns gewinnen zu können.“ Zwar werden sie bei der strategischen Ausrichtung des Familienunternehmens weiter mitreden. Darüber hinaus sehen sie sich in der Zukunft aber vor allem als Botschafter für Wüsthof.

Unternehmen

Die Geschichte von Wüsthof geht auf das Jahr 1814 zurück. Viola und Harald Wüsthof führen das Familienunternehmen in siebter Generation. Aktuell hat die Wüsthof-Gruppe mehr als 400 Mitarbeiter in Solingen. Hinzu kommen knapp 80 an den Vertriebsstandorten in den USA und Kanada. 2020 erzielte Wüsthof einen Umsatz von 51,3 Millionen Euro – ein Plus von etwa 7,8 Prozent zum Vorjahr.

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