Heimatwerkstatt

Workshops machen jüdisches Leben sichtbar

Als „Heimatwerkstatt“ aus einem Landesprogramm startet am 17. Juni eine Workshop-Reihe zum jüdischen Leben in Solingen. Martin Hückeler (v. l.), Ralf Rogge, OB Tim Kurzbach, Armin Schulte und Daniela Tobias stellten die Idee hinter der Workshopreihe vor.
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Als „Heimatwerkstatt“ aus einem Landesprogramm startet am 17. Juni eine Workshop-Reihe zum jüdischen Leben in Solingen. Martin Hückeler (v. l.), Ralf Rogge, OB Tim Kurzbach, Armin Schulte und Daniela Tobias stellten die Idee hinter der Workshopreihe vor.

An vier Terminen findet die Reihe „Heimatwerkstatt“ des Stadtarchivs zum Bunker Malteserstraße statt.

Von Philipp Müller

Solingen. In vier Workshops will die Stadt zusammen mit den Solingerinnen und Solingern klären, wie jüdisches Leben in Solingen sichtbarer gemacht werden kann. Zugleich werden Ideen gesucht, den Bunker an der Malteserstraße, der auf dem Ort steht, wo die Nazi-Schergen 1938 in der Pogromnacht die Solinger Synagoge niederbrannten, Geschichte erfahrbar gemacht werden soll. „Das ist ein völlig ergebnisoffenes Konzept, dass nicht die Vorstellungen aus dem Rathaus bestätigen soll“, betonte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) bei der Vorstellung der Workshops, die am 17. Juni im Zentrum für verfolgte Künste starten.

Wie soll sich Erinnerungskultur heute präsentieren.

Ralf Rogge, Stadtarchiv

Die Ideensuche und Konzeptüberlegungen laufen unter dem Stichwort „Heimatwerkstatt“. Das ist ein Programm des Landes NRW. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung stellt dafür 36.000 Euro zur Verfügung. Weitere 9000 Euro stellt das Rathaus bereit, erklärte Martin Hückeler vom Büro des Oberbürgermeisters, dort für das Einwerben von Fördermitteln zuständig. Der hohe finanzielle Aufwand sei auch damit begründet, dass es eine audio-visuelle Dokumentation der Workshops und ihrer Ergebnisse geben wird, sagte der Rathaus-Experte.

Die Umsetzung seitens der Stadt liegt beim Stadtarchiv und der dort geschaffenen Gruppe, die sich um die Umsetzung der künftigen Bildungs- und Gedenkstätte Max-Leven-Zentrum kümmern wird. Der Leiter des Stadtarchivs, der Historiker Ralf Rogge, erklärte, es gehöre auf den Prüfstand, was heute schon für die Erinnerungskultur geleistet wird. „Wir wollen mit den Teilnehmenden diskutieren, ob es ausreicht, wie sich die Erinnerungskultur heute präsentiert. Oder kann man das anders und besser machen?“

Aus dem Team des Stadtarchivs bringen sich Daniela Tobias, die auch Vorsitzende des Vereins für das Max-Leven-Zentrum ist, und der Historiker Armin Schulte in die Workshops ein.

Schulte berichtete, dass auch der enge Austausch mit dem Gymnasium Schwerstraße gesucht werde. Das Schulgebäude grenzt an die Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Schule führt regelmäßig Projekte zu dem geschichtsträchtigen Ort durch. Armin Schulte setzt auch darauf, dass ein digitales Erinnerungsforum geschaffen wird. Insgesamt sei der Prozess über die Workshops aber offen.

Ob und wie das später im Bunker an der Malteserstraße umgesetzt wird, ist ebenfalls offen. Da sei noch keinerlei Entscheidung getroffen, sagte OB Kurzbach. Doch wenn die Räume umgestaltet werden, ist das aus dem Programm „City 2030“ mit Mitteln der Städtebauförderung grundsätzlich möglich, erläuterte Fördermittelexperte Martin Hückeler. Denn der Bunker liegt im ausgewiesenen Bereich für die Neugestaltung des Kerns der Solinger Innenstadt. Der Bunker selbst ist bereits im Eigentum der Stadt, ergänzte Ralf Rogge. Sie konnte ihn vom Bund für einen symbolischen Betrag erwerben.

Für das Stadtoberhaupt Tim Kurzbach soll sich mit den Workshops ein Prozess fortsetzen, der im März einen ersten Höhepunkt gehabt habe. Da wurde am Bunker eine Nachbildung der Rosette aufgehängt, die die frühere Synagoge optisch geprägt hatte. „Dafür haben wir bundesweit viel Anerkennung erhalten“, sagte Kurzbach.

Workshoptermine und Anmeldung

Termine: Jüdisches Leben früher, 17. 6., 16 bis 20 Uhr, Zentrum für verfolgte Künste; jüdisches Leben heute, Ende August, Exkursion nach Wuppertal; Orte der Erinnerung, 16. 9., 15 bis 19 Uhr, Rundgang; Ideenwerkstatt Bunker, 25. 9., 11 bis 18 Uhr, Abschluss am 14. 11., 17.30 Uhr beides im Zentrum.

Anmeldung: max-leven-zentrum@solingen.de

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