Thema Mehrweg

Workshop zeigt Lösungen auf: So wird Abfall auf Festen vermieden

Gibt es zukünftig auf Festen das Bier noch im Mehrwegbecher oder kommen Alternativen? 
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Gibt es zukünftig auf Festen das Bier noch im Mehrwegbecher oder kommen Alternativen? 

Es ist immer das gleiche Bild. Wenn nach einem großen Fest die Feiernden längst wieder zuhause sind, bleibt nur der Müll zurück.

Von Moritz Berger

Solingen. Dann liegen die Einwegbecher – zuvor noch gut genug für das kühle Getränk – auf dem Boden verstreut und die Plastikschalen mit Essensresten verstopfen die Mülleimer. Darüber hinaus wächst stetig der Berg von jenen Verpackungen, die bei der Lieferung von Essen anfallen. Bequem von zuhause bestellen oder gleich vor Ort abholen – in der Gastronomie hat sich fast überall die Möglichkeit vom Außer-Haus-Konsum verbreitet. Doch gerade die Umwelt wird durch den vielen Einwegmüll stark belastet.

„Jetzt wollen wir auch Mehrweggeschirr erproben, um es irgendwann fest zu etablieren.“

Ariane Bischoff, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Stadt Solingen

Alleine das Aufkommen von Pizzakartons habe sich zwischen 2002 und 2017 um rund 120 Prozent vervielfacht, erläutert Julia Ogiermann von der Verbraucherzentrale NRW an diesem Montagabend in Richtung der etwa 30 Teilnehmer, die auf dem Bildschirm zu sehen sind.

Zusammen mit der Stadt Solingen bot der Verband einen digitalen Workshop zur Müllvermeidung an. Unter dem Titel „Mein Weg – Mehrweg“ wurde nach Lösungen für abfallarmes Feiern und nachhaltiges Liefern gesucht.

Dabei kann Ariane Bischoff gleich zu Beginn freudig feststellen, dass für niemanden an diesem Abend das Problem egal ist. Die Expertin für Nachhaltigkeit bei der Stadt verdeutlicht, dass es allen an umsetzbaren Lösungen gelegen sei. So seien seit einigen Jahren in einem ersten Schritt bereits Mehrwegbecher bei den großen Festen wie dem Dürpelfest eingeführt worden. „Jetzt wollen wir auch Mehrweggeschirr erproben, um es irgendwann fest zu etablieren.“

Daneben ist es in der Gastronomie ungleich schwerer, ein Mehrwegsystem einzuführen, dass den Ansprüchen der Konsumenten genügt. Denn die meisten Verbraucher wünschen sich ein bequemes System, dessen Geschirr sie an möglichst vielen Stellen auch zurückgeben können, erklärt Julia Ogiermann.

Um aufzuzeigen wie die Etablierung eines solchen Systems gelingen kann, war Susanne Kackstein von der Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH eingeladen. Mit einem Erfahrungsbericht gab sie interessante Einblicke, wie in Wolfsburg eine Menge Müll vermieden wird. Dort sei bereits 2018 der politische Beschluss gefallen, eine Mehrweglösung für den To go-Verzehr einzuführen. Mittlerweile gebe es dort stadtweit über 50 Stellen, in denen der Pfandbecher ausgegeben und wieder angenommen werden kann. Allerdings sei es wichtig gewesen, alle gastronomischen Partner von Beginn an mit einzubinden, erläutert Kackstein. Darüber hinaus habe man auch große Firmen wie Volkswagen gewinnen können, deren Mitarbeiter nun vielfach den Pfandbecher nutzten.

Einen umfassenden Überblick über die Rahmenbedingungen von Recht bis Hygiene eines Mehrwegsystems gaben zudem Philip Heldt und Julia Ogiermann von der Verbraucherzentrale NRW. Der digitale Workshop war dabei Teil der Ausstellung zum Pott-Design-Award über Alternativen für die mobile Tischkultur des Deutschen Klingenmuseums.

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