Künstler Wolfgang Körber bleibt mit „Dat Look“ am Kunstmuseum sichtbar

Wolfgang Körber schuf „Das Look“ am Kunstmuseum. Foto: cb
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Wolfgang Körber schuf „Dat Look“ am Kunstmuseum.

Der Architekt und Konstruktivist Wolfgang Körber starb mit 85 Jahren.

Von Philipp Müller

Solingen. Seit 2012 steht vor dem Deutschen Klingenmuseum die Plastik „Der Zustand der Schere vor ihrer Erfindung“. Die Assoziation gekreuzter Scheren-blätter stammen von Prof. Wolfgang Körber. Der 1934 in Potsdam geborene Denker spannender Kunstformen verstarb mit 85 Jahren nach einem Klinikaufenthalt.

„Prof. Körber war ein kluger, geistreicher Mensch. In seiner Arbeit unglaublich präzise, beinahe pedantisch. Er hatte ein starkes Ego, das sehr zielstrebig seine Interessen verfolgte. Dabei war sein Vorgehen so wie sein Werk: klar und deutlich, akkurat und auf den Punkt genau. Er war sicher kompliziert, aber ich habe ihn gemocht.“, würdigt die Direktorin des Kunstmuseums, Gisela Elbracht-Iglhaut, den Künstler. Dort war er 2005 mit seiner Malerei zu sehen. Seine Kunst sei von Architektur, Design, Mathematik und Ästhetik motiviert gewesen.

Seine Kunst war formal und zugleich konstruiertes Ideenspiel

Das trifft besonders auf seine Skulpturen zu, die sehr konkret, sehr formalistisch gearbeitet sind. Das findet sich aber auch in seiner abstrakten Malerei. In ihr konnte er das Architektonische trotz der schwimmenden Formen nicht verleugnen. Sie offenbaren auch ein Stück seiner Heimatverbundenheit mit Solingen. Schon seit 1941 lebte er in der Klingenstadt, wuchs dort auf und arbeitet seit 1996 als freier Künstler in der Südstadt. Zuvor hatte er einen Lehrstuhl für Architektur an der Uni Wuppertal. Zudem entwarf er für Weltfirmen Messestände.

Die Stadt Solingen erklärt zu seinem Werk im öffentlichen Raum, das er vor zwei Jahren der Stadt schenkte: „Werkzeuge zum geistigen Gebrauch“ habe Körber seine Arbeiten genannt. Auch beim sechs Meter hohen und breiten „Dat Look“ am Kunstmuseum sei es ihm um das vergleichende Sehen, um den Perspektiv-Wechsel gegangen: Man dürfe sich, so Körber, nie auf den ersten Blick verlassen. Die drei zusammengehörenden Skulpturen „X, Y und Z“ befinden sich auf dem Verbindungsweg in der Parkanlage zwischen Botanischem Garten und Städtischem Klinikum. Obwohl die Stahlkonstruktion einen Baum im Wandel der Jahreszeiten – von der Knospe über die Frucht bis hin zu den fallenden Blättern – darstellen, liegen den drei Plastiken auch mathematische Naturgesetze zugrunde. Das gelte auch für die drei „18-Flächner“, die zwischen der Kita Klingenbande und dem Rathaus installiert wurden.

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