Gedenken

Wolfgang P. Getta starb mit 82

Wolfgang Peter Getta galt als ein intimer Kenner der Stadt und ihrer handelnden Personen.Archivfoto: Michael Schütz
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Wolfgang Peter Getta galt als ein intimer Kenner der Stadt und ihrer handelnden Personen.

Der langjährige ST-Reporter und verantwortliche Redakteur hinterließ Spuren in seiner Stadt.

Von Stefan M. Kob

„Ich habe vielleicht keine Berge versetzt, aber ein paar Maulwurfshügel schon aufgeworfen.“ Der Satz von Wolfgang Peter Getta, gesagt anlässlich seiner Ehrung für 25 Jahre in Diensten des Tageblatts, charakterisiert vielleicht mehr als alles andere Wirken und Wesen des langjährigen Polizeireporters, kommunalpolitischen Redakteurs und stellvertretenden Chefredakteurs des Solinger Tageblattes: bescheiden im Auftreten, unermüdlich unterwegs, engagiert für seine Heimatstadt, manchmal im Verborgenen, aber stets mit sichtbaren Ergebnissen. Nun ist w.p.g., wie sein Kürzel lautete und über Jahrzehnte ein Markenzeichen des Tageblatts war, im Alter von 82 Jahren gestorben.

Sein journalistisches Herzblut pulsierte auch nach seiner Pensionierung im Jahr 2003 nach über 34-jähriger Tätigkeit „beim Boll“ weiter. Die beliebte Rubrik „Mein erstes Geld“, die über viele Jahre prominente Solingerinnen und Solinger zu ihren allerersten Einkünften befragte, stammte größtenteils aus seiner Feder.

Die Liebe zu „seinem“ Tageblatt und Solingen spiegelte sich schon an seinem Autokennzeichen SG - ST 1 wider, das er einmal ergattern konnte und wohl nie mehr abgab.

In den 60er Jahren startete der Student Wolfgang P. Getta als Aushilfe im Korrektorat und freier Mitarbeiter. Schnell stieg er zum Redaktionsassistenten und zum Polizeireporter auf – die Verwirklichung seines Kindheitstraums, wie er einmal bekannte.

Später übernahm er noch mehr Verantwortung als kommunalpolitischer Redakteur und stellvertretender Chefredakteur.

Getta galt als ein intimer Kenner der Stadt und ihrer handelnden Personen. Sein oberstes Ziel war immer, den Menschen zu helfen. Mit seinem Namen ist das Bemühen um Ausgleich verbunden, aber auch um Wahrheit und Gerechtigkeit. Das bekam ein früherer Stadtdirektor zu spüren, der über eine unappetitliche Grundstücksaffäre stolperte, die Getta aufdeckte, akribisch recherchierte und fehlerfrei aufschrieb.

Sein Einstieg beim ST begann mit einem Coup

Sein Fleiß und sein Einsatzwille waren ein Vorbild für nachwachsende Journalisten-Generationen. Wenn mal eine Konferenz seiner Meinung nach zu lange gedauert hatte und noch zu viel Arbeit auf die Redaktion wartete, erklang sein auffordernder Schlachtruf: „Lasst uns in die Tasten hauen.“

Einer weiteren Solinger Institution fühlte er sich ebenfalls tief verbunden: dem O-Bus. Hier war er in den technischen Details tiefer bewandert als mancher Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke. Dass dem Solinger Stangentaxi mit dem Vormarsch der Elektromobilität nun eine glanzvolle Zukunft bevorsteht, wird er mit tiefer Befriedigung zur Kenntnis genommen haben.

Gettas Einstieg beim Tageblatt begann mit einem Coup, der die Geschichte unserer Stadt bis heute prägt: Gemeinsam mit Karl-Ernst Evertz, der bundesweit als Werbeverkäufer auf Jahrmärkten tätig war, entwickelte er 1969 die Zöppkesmarkt-Idee. „Als Karl-Ernst Evertz mich damit infizierte, habe ich Gott und die Welt in Bewegung gesetzt, um die Idee von einem großen Floh-, Kram- und Trödelmarkt auch in Solingen umzusetzen“, so Getta. Im März 1969 stellte das ST das Konzept erstmals vor, im Juni war es beschlossene Sache, und im September fand der erste Zöppkesmarkt statt.

So gesehen waren es beileibe nicht nur Maulwurfshügel, die er mit seinem Wirken als Tageblatt-Journalist aufgeworfen hat, sondern durchaus respektable Erhebungen. Er wird uns allen fehlen.

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