Vieles ist in Bewegung

Wohnen in Wald: Zwei Großprojekte laufen an

Das Herz des Stadtteils Wald mit Kirche, Rundling und Friedrich-Albert-Lange-Schule – im Bild festgehalten mit Hilfe einer Drohne. Foto: Christian Beier
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Das Herz des Stadtteils Wald mit Kirche, Rundling und Friedrich-Albert-Lange-Schule – im Bild festgehalten mit Hilfe einer Drohne.

Auch abseits der Pläne von Kondor Wessels sowie Sam Jordan ist vieles in Bewegung – etwa an der Friedrich-Ebert-Straße.

Von Björn Boch

Solingen. Bei Berichten über neue Immobilien in Wald gibt es neuerdings kein Vorbeikommen mehr an dem Wort „Grün“. Der englische Begriff dafür, „Greeen“ (wenn auch mit einem „e“ zu viel), ist in aller Munde und bezeichnet ein Neubauprojekt von Kondor Wessels:

Auf dem Areal zwischen Locher Straße, Rembrandtstraße und Wiedenkamper Straße wird der Baukonzern aktiv, der auch das Ohligser O-Quartier verantwortet und in dieser Woche zudem das Evertz-Gelände in Mitte gekauft hat.

Sieben Häuser und rund 170 Wohnungen sowie eine Kindertagesstätte mit Platz für vier Gruppen sollen entstehen. Der Start für die Bauleitplanung soll bis spätestens zum ersten Quartal 2021 erfolgen, so Solingens Baudezernent Hartmut Hoferichter. Das „Greeen“-Projekt passe gut in das Handlungskonzept Wohnen der Stadt, betonte er. Die Firma Breuer & Schmitz, die noch auf dem Gelände angesiedelt ist, wird an anderer Stelle in der Klingenstadt weitermachen – wo, ist noch nicht sicher.

„Der Abwärtstrend ist gestoppt. Und der Walder bleibt ohnehin gern in Wald.“
Dr. Thorsten Meis über das Potenzial des Stadtteils

Die Schwerpunkte beim Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) für Wald unter dem Titel „Stadt mit Natur verbinden“ liegen zwar in den Bereichen Bildung, Sport und Kultur. Doch auch Straßen, Plätze und das Wohnumfeld werden eine Rolle spielen. Bis 2030 sollen 22,8 Millionen Euro direkt in den Stadtteil Wald investiert werden – aus diversen Fördertöpfen.

Das private Investorenprojekt „Greeen“ entsteht rund 500 Meter vom Walder Kirchplatz entfernt. Noch näher am Zentrum wird eine langjährige Baulücke an der Friedrich-Ebert-Straße geschlossen – der Kran auf dem Foto zeigt es. Eine tiefe Baugrube ist bereits ausgehoben.

Wie das ST im Dezember 2016 berichtete – damals wurden die Kaufverträge notariell besiegelt –, soll dort auf einem rund 8000 Quadratmeter großen Grundstück ein Wohn- und Geschäftshaus mit knapp 60 Wohnungen und einer Tiefgarage entstehen. Eigentlich war der Baustart an dieser Stelle bereits im Frühjahr 2017 geplant – nun scheint es aber wirklich loszugehen.

„Wir haben in der Bezirksvertretung mehrere Male nachgefragt. Es hieß von der Verwaltung stets, dass der Planungsstand derselbe sei und diese Pläne auch umgesetzt würden“, sagt der Grünen-Politiker und stellvertretende Bezirksbürgermeister Frank Knoche. Seiner Fraktion sei vor allem wichtig, dass dort wie geplant auch sozialer Wohnungsbau umgesetzt werde.

Das Neubauvorhaben fällt damit auch in den geplanten Geltungsbereich der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Wald. Mit Hilfe einer gesetzlichen ISG, bei der die Immobilien-Eigentümer mit ins Boot geholt werden, soll sich das Gebiet von der Friedrich-Ebert-Straße über den Walder Schlauch bis zum Buchenhof erstrecken.

Es ist also einiges in Bewegung in Wald. „Dafür haben wir ja auch jahrelang gekämpft“, betont Bezirksbürgermeisterin Birgit Zeier (SPD).

Über eher niedrige Mieten, berichtet Dr. Thorsten Meis von Kubikom Immobilien, kommen spannende Geschäfte nach Wald. „Der Abwärtstrend ist gestoppt. Und der Walder bleibt in Wald. Der Stadtteil lebt auch vom Lokalpatriotismus.“

Die Beliebtheit Walds sieht Immobilienfachwirt Tim Vermeegen, der gerade an der Friedrich-Ebert-Straße und der Bertholdstraße Mehrfamilienhäuser plant, unter anderem auch im Freizeitfaktor: „Das Ittertal mit seinen Freizeitmöglichkeiten wie Schwimmen, Eislaufen, Spazierengehen und Joggen spielt eine Rolle, ebenso die recht gute Autobahnanbindung zur A 46 über Haan – auch wenn der Ortskern mit Leerstand von Einzelhandelsflächen zu kämpfen hat.“

Der eine oder andere könnte dank des Aufwärtstrends bald verschwinden.

Walder Gärten

Sam Jordan, Geschäftsführer der Firma Raumvision by MSD Immobilien, hat das rund 44 000 Quadratmeter große Areal der früheren Stahlgießerei Grossmann an der Wittkuller Straße gekauft. Wohnen und Gewerbe kann er sich auf dem Gelände vorstellen, das er „Walder Gärten“ getauft hat. Im Herbst soll es erste Pläne geben.

Ende Juni haben sich in Wald Vertreter aus Wirtschaft, Handel, Vereinen, Sport, Kirche, Schule und Wohlfahrtsverbänden als „Waldarbeiter“ offiziell gegründet.

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