Innenstadt

Wohnen und Gewerbe im Birker Bad

Thomas Willis wird nach Erteilung der Baugenehmigung die 40 Wohnungen am Birker Bad vermarkten. Bauherr ist die Borodimos-Gruppe aus Düsseldorf. Sie investiert auch ins denkmalgeschützte Bad und vermietet dort Gewerbe- und Einzelhandelsflächen. Foto: Michael Schütz
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Thomas Willis wird nach Erteilung der Baugenehmigung die 40 Wohnungen am Birker Bad vermarkten. Bauherr ist die Borodimos-Gruppe aus Düsseldorf. Sie investiert auch ins denkmalgeschützte Bad und vermietet dort Gewerbe- und Einzelhandelsflächen.

Düsseldorfer Borodimos-Gruppe hat die Grundstücke in der Innenstadt gekauft.

Von Philipp Müller

Solingen. Aus zwei Grundstücken besteht das Bauvorhaben, das die Düsseldorfer Borodimos-Gruppe am Donnerstag vorstellte. Das Birker Bad soll bis Ende 2022 als Gewerbebau mit Denkmalcharakter von Grund auf saniert werden. Zugleich hatte Borodimos Ende 2020 den angrenzenden Parkplatz von der Stadt erworben. Dort werden ab Frühjahr bis Mitte 2023 insgesamt 40 Wohnungen entstehen.

Der Name Borodimos ist eng mit der Tele-Pizza AG verbunden. Bis 2011 war Andreas Borodimos dort Vorstandsvorsitzender. Die Familie führt aber weiter das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf an. Borodimos erklärte am Donnerstag in Solingen, das Bad werde ein „echtes Schmuckstück für Solingen“ werden. Dazu setzt er Pläne von Dr. Bruno Wasser um. Der Kölner Architekt gilt als anerkannter Spezialist für die Neunutzung von großen Denkmalbauten. Der Sanierer sieht durchaus eine Herausforderung, aber das sei lösbar. Am Ende werde dazu ein hoher einstelliger Millionenbetrag aufgewendet werden müssen. Borodimos lobte Wasser als „Stararchitekt“.

Solingen: Unter anderem ein Bio-Supermarkt von Denn’s wird ins Bad einziehen

Das Bad hat seit 2009 eine wechselvolle Geschichte erlebt (| Kasten). Die Stadt wollte die Kosten nicht mehr tragen. Ein privater Träger wurde gesucht und nicht gefunden. 2012 wurde das Bad endgültig außer Betrieb genommen. Letzter Eigentümer vor der Borodimos-Gruppe war der Investor Eduard Meßmer aus Erftstadt. 2017 erwarb er das Birker Bad von der Stadt Solingen.

Meßmer hatte Pläne für einen Bio-Supermarkt in dem ehemaligen Bad gegenüber der Eishalle und für weitere Mieter zusammen mit dem Architekturbüro Gassen & Wasser aus Köln ausgearbeitet.

Die Mietverträge für einen Flugsimulator und ein Café sowie eine Filiale von Jacques Weindepot übernehme Borodimos so wie von ihm vorgesehen, erklärte Meßmer auf ST-Nachfrage. Benjamin Bliss von Aerotask wird selbst in den Flugsimulator investieren und im alten Römerbad ein Café mit dem Titel „Meer“ eröffnen. Der Bio-Supermarkt wird von der Kette Denn’s betrieben, berichtete Andreas Borodimos. Das sei ein erfolgreiches, inhabergeführtes Unternehmen mit rund 300 Filialen. Dieser Mieter habe vor dem Verkauf festgestanden.

Gebaut wird über einen Generalunternehmer, der zur Borodimos-Gruppe gehört. Das gelte auch für die Wohnungen auf dem seitlich liegenden Parkplatz und weiteren Bauflächen an der Busspur der Brühler Straße am Werwolf, sagte Borodimos. Die Pläne hatte ebenfalls das Büro von Dr. Wasser erstellt. Es sollen barrierefreie und etwa ein Drittel sogar behindertengerechte Wohnungen entstehen, die zwischen etwa 55 und 140 Quadratmeter haben werden. Für die Wohneinheiten wird eine Tiefgarage errichtet. Zuvor müsse der Boden des Parkplatzes abgetragen werden, erklärte der Architekt, denn der sei kontaminiert. Es werde jetzt noch eine Phase beginnen, in der Bodenproben untersucht werden müssten. Die Investi-tionssumme werde bei mehr als 10 Millionen Euro liegen.

Drei Bau-Riegel sollen entlang der Brühler Straße gebaut werden, sagte Thomas Willis. Der Solinger Immobilienmakler wird die Wohnungen im Auftrag der Borodimos-Gruppe vermarkten, sobald die Baugenehmigung erteilt sei. Damit rechnet Andreas Borodimos für Ende Februar. Willis hatte auch den Verkauf zwischen Meßmer und der Düsseldorfer Firmengruppe vermittelt. Für die Wohnungen liegt der Verkaufspreis pro Quadratmeter jenseits von 4000 Euro.

Birker Bad

Geschichte: Aus einem alten Schlachthof entstand ab 1902 das Schwimmbad im Stil des klassischen Historismus. 1927 wurde es um die Freifläche „Planschetarium“ erweitert. 2012 wurde das Bad geschlossen, die Stadt verkaufte das Gelände.

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