Historisches Foto

Wo steht dieses Gebäude?

Welches Gebäude suchen wir?
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Welches Gebäude suchen wir?

In der vergangenen Woche suchten wir die Badeanstalt Sauerbreystraße. Welches Gebäude suchen wir dieses Mal?

Solingen. Lange bleibt dieses Gebäude der Stadt nicht mehr erhalten. Bis dahin fragen wir in dieser Woche: Wo steht es? Welche Erinnerungen verbinden Sie damit? Senden Sie uns Ihre Geschichten bitte bis kommenden Donnerstag, 12. August, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an das Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail: redaktion@solinger-tageblatt.de Foto: ST-Archiv

Das Rätselfoto der vergangenen Woche: Als warmes Wasser noch extra kostete

Von Moritz Berger und Simone Theyßen-Speich

Ein beherzter Kopfsprung und Abkühlung im Wasser oder frühmorgens die Bahnen im Schwimmbecken ziehen – das ist heute nur noch in der Klingenhalle und dem Hallenbad Vogelsang möglich. Die „Grande Dames“ der Solinger Schwimmbäder sind hingegen nicht mehr in Betrieb. In einem vergleichbaren Baustil errichtet, sind sich das Birker Bad in der Innenstadt und die Badeanstalt Sauerbreystraße in Ohligs beinahe zum Verwechseln ähnlich. Deshalb waren sich auch viele ST-Leserinnen und -Leser nicht immer ganz sicher, aus welchem Schwimmbad das historische Foto der vergangenen Woche stammt. So erreichten uns verschiedene Zuschriften, die das Hallenbad am Birkenweiher zu erkennen glaubten.

Tatsächlich suchten wir in der Vorwoche jedoch die Ohligser Badeanstalt, über dessen Entstehung Norbert H. Posthum berichtet. „Als Vorbild diente das im Jahre 1903 eröffnete Birker Bad“, erläutert der ST-Leser und fügt hinzu, dass es damals einen Architektenwettbewerb gab, den Kurt Wüstermann aus Barmen für sich entscheiden konnte.

Jürgen Altenhofen hat ganz persönliche Erinnerungen: „Mein Vater Ernst Altenhofen war Trainer der Schwimmabteilung im Ohligser TV 1888. Er kam 1949 an einem Samstag nach Hause und berichtete mir ganz stolz, dass Walter Klinge in der Ohligser Schwimmhalle einen Weltrekord über 100 m Butterfly aufgestellt hat, in 1:07,1 verbesserte er den Rekord des Amerikaners Hough um 2/10 Sekunden, sein Gegner in diesem Wettkampf war Herbert Klein aus München.“ Seither habe die Halle den Ruf gehabt, eine „schnelle Bahn“ zu sein, was sie in vielen Wettkämpfen bewiesen habe.

Auf der Wasseroberfläche treibt eine Badeeente: Bereits 1930 wurde das Hallenbad an der Sauerbreystraße eröffnet.

Für viele bleibt dieses Hallenbad jedoch unzertrennlich mit den Erinnerungen an die ersten Schwimmversuche verbunden. Auch Angelika Zelinske hat dort das Schwimmen gelernt, mehrere Wettbewerbe für den TSV Aufderhöhe bestritten und trägt bis heute eine Narbe am Kinn, „weil mir beim Tauchen im flachen Wasser jemand zu nahe kam“. Zudem weiß sich Zelinske lebhaft an die „Aufwärmübungen auf der Empore“ zu erinnern, als sie den „einen Arm vorwärts, den anderen rückwärts kreisen lassen“ musste. In der Badeanstalt herrschte zur damaligen Zeit ein strenger Ton der Bademeister, berichtet Norbert H. Posthum über den regelrecht „militärischen Charakter“. „Es gab Verwarnungen und Platzverweise – Widerspruch war zwecklos.“

Darüber hinaus war früher auch der Umgang mit den Schwimmanfängern ziemlich ruppig, wie eine Erinnerung von Karin Kempkes zeigt. Die damalige Lehrerin habe nach der Nichtschwimmerin gegriffen und sie an der tiefsten Stelle im Birker Bad ins Wasser geworfen, beschreibt Kempkes die Situation. „Zum Glück haben die anderen Kinder geschrien, so dass die Lehrerin ins Wasser sprang und mich rausholte.“

Die ehemalige Badeanstalt an der Sauerbreystraße soll zukünftig anders genutzt werden.

Auch sonst fiel ein Großteil der 81 Jahre, in denen die beiden Bäder betrieben wurden, in ein komplett anderes Zeitalter. Daran hat auch Elke Steinhaus noch manche Erinnerung. Die ST-Leserin erklärt, „dass es früher in dem Bad an der Sauerbreystraße einen Warmwassertag gab, an dem der Eintritt ein wenig mehr kostete“. Zudem sei die Badezeit begrenzt gewesen, ergänzt Norbert H. Posthum und informiert, dass „bei Überschreitungen nachgezahlt werden musste“.

Unabhängig davon ist Schwimmen für Kinder und Jugendliche, früher wie heute, eine beliebte Freizeitaktivität. So erinnert sich auch Volker Hettig an sein Jugendbad, „wo wir uns im Alter von zwölf bis 15 Jahren oft mit unseren Freunden getroffen haben und viele schöne Erlebnisse hatten“. Eine besondere Erinnerung an das Ohligser Hallenbad hat auch Dr. Ralf Kemper. „Dort hatte ich mein erstes Date und durfte dort mit einem Mädchen aus der Nachbarschaft schwimmen gehen.“

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