Mehr Klarheit nach der Abrechnung der Coronahilfen

Solinger Wirtschaftsförderung: „Wissen noch nicht, wie schlimm es wird“

Frank Balkenhol ist Geschäftsführer der Solinger Wirtschaftsförderung. Foto: Tim Oelbermann
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Frank Balkenhol ist Geschäftsführer der Solinger Wirtschaftsförderung.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt erwartet nach drei Coronawellen in knapp eineinhalb Jahren nun eine erneute Zwischenbilanz der Unternehmen in Solingen.

Von Björn Boch

Solingen. „Wir wissen noch nicht, wie schlimm es wird. Jetzt stehen erst einmal die Abrechnungen der Coronahilfen an“, sagte Frank Balkenhol, Geschäftsführer der Solinger Wirtschaftsförderung, dem ST. Wirtschaftliche Schäden bis hin zu größeren Insolvenzen könnten kommen, klar sei das aber noch nicht. „Ich will das nicht herbeireden, aber wir müssen gewappnet sein.“

Aktuell sieht Balkenhol erste Anzeichen einer Aufbruchstimmung, etwa im Einzelhandel oder der Gastronomie. Kleine und mittelständische Unternehmen im produzierenden Gewerbe dagegen hätten vor allem Probleme bei der Materialbeschaffung. „Da gibt es Unsicherheiten was Preise, Zeiten und Mengen angeht. Die Solinger Betriebe ächzen“, so Balkenhol (| siehe Artikel oben).

Verbrauchsmaterialien wie Kunststoffe oder Stahl etwa seien derzeit zum Teil doppelt so teuer wie vor der Krise – das könnten Firmen nicht ohne weiteres an die Kunden weitergeben. „Das sind jetzt die Nachwirkungen von unterbrochenen Lieferketten.“ Die Wirtschaftsförderung beobachte das genau, weil es auch Auswirkungen auf Gewerbesteueraufkommen und Arbeitsplätze in der Stadt haben könne. „Wir helfen zum Beispiel mit der Vermittlung von Krediten und begleiten außerdem die Unterstützung der Firmen untereinander.“

Denn eines habe die Krise gezeigt: „Das Netzwerk in Solingen ist sehr belastbar, damit können wir gemeinsam viel erreichen“, betonte Balkenhol. Weitere Lehren aus der Krise: Digitalisierung habe einen echten Wert, der von vielen Firmen leider lange nicht gesehen worden sei – das habe Corona nun stark beschleunigt. Zudem habe die Pandemie gezeigt, wie sehr alles zusammenhänge – von den Firmen über die Mitarbeiter hin zu Schule, Kinderbetreuung und Pflege. „Wir müssen vorbereitet sein auf eine mögliche Fortsetzung der Pandemie oder ein ähnliches Ereignis. Das betrifft vor allem die Bereiche Nachhaltigkeit, Widerstandsfähigkeit und das Thema der Lieferketten.“

Wie gestern bekannt wurde, ist Frank Balkenhol als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und des Gründer- und Technologiezentrums zum stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Verbands der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften (DVWE) gewählt worden. „Diese Aufgabenübernahme ermöglicht Solingen weitergehende Zugänge auf Landes- und Bundesebene und einen hohen Informationsgrad“, sagte er.

Gastronomiestart in Solingen mit Vorfreude und ein paar Fragezeichen. Die Wirtschaftsförderung Solingen lud zu Online-Infoveranstaltung ein.

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