Historisches Foto

Was wird auf dem Foto in Höhscheid gefeiert?

Was wird hier gefeiert?
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Was wird hier gefeiert?

An den Bau des Turmhotels und der Karstadt-Filiale erinnerten sich vergangene Woche viele ST-Leser.

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. „Wenn ich das Foto nicht erkennen würde, wäre ich kein Solinger: der im Bau befindliche Karstadt-Komplex“, schreibt Regina Mengel zum gesuchten historischen Foto. Zu sehen sei im Vordergrund der Anfang der unterirdischen Passage, links wachse der Turm vom Turm-Hotel mit Büros, Praxen oder Frisören.

Vor vielen Jahren wurde der Karstadt-Komplex inklusive Turmhotel gebaut.

Im Jahr 1969, am 2. Oktober, wurde die Karstadt-Filiale eröffnet und damit das 62 Warenhaus der Aktiengesellschaft. Am selben Tag wurden auch das Hochhaus, das Parkhaus und die Fußgängerzone im Tunnel eröffnet, weiß Mengel, die die Lösung mit dem Gebäudekomplex und den möglichen Anbindungen für genial hielt. „Zur Eröffnung gab es viele Sonderangebote und die Solinger stürmten das Warenhaus regelrecht, um Schnäppchen zu ergattern. Meine Mutter und ich warteten ein paar Tage, das Gedränge war uns zu viel. Ich erstand später einen Schal, meine Mutter Bettwäsche“, erinnert sich Mengel. Das Turmhotel war 68 Meter hoch, ergänzt Elke Steinhaus die Daten. „Solingen sollte mit diesem Neubau - für die Stadt und für uns alle wesentlich attraktiver werden“, betont Werner Fischer die Bedeutung des Gebäudes.

Solingen: Arno und Marga Güttel bewohnten das Turmzentrum

„Ab 1970 hatte ich täglich die Gelegenheit, das Warenangebot zu besichtigen. Ich fing dort in der Kinderkonfektion (Kiko) eine Lehre als Substitutin an, später wurde ich nach diversen Lehrgängen Ausbildungsleiterin für Solingen und Lennep. Ende 1975 sollte ich nach Wiesbaden versetzt werden – da habe ich gekündigt – ich wollte in Solingen bleiben“, beschreibt Regina Mengel, ihre damalige Situation.

Arno und Marga Güttel haben eine besondere Verbindung zu dem Hochhaus. „In diesem Objekt, das damals noch unter „ESC“ gebaut wurde, war ich 31 Jahre Hausinspektor vom Turmzentrum“, schreibt Arno Güttel. Deshalb musste das Ehepaar in eine Wohnung im vierten Obergeschoss ziehen, obwohl Marga Güttel alles andere als glücklich darüber war. Aber: „Am Tag unseres Einzugs, stand ich am Wohnzimmerfenster, mit Tränen in den Augen, weil ich nur ein riesiges Kiesdach gesehen habe. Als wir nach 31 Jahren ausgezogen sind, stand ich am gleichen Fenster, wieder mit Tränen in den Augen. Denn so eine herrliche Aussicht, bis zum Rhein und schönen Sonnenuntergängen. Das gibt es nicht wieder.“

Heute steht an dieser Stelle in der Innenstadt das Einkaufszentrum Hofgarten. Foto: Christian Beier

„Gern erinnere ich mich an diese Zeit. Haben wir doch recht oft des Nächtens die Gegend rund um den Turm und das eigentliche Karstadtgebäude als Treffpunkt genutzt“, berichtet Robert Hall. Auf den großen quadratischen Bänken sei es meist lustig, kommunikativ oder romantisch gewesen. „Auf jeden Fall eine unvergessliche Zeit“, so Hall.

Am 18. Dezember 2011 stand dann aber die Sprengung des Turmes an. „Ich kann mich noch gut dran erinnern. Es sollte live im Lokalfernsehen übertragen werden, aber die Sprengung verzögerte sich“, sagt Elke Steinhaus. Dabei sei Karstadt ihr absoluter Lieblingsladen gewesen, der heute noch fehle.

Das neue Rätselbild

Was wird auf dem Foto in Höhscheid gefeiert? Was haben Sie dort erlebt? Welche Erinnerungen verbinden Sie damit? Dann senden Sie uns Ihre Antworten – gerne mit Ihren persönlichen Anekdoten – bis kommenden Donnerstag, 5. November, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail an die Redaktion. Foto: ST-Archiv

redaktion@solinger-tageblatt.de

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