Wetter

Winter zeigt sich Ende Dezember ungewöhnlich mild

Auf einem Feld an der Lacher Straße lagern gebündelte Silage-Ballen, der Himmel ist regenverhangen. Foto: Tim Oelbermann
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Auf einem Feld an der Lacher Straße lagern gebündelte Silage-Ballen, der Himmel ist regenverhangen.

Die Temperaturen sind aktuell beinahe frühlingshaft – die Landwirte im Bergischen sehen das gelassen.

Von Kristin Dowe

Solingen. In Zeiten des Klimawandels sind die Solinger in puncto Wetter genügsam geworden. Von weißen Weihnachten wagen wir gar nicht mehr zu träumen, von einem weißen Jahreswechsel mal ganz zu schweigen. Ein solcher rückt mit Blick auf die Wetterprognose an Silvester auch in weite Ferne. Denn wie auch in den vergangenen Tagen liegen die Temperaturen oft im zweistelligen Bereich und das Wetter zeigt trotz gelegentlicher Schauer fast schon frühlingshafte Anwandlungen. Für den Neujahrstag sind laut Vorhersage immerhin bis zu 11 Grad drin.

„Es ist schon ungewöhnlich warm für diese Jahreszeit“, bestätigt Maria Hafenrichter, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst. Rekordverdächtig sei der bislang sehr milde Winter im Bergischen aber noch nicht. „Besonders warm war der Winter 2015/2016, als die Temperatur im Monatsmittel bei 9,8 Grad lag. Da wuchsen teilweise schon im Januar 2016 die Krokusse“, berichtet Hafenrichter. 1953 wurde im Dezember gar eine Höchsttemperatur von 17,6 Grad gemessen – ob da der Glühwein noch schmeckte, darf bezweifelt werden.

„Die Landwirtschaft ist in einem guten Zustand.“

Karl-Otto Dickhoven, Ortsbauernschaft Solingen

In den vergangenen 30 Jahren – der DWD betrachtet den Zeitraum zwischen 1990 und 2020 – sei die Zahl der milden Winter deutlich angestiegen im Vergleich zur Zeit zwischen 1960 bis 1990, für die Meteorologin eine mögliche Folge des fortschreitenden Klimawandels.

Für die Landwirtschaft sieht Karl-Otto Dickhoven, Sprecher der Ortsbauernschaft Solingen, keine größeren Probleme durch die aktuelle Entwicklung. „Es gab auch in diesem Jahr schon Fröste, den die Böden brauchten. Es könnte auch im Januar wieder zu einem Kälteeinbruch kommen, wie wir es schon oft erlebt haben.“

Insgesamt sei die Landwirtschaft momentan „in einem guten Zustand“. Wir hatten 2018, 2019 und 2020 drei furchtbare Jahre, die sich inzwischen glücklicherweise relativiert haben. Damit sind wir sehr zufrieden.“

Positiv seien auch die größeren Niederschlagsmengen, ergänzt Martin Dahlmann, Sprecher der Kreisbauernschaft Mettmann. „Wenn der Sommer trocken werden sollte, können wir den Regen jetzt gut gebrauchen.“ Zwar sei ein „knackiger Winter“ für die Regeneration der Böden besser, deren Wasserhaushalt aufgefüllt werden müsse. Da es aber auch schon Minusgrade in diesem Winter gegeben hatte, sei die Situation für die Landwirtschaft zurzeit nicht besorgniserregend. „Auffällig ist es allerdings schon, dass wir solche Tage mitten im Winter haben.“

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