Traditionsunternehmen

Windmühle steht für Solinger Qualität

Giselheid Herder-Scholz und Frank Daniel Herder (2. v. l.) begrüßten OB Tim Kurzbach (M.) sowie IHK-Präsident Henner Pasch (l.) und -Hauptgeschäftsführer Michael Wenge.
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Giselheid Herder-Scholz und Frank Daniel Herder (2. v. l.) begrüßten OB Tim Kurzbach (M.) sowie IHK-Präsident Henner Pasch (l.) und -Hauptgeschäftsführer Michael Wenge.

Traditionsunternehmen Robert Herder feiert 150-jähriges Bestehen.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Corona-Krise, Lieferengpässe, Inflation, Krieg in der Ukraine – es sind herausfordernde Zeiten für die bergische Wirtschaft. Giselheid Herder-Scholz blickt pragmatisch auf die Situation. „Die Firma hat schon viel, viel schlimmere Zeiten erlebt“, sagt die Geschäftsführerin der Robert Herder GmbH & Co. KG. Zwei Weltkriege, Pandemien, mehrere Wirtschaftskrisen haben sich seit der Gründung der Windmühlenmesser-Manufaktur ereignet. Der Solinger Traditionsbetrieb hat sie alleüberlebt. Gestern konnten die Verantwortlichen mit Kunden, Lieferanten und Partnern das 150-jährige Bestehen des Unternehmens feiern.
Dabei dankte Herder-Scholz nicht nur der Belegschaft für ihre Unterstützung, sondern auch „unseren Vorvätern, dass sie die Firma in diese Zeit getragen haben“. Robert Herder war es, der 1872 den Grundstein für die Unternehmensgeschichte legte. Mit Paul Herder trat 1888 die zweite Generation in den Betrieb ein.

„Wir gehen vorwärts und müssen unsere Geschichte gleichzeitig bewahren.“

Giselheid Herder-Scholz, Windmühlenmesser

„Er war ein begnadeter Unternehmer mit weiser Voraussicht“, betont Giselheid Herder-Scholz. Paul Herder trieb die Internationalisierung voran und etablierte die bekanntesten Markenzeichen des Betriebs. Neben der 1905 registrierten Windmühle sind das die Etiketten mit rotem Diagonalstreifen.

Günter und Werner Herder bildeten die dritte Generation des Familienbetriebs. Seit 1993 stehen Giselheid Herder-Scholz und ihr Cousin Frank Daniel Herder in der Verantwortung. Unter ihrer Regie zählt die Manufaktur an der Ellerstraße 85 Beschäftigte. Die rund 600 Produkte werden in 24 Ländern vertrieben, der Umsatz lag 2021 bei knapp sieben Millionen Euro.

„Wir gehen vorwärts und müssen unsere Geschichte gleichzeitig bewahren. Sie ist das Fundament“, sagt Giselheid Herder-Scholz. Mit dieser Maxime fährt die Windmühlenmesser-Manufaktur seit 150 Jahren gut.

Das würdigten auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) und die Spitze der Bergischen Industrie- und Handelskammer um Präsidenten Henner Pasch und Hauptgeschäftsführer Michael Wenge. Kurzbach lobte den Traditionsbetrieb als „Teil des Stolzes unserer Stadt“, Pasch hob die „hervorragenden Produkte“ sowie die „fantastische Leistung“ in den zurückliegenden eineinhalb Jahrhunderten hervor. Beide wiesen auf die großen Herausforderungen hin, vor denen Unternehmer dieser Tage stehen.

Giselheid Herder-Scholz fürchtet die Zukunft nicht. „Das Wichtigste ist, Grundsätze zu haben, denen man treu bleibt“, betont die Geschäftsführerin. Bei Herder seien das die Bekenntnisse zum Solinger Dünnschliff, die Möglichkeit zum einfachen Nachschärfen der Klingen sowie hohe Qualität zu erschwinglichen Preisen.

Wie bei der Robert Herder gearbeitet wird und wie sich die Produkte in den vergangenen 150 Jahren entwickelt haben, davon konnten sich die Gäste gestern bei Rundgängen durch den Betrieb überzeugen – Industriegeschichte zum Anfassen.

Standort

Die Geschichte der Firma Robert Herder begann am Keusenhof. 1895 erwarb der Gründer ein Grundstück an der Benrather Straße, 1900 wurde der Antrag zum Bau einer Fabrik gestellt.

www.windmuehlenmesser.de

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