Velyke spasybi

Wieder vereint: Ein Baum als Dankeschön an die Stadt

Im Park an der Wittenbergstraße in Ohligs haben sie einen „Dankeschön-Baum“ gepflanzt: Alexey Romanov (vorne, v.l.), seine Mutter Natalie Romanova, ihr Lebensgefährte Olek Bondarenko und weitere Familienangehörige.
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Im Park an der Wittenbergstraße in Ohligs haben sie einen „Dankeschön-Baum“ gepflanzt: Alexey Romanov (vorne, v.l.), seine Mutter Natalie Romanova, ihr Lebensgefährte Olek Bondarenko und weitere Familienangehörige.

Die ukrainischen Familien Romanov und Stepanov sind in Solingen wieder vereint.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. „Velyke spasybi“ heißt Dankeschön auf Ukrainisch. Das Wort fiel oft, als die Familien Romanov und Stepanov im Gespräch mit dem ST erklärten, warum sie einen Baum auf dem Spielplatz im Park an der Wittenbergstraße pflanzen. „Meine Mutter, ihr Lebensgefährte, aber auch meine Cousine mit ihrer Familie sind im Frühjahr nach Solingen gekommen. Sie sind hier wunderbar aufgenommen worden, dafür möchten wir uns bedanken“, erzählt Alexey Romanov. Er selbst lebt mit seiner Familie schon seit 2000 in Solingen.

Für den Ohligser war es selbstverständlich, nach Ausbruch des Krieges seine Familie, die in Odessa lebte, in Sicherheit zu bringen. Ebenso selbstverständlich sei es, sich für die in Solingen entgegengebrachte Unterstützung zu bedanken. Deshalb steht seit vergangener Woche eine Eberesche am Rande des Parks an der Wittenbergstraße.

Schon vor sieben Jahren einen Baum gepflanzt

Einen Baum hat Alexey Romanov schon einmal gepflanzt, ganz in der Nähe zwischen Klettergerüst und Sitzbänken auf dem Spielplatz. „Die Linde dort, den Lieblingsbaum meines Vaters, habe ich 2015 gepflanzt.“ Damals sei er mit seinen Kindern oft auf dem Spielplatz gewesen. „Jetzt freue ich mich, dass der Baum so schönen Schatten spendet“, erzählt er und lobt die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und der evangelischen Kirchengemeinde bei der Genehmigung für die beiden Baumpflanzaktionen damals und heute.

Die Idee, einen weiteren Baum zu spenden, habe seine Mutter dann schon 2020 gehabt. Aber die Corona-Pandemie kam dazwischen. Dass Natalie Romanova jetzt selbst dabei sein konnte, als ihr Baum in Solingen in die Erde gesetzt wurde, hätte die 75-Jährige damals nicht gedacht. Damals in Odessa.

Mittlerweile haben sie und ihr Lebensgefährte (77) eine Wohnung gefunden, nachdem ihr Sohn sie zunächst bei sich aufgenommen hatte. „Wir sind nur mit unserer Kleidung, wichtigen Dokumenten und Medikamenten geflüchtet“, erinnert sie sich.

Kinder sind in der Schule gut angekommen

Auch Alexandra Stepanova, eine Cousine von Alexey Romanov, habe in Solingen „wieder bei Null angefangen“, als sie mit Mann und sechs Kindern im Frühjahr gekommen sei. „Wir hatten großes Glück, die ehemalige Pfarrerswohnung zu bekommen“, ist auch sie dankbar für die Hilfe. Die Kinder – die vier großen besuchen schon die Schule – hätten sich hier gut eingelebt. „Ich besuche die Geschwister-Scholl-Schule, bin sehr gerne hier und würde gerne in Deutschland bleiben“, erzählt die älteste Tochter Lisa in schon fast fließendem Deutsch.

Sich hier in Deutschland ein neues Leben aufzubauen, das können sich auch die anderen vorstellen. „Auch wenn wir die ganze Zeit an Odessa denken müssen und nicht wissen, was dort passiert“, so Natalie Romanova. Mittlerweile sei die Familie in Solingen größer als zu Hause in der Ukraine. Gemeinsam möchte man auch Weihnachten feiern. Und zwar am 25. Dezember – wie in Deutschland. Und nicht die orthodoxe Weihnacht am 6. Januar – wie zu Hause, in der Ukraine.

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