Statistik

Wieder mehr Einbrüche im Städtedreieck

Die Ausgangsbeschränkungen der Corona-Pandemie hatten es Einbrechern im Bergischen schwer gemacht.
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Die Ausgangsbeschränkungen der Corona-Pandemie hatten es Einbrechern im Bergischen schwer gemacht.

Zahlen waren während der Pandemie gesunken – nur leichte Schwankungen in Solingen

Von Kristin Dowe

Solingen. Die Zahl der Einbrüche im Bergischen Städtedreieck ist 2022 im Vergleich zu den beiden Vorjahren wieder leicht gestiegen. So hatte die Polizei Wuppertal für den gesamten Präsidialbereich im vergangenen Jahr 518 Einbrüche verzeichnen, wohingegen es im Jahr 2021 lediglich 404 und im Jahr davor 456 Fälle waren. Damit war das Niveau der Einbruchskriminalität im Bergischen im vergangenen Jahr in etwa vergleichbar mit 2019 mit 505 Fällen, als es noch keine Corona-Beschränkungen gab.

„Wir gehen davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Zahlen und den Corona-Maßnahmen gibt, da die Menschen bedingt durch die vermehrten Ausgangssperren und verstärktes Arbeiten im Homeoffice natürlich mehr zu Hause waren. Generell wurden auch im öffentlichen Raum mehr Personen kontrolliert“, erklärt Rafael Bringmann, Sprecher der Polizei Wuppertal. „Dennoch sind die Zahlen immer noch deutlich niedriger als in früheren Jahren. Die umfangreichen Präventionsmaßnahmen der Polizei haben durchaus Wirkung gezeigt.“

Polizei berät umfassend zum Thema Einbruchsschutz

In Solingen sind derweil nur leichte Schwankungen in den Zahlen zu beobachten: So schlugen Einbrecher in der Klingenstadt im vergangenen Jahr 109 Mal zu – in den Vorjahren 2021 und 2020 waren es jeweils 101 beziehungsweise 110 Fälle. Vor der Pandemie, im Jahr 2019, lag die Zahl der Einbrüche noch bei 132.

Die Polizei appelliert an Bürgerinnen und Bürger, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, um sich so gut wie möglich zu schützen. „Dazu gehören Dinge, wie das Haus nicht mit gekippten Fenstern zu verlassen und möglicherweise Sicherheitstechnik zu installieren“, rät Bringmann. Unter der Rufnummer (02 02) 2 84 18 01 (Bürgerinnen und Bürger können dort ihre Kontaktdaten mit einer Rückrufbitte hinterlassen) berät die Kriminalprävention der Polizei umfassend zu dem Thema und bietet gegebenenfalls auch Hausbesuche an.

Die Täter ließen sich laut Rafael Bringmann kaum pauschal kategorisieren – sowohl reisende Gruppierungen als auch Einzeltäter begingen Einbrüche. „Ein erhöhtes Risiko besteht in Ortschaften, die ein wenig außerhalb liegen und beispielsweise über eine gute Autobahnanbindung verfügen.“

Bei der Bekämpfung von Einbruchskriminalität setzt die Polizei außerdem auf sogenanntes „Predictive Policing“. So werden mit der Software SKALA (System für Kriminalitätsauswertung und Lageantizipation) etwa regelmäßig Daten des Landeskriminalamts ausgewertet, um Einbruchswahrscheinlichkeiten für bestimmte Örtlichkeiten im Stadtgebiet vorauszusagen und diese entsprechend zu bestreifen. Im vergangenen Jahr wurde das Programm in 26 Kreispolizeibehörden flächendeckend in Nordrhein-Westfalen eingeführt. Bringmann: „Wie erhoffen uns davon noch bessere Erfolge bei der Präventionsarbeit.“

Standpunkt von Kristin Dowe: Entwicklung einordnen

kristin.dowe@solinger-tageblatt.de

Auch wenn die gestiegenen Einbruchszahlen im Bergischen bedauerlich sind – Anlass für Alarmismus sollten sie nicht sein, liegt doch die Vermutung nahe, dass der Rückgang der Zahlen in den Pandemiejahren 2021 und 2020 zu einem großen Teil den Corona-Maßnahmen geschuldet war. Was nicht bedeutet, dass es während dieser Zeit keine Kriminalität gab – sie hatte sich nur vor allem in den digitalen Raum verlagert, wie etwa die vielen Betrugsversuche rund um die Corona-Soforthilfe gezeigt haben.

Nichtsdestotrotz bleibt die Bekämpfung der Einbruchskriminalität ein wesentliches Ziel der Polizei im Bergischen. Bürgerinnen und Bürger können dazu beitragen, indem sie ihre eigenen vier Wände so gut wie möglich gegen Eindringlinge schützen. Dazu bedarf es nicht einmal teurer Sicherheitstechnik – auch Nachbarschaftshilfe wie ein wachsamer Blick auf eine Wohnung während des Urlaubs oder das Leeren von Briefkästen kann Kriminelle abschrecken.

Die aktuelle Entwicklung sollte ernstgenommen, aber richtig eingeordnet werden.

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