ST vor Ort - die Stadtteilserie

Puppenmuseum, Stadtführungen und Co. - Widdert hat viel zu bieten

Seinen unterhaltsamen Stadtrundgang durch Widdert startet Axel Birkenbeul an der Loosen Maschinn. Foto: Moritz Alex
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Seinen unterhaltsamen Stadtrundgang durch Widdert startet Axel Birkenbeul an der Loosen Maschinn.

Die Ortschaft Widdert im Süden des Stadtteils Höhscheid verbindet Tradition und modernes Wohnen – das Puppenmuseum ist ein Geheimtipp mit Tradition.

Solingen. Flächenmäßig durchaus beachtlich, ist Widdert kein selbstständiger Solinger Stadtteil. Mit Blick auf Bezirksvertretung oder Postleitzahl ist er der größeren Schwester Höhscheid untergeordnet. Deshalb soll in unserer Stadtteilserie Widdert ein besonderes Augenmerk geschenkt werden. Idyllisch im Grünen gelegen, bietet sich Widdert für ausgiebige Spaziergänge an.

Wer dabei noch viel Wissenswertes und noch mehr unterhaltsame Anekdoten über Widdert erfahren möchte, der ist bei den Stadtteilführungen von Axel Birkenbeul genau richtig. „Dabei beschränke ich mich nur auf Obenwiddert, ganz Widdert wäre für die zweistündige Tour am Sonntagnachmittag zu groß“, verrät der ehemalige SPD-Bezirksbürgermeister der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid beim Start des Rundgangs an der Loosn Maschinn.

Über den Backsteinbau an der Börsenstraße gibt es dann auch gleich viel zu berichten. Gebaut von Namensgeber Ernst Loos, beherbergte das Haus eine Dampfmaschine, die die Schleifsteine unabhängig vom Wasser antrieb. „1890 wurde als eines der ersten Häuser dort eine Zentralheizung eingebaut“, so Birkenbeul. Der Spaziergang führt vorbei an bekannten Häusern, dem Blauen Kotten, der „Villa“ oder dem „Steinhaus“, das Loos 1866 mit Natursteinen aus dem Steinbruch gebaut hat.

Die Gebäude der ehemaligen Gaststätten Grah und Meis an der Börsenstraße sollen abgerissen werden. Auf das Gelände kommt, wie auch auf die gegenüber liegende Straßenseite, Wohnbebauung.

Die Widderter waren mal ein „Feier-Völkchen“

Eng verbunden mit Widdert ist der Ruf des Stadtteils als „Party-Meile“. „Wir waren mal ein Feier-Völkchen“, erinnert Axel Birkenbeul an die glorreichen Zeiten der Gaststätte Meis mit dem dahinter liegenden Victoriasaal, wo es von Tanzveranstaltungen bis zu Karnevalssitzungen alles gab. Alte Fotos hat der Stadtführer dabei, etwa von Haus Eickhorn mit Kaisersaal und Kaisergarten. „Dort habe ich 1958 meinen Abschlussball der Tanzschule Waluga erlebt“, erinnert er an frühere Zeiten. Bis in die 1950er Jahre fuhr auch die Straßenbahn noch nach Widdert.

Vorbei geht es auch an dem Wohnhaus von Änne Wagner an der Börsenstraße 123 a+b. Die bekannte Widderterin hat in dem Buch „Änne Wagner – gegen den Strom?“ ihre Lebenserinnerungen zusammengefasst. Auch zum Namen der Börsenstraße hat Axel Birkenbeul eine Geschichte parat, fand dort doch früher die Viehbörse des Ortes statt. Der Rundgang endet am Puppenmuseum.

Puppenmuseum öffnet am 1. September - Kleinod besteht seit 23 Jahren

Seit 23 Jahren betreibt Heide-Marie Lange ihr Puppen- und Bärenmuseum in ihrem Haus in Widdert. Archivfoto: Uli Preuss

Seit 33 Jahren stellt Heide-Marie Lange Puppen her, seit 23 Jahren betreibt sie ihr kleines Museum in Widdert. Jetzt kann sie nach langer pandemiebedingter Pause wieder Besucher empfangen. Geöffnet wir das Puppen- und Bärenmuseum am Mittwoch, 1. September, dann wieder regelmäßig an jedem ersten Mittwoch im Monat.

„Wir hatten bei der Flutkatastrophe großes Glück, dass kein Wasser ins Museum gekommen ist“, so Lange. Trotzdem hat sie über 30 Stunden Zeit in die Vorbereitung der Wiedereröffnung investiert. Seit 2020 hatte sie, den Regeln für Museen folgend, geschlossen. Jetzt dürfen Besucher unter den geltenden 3G-Bestimmungen wieder kommen.

Neben der Ausstellung und der Reparatur von Puppen und Bären hat sich die Künstlerin jetzt auch auf Malerei von Katzen in Nostalgiekleidung spezialisiert. Auch ein Buch über ihr Museum und seine vielen Ausstellungsobjekte ist in Arbeit.

Mittwoch, 1. September, 14 bis 17 Uhr, Rölscheider Straße 63. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. sith

Weitere Themen

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Themen: In der Stadtteilserie wird in dieser Woche noch die Situation von Obenrüdener, Balkhauser und Wipperkotten nach dem Wupper-Hochwasser beleuchtet. Alle Themen unter: www.solinger-tageblatt.de/vor-ort.

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