Historisches Foto

Welches Gebäude suchen wir heute?

Erkennen Sie das Gebäude?
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Erkennen Sie das Gebäude?

Das Rätselbild der vergangenen Woche zeigte die 1930 entstandene Siedlung am Weegerhof. Sie war absolut fortschrittlich und hatte mit dem Waschhaus ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Von Moritz Jonas

Solingen. Bei Birgit Berger ruft der Blick auf das historische Foto Erinnerungen an die alte Heimat hervor. In der vergangenen Woche suchten wir die Wohnsiedlung am Weegerhof, was auch ST-Leser Hubert Frisch erkannte. Berger erzählt, dass sie dort in den 60er Jahren gemeinsam mit ihren Eltern hingezogen sei – ehe sie 1974 dann nach Stuttgart zog.

Die Menschen tummeln sich entlang der Hermann-Meyer-Straße, anlässlich der 50-Jahr-Feier der Siedlung am Weegerhof.

Erbaut worden sei die Siedlung an der Hermann-Meyer-Straße zwischen 1927 und 1930 durch den Spar- und Bauverein, wie Norbert H. Posthum weiß. Der Komplex umfasste damals mehr als 180 Wohnhäuser und habe damit zu den größten Solinger Siedlungen der 20er Jahre gehört. Erworben worden sei das Arial seinerzeit für 99 000 Mark durch Hermann Meyer, der zu dieser Zeit auch Geschäftsführer des Spar-und Bauvereins war, fügt Regina Mengel hinzu. Aus diesem Grund sei er auch der Namensgeber für die auf dem historischen Foto zu sehende, Hermann-Meyer-Straße, sagt Elke Steinhaus.

Die Wohnungen verfügten über eigene Kühlschränke und Bäder

„Diese Siedlung hatte seinerzeit eine Vorbildfunktion“, sagt Posthum. Die Wohnungen hätten bereits damals über eigene Badezimmer verfügt. Auch sehr zur Freude von Birgit Berger, denn so hätte sie nicht mehr raus aufs Plumpsklo gemusst. Außerdem gab es in den Wohnungen bereits Kühlschränke. Diese seien noch mit angeliefertem Stangeneis gekühlt worden und nicht etwa mit Strom, sagt Posthum.

Heute ist hier kein Platz mehr für Tische und Sitzbänke. Heute dient der Mittelstreifen als zusätzliche Parkfläche, um die Stellplatz-Situation zu entspannen.

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal sei aber auch das separate Waschhaus in der Siedlung gewesen. Dort hätten die Mieter nach Terminvereinbarung die Möglichkeit gehabt ihre Wäsche reinigen zulassen und am Ende eines Tages schrankfertig abzuholen, weiß Posthum. „Widerspruch zwecklos. Die Häuser hatten keine Waschküchen, so das die Nutzung dieser Zentraleinheit alternativlos war“, so Posthum weiter.

2005 sei der Betrieb im Waschhaus allerdings eingestellt worden und damit das letzte seiner Art in Deutschland. Zwei Jahre später wurde die Einrichtung zum Museum umfunktioniert, so Mengel.

Aber nicht nur das Waschhaus ist eine echte Institution in der Siedlung. Auch das Restaurant Weegerhof ist bis heute stadtbekannt. Der Weegerhof habe bereits zwei Jahre vor der Fertigstellung der restlichen Siedlung eröffnet, wie Mengel berichtet. Finanziert worden sei das Ganze aus Privatmitteln. Heute werde das Lokal von Drago Musan und seiner Familie geleitet, ergänzt Mengel. Auch gefeiert werden konnte im Weegerhof. So wie auf unserem historischen Foto zu erkennen ist.

Anlässlich der 50-Jahr-Feier der Siedlung wurde das Weegerhof-Fest veranstaltet, wie Angelika Kirstein richtig erkannte. Auch Erika Dunemann erinnert sich noch an die Feierlichkeiten. „Es handelt sich bei dem Bild um das Fest ,50 Jahre Siedlung Weegerhof‘ – zwei Tage haben die Bewohner mit ihren Verwandten und Freunden gefeiert“. Eine Bewohnerin war Rita Flocke. „Der ehemalige Sport-Ring Solingen-Höhscheid hatte dort einen Stand. Das war sehr schön, man traf viele Bekannte und Freunde“.

Auch in der jüngeren Geschichte entwickelt sich der Komplex weiter. 2006 wurde die Siedlung zuletzt generalsaniert. Außerdem, sagt Edeltraut Krüger, habe sie dort erst kürzlich eine alte Telefonzelle, im Auftrag des Spar-und Bauvereins, zu einem öffentlichen Bücherschrank umfunktioniert.

Das neue Rätselbild

Erkennen Sie, was wir heute als historisches Foto suchen? Was verbinden Sie mit dem Motiv? Welche Erinnerungen haben Sie? Senden Sie Ihre Antworten und Geschichten doch bitte bis kommenden Mittwoch, 31. März, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an das Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail: redaktion@solinger-tageblatt.de

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