Advent

Weihnachtshäuser in der Energiekrise

Es funkelt immer noch an allen Ecken an Stefan Giers Haus im Friedrichstal – allerdings mit deutlich weniger LEDs.
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Es funkelt immer noch an allen Ecken an Stefan Giers Haus im Friedrichstal – allerdings mit deutlich weniger LEDs.

Die Familien Gier und Broch reduzieren die Lichterzahl und die Leuchtzeit – andere schalten ganz ab.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. In der Adventszeit werden die Solinger sich auf weniger illuminierte Gärten und Häuser einstellen müssen als in den vergangenen Jahren. Die Energiekrise lässt scharf rechnen – und die Menge des beleuchteten Dekoschmucks deutlich weniger werden.

Zwar werden wohl auch weiterhin von weitem sichtbare Rentiere, Weihnachtsmänner auf Schlitten oder Sterne die abendliche Finsternis etwas erhellen, aber längst nicht mehr in der großen Zahl, wie es in den Jahren zuvor war.

„Wir beschränken uns diesmal aus Kostengründen auf den Garten.“Martin Broch

So haben zum Beispiel im Friedrichstal Stefan und Heike Gier – die ihr Zuhause seit 13 Jahren mit immer weiterer Deko zu einem regelrechten „Weihnachtshaus“ haben werden lassen – statt der sonst montierten 20 000 LED-Lichtern nur etwa 4000 verbaut. „Die meisten Lichterketten bleiben leider diesmal im Keller, es sind nur 25 im Einsatz“, sagt Stefan Gier, der auch dieses Jahr vier Wochen gebraucht hat, um den Vorgarten, den Zaun, das Vordach und die Fenster des Familienhauses vorweihnachtlich zu schmücken. „Auch wenn die Beleuchtung reduziert ist, so bekommen die Passanten viel Schönes zu sehen“, sagt er und verweist zum Beispiel auf den „Nordpol“, auf dem sich LED-Pinguine tummeln, Schneemänner auf Skiern einen selbstgebastelten Hang hinuntergleiten oder den „Wald“, wo Häschen, Eulen oder Mäuse dezent vor sich hin leuchten.

Es funkelt immer noch an allen Ecken an Stefan Giers Haus im Friedrichstal – allerdings mit deutlich weniger LEDs.

Reduziert werde diesmal nicht nur die Zahl der Lämpchen, sondern auch die Brenndauer. „Statt wie sonst, direkt nach Totensonntag anzufangen, geht’s erst 27. November, zum 1. Advent los und Schluss ist konsequent am 2. Januar, dann bauen wir ab.“ Der Aufbau ginge schneller als der Aufbau. Allerdings müssten alle 80 Meter Kabel, die 36 Mehrfachstecker und natürlich auch die Figuren selbst erst einmal ordentlich durchtrocknen, bevor sie in Keller und Garage auf den nächsten Einsatz warteten.

„In dieser Zeit ist es das falsche Signal.“

Daniel Peters

Auch Familie Broch an der Remscheider Straße spart in diesem Jahr an Leuchtmitteln. Haus und Zaun blieben in diesem Jahr dunkel, sagt Martin Broch, der mit seiner Familie – zur Begeisterung der Kinder – in den letzten Jahren in eine regelrechte Sammelleidenschaft an weihnachtlicher Deko geraten war. „Diesmal beschränken wir uns aus Kostengründen auf den Garten“, sagt er. Ein „Gar nichts“ wäre allerdings nicht in Frage gekommen. „Die Zeiten sind sowieso so trist und oft bedrückend, da kann man doch nicht auch noch alles dunkel lassen in der Adventszeit.“

Weihnachtshaus in Solingen

Weihnachtshaus in Solingen
Weihnachtshaus in Solingen © Christian Beier
Weihnachtshaus in Solingen
Weihnachtshaus in Solingen © Chriszian Beier
Weihnachtshaus in Solingen
Weihnachtshaus in Solingen © Chriszian Beier
Weihnachtshaus in Solingen
Weihnachtshaus in Solingen © Chriszian Beier
Weihnachtshaus in Solingen
Weihnachtshaus in Solingen © Chriszian Beier
Weihnachtshaus in Solingen
Weihnachtshaus in Solingen © Christian Beier
Weihnachtshaus in Solingen
Weihnachtshaus in Solingen © Chriszian Beier
Weihnachtshaus in Solingen
Weihnachtshaus in Solingen © Chriszian Beier
Weihnachtshaus in Solingen
Weihnachtshaus in Solingen © Chriszian Beier
Weihnachtshaus in Solingen
Weihnachtshaus in Solingen © Chriszian Beier
Weihnachtshaus in Solingen
Weihnachtshaus in Solingen © Chriszian Beier
Weihnachtshaus in Solingen
Weihnachtshaus in Solingen © Chriszian Beier

Haus und Garten sind längst ein wahres Mekka für staunende Besucher geworden. So viele kamen jedes Jahr, um beleuchtete Schlitten, Geschenk-Päckchen oder Zuckerstangen zu bestaunen, dass Martin Broch mit einer Spendendose Geld für das Kinderhospiz gesammelt hat. In diesem Jahr fällt der Startschuss mit dem 1. Advent. „In früheren Jahren habe ich anderthalb bis zwei Monate vorher begonnen, die Sachen zu montieren und die Leitungen zu verlegen, sonst hätte das bis zum Totensonntag nicht geklappt“, sagt er. Auch er beendet die Illumination am 2. Januar. Und auch er stellt die Zeitschaltuhren dieses Jahr auf deutliche kürzere Zeitspannen ein: Um 22 Uhr gehen sowohl an der Remscheider Straße als auch im Friedrichstal die Lichter aus, nachdem sie ab 17 Uhr – sonst 16 Uhr – eingeschaltet waren.

Es funkelt immer noch an allen Ecken an Stefan Giers Haus im Friedrichstal – allerdings mit deutlich weniger LEDs.

Daniel Peters, der jahrelang an der Landwehrstraße mit seinem Zuhause Blicke auf sich zog, verzichtet in diesem Jahr ganz darauf. „Nach Corona jetzt die satte Energiekrise ist für uns nicht der Moment, das wieder anzufangen“, sagt er, der früher sogar einen Würstchen – und Glühweinstand inmitten des erleuchteten „Christmas-Landes“ betrieben hatte. Allerdings seien es nicht nur die zu befürchtenden Kosten, sondern das, aus seiner Sicht, falsche Signal, das man damit setze. „Vielleicht würden wir dann hier von radikalen Klimaaktivisten aufgesucht, das möchte ich vermeiden“, sagt er.

Lesen Sie auch: Blackout - So bereitet sich die Stadt auf den Ernstfall vor

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