Keine Kulturveranstaltungen

Pina-Bausch-Saal: Wasserschaden stellt Programm auf den Kopf

An dieser Stelle nahm der Wasserschaden seinen Ursprung, erklärt der Technische Leiter Dirk Beck.
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An dieser Stelle nahm der Wasserschaden seinen Ursprung, erklärt der Technische Leiter Dirk Beck.

Im Pina-Bausch-Saal können einstweilen keine Kulturveranstaltungen stattfinden.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Als ob es für die Solinger Kultur nicht bereits genug Hiobsbotschaften gegeben hätte. Die Corona-Pandemie macht der Szene zu schaffen. Während der Lockdowns konnten keine Veranstaltungen stattfinden. Zuletzt gab es immer wieder Absagen, weil Künstlerinnen und Künstler erkrankten oder Veranstalter Termine aus wirtschaftlichen Erwägungen stornierten. Nun muss das Theater und Konzerthaus an der Konrad-Adenauer-Straße auch noch mit einem Wasserschaden klarkommen. Das Veranstaltungsprogramm gerät dadurch durcheinander.

„Wir bemühen uns, so viel wie möglich in andere Räume zu verlegen“, sagt Sonja Baumhauer. Nach dem anfänglichen Schock hat die Leiterin des Kulturmanagements mit ihrem Team schnell mit der Problemlösung begonnen. „Beispielsweise kann das Karnevalskonzerts am 26. Februar ohne Abstriche im großen Konzertsaal stattfinden.“

Für Produktionen wie etwa „Aladin – das Musical“ ist das jedoch keine Option. „Im Konzertsaal gibt es eben keine Theaterbühne.“ Diese Veranstaltung fällt endgültig aus dem Spielplan – als Tourneetheater mit Verpflichtungen in anderen Städten konnte das Theater Liberi keinen Ausweichtermin anbieten. Für „Der Trafikant“ nach Robert Seethaler wurde dagegen eine Alternative gefunden: Die Veranstaltung findet am 15. Februar in der Cobra statt.

Im Pina-Bausch-Saal sind derzeit dagegen mehrere leistungsstarke Bautrockner im Einsatz. Die Verantwortlichen hoffen, dass bis Ende des Monats alles wieder trocken ist, möglicherweise nehme der Prozess allerdings mehr Zeit in Anspruch. „Es kann niemand seriös ein Datum nennen, bis die Feuchtigkeit restlos getilgt ist“, sagt Baumhauer.

So ist der Wasserschaden im Pina-Bausch-Saal entstanden

Entstanden ist der Schaden während eines wöchentlich üblichen Testlaufs des Notstromaggregats bei Brandalarm. Durch den Wasserdruck von zwölf Bar hat sich offenbar die Verbindungsstelle zweier miteinander verpresster Kupferrohre eines Wandhydranten im hinteren Bühnenbereich geöffnet. Aus einer etwa acht Zentimeter großen Öffnung strömte fast fünf Minuten lang das Wasser über den Bühnenboden in den Orchestergraben und durch die Zwischendecke auch in die Kellerräume, wo sich unter anderem Werkstätten und Aufenthaltsräume befinden.

Der Technische Leiter Dirk Beck.

Glücklicherweise scheint die Stabilität des Bühnenbodens ebenso wenig betroffen zu sein wie die dort befindlichen elektrischen Anschlüsse. Aktuell werden die Bedienpulte und Schaltschränke der Bühnenmaschinerie geprüft. „Da wissen wir noch nicht endgültig, ob wir da glimpflich davongekommen sind“, sagt Baumhauer. Bemerkt wurde der Vorfall, da die Brandmeldeanlage wegen eines vom Wasser verursachten Kurzschlusses auslöste.

„Wir waren mitten in den Vorbereitungen für die Hochzeitsmesse Hera, so dass wir schnell handeln konnten und auch die Feuerwehr war flott vor Ort“, erzählt Sonja Baumhauer. „Gottlob konnte die Messe dennoch stattfinden wie vorgesehen. Der Schaden beschränkt sich auf den Pina- Bausch-Saal.“

Nun bittet die Kulturmanagerin ihr Publikum, sich über die ständig aktualisierte Website des Theaters über den jüngsten Stand der Dinge zu informieren. Dort ist aufgeführt, ob und welche Veranstaltung wo stattfindet – und auch wie man beispielsweise gekaufte Tickets ersetzt bekommt.

www.theater-solingen.de

Hintergrund

Es ist nicht der erste Wasserschaden im Pina-Bausch-Saal des Theater und Konzerthauses. 2013 gab es schon einmal einen Vorfall, allerdings ganz anderer Ursache: Damals war die Sprinkler-Anlage defekt und hatte auch den Zuschauerraum unter Wasser gesetzt.

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