Mit dem ST wandern

Diese Wanderung führt vorbei an Wäldern, Feldern und einem Wasserschloss

Das Wasserschloss Hackhausen liegt auf der heutigen Wanderroute.
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Zwei Stunden unterwegs von Aufderhöhe, durchs Josefstal zum Hackhauser Busch. Mit Tipps zum Einkehren.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Natur pur, rauschende Wälder, Felder und murmelnde Bäche, ein Wasserschloss und eine Reihe interessanter Schauplätze hält eine Rundwanderung zwischen der Ortsmitte von Aufderhöhe und dem Hackhauser Busch bereit.

Wir starten vom Busbahnhof Aufderhöhe. Direkt daran grenzt der heute als Taverne Katogi betriebene Bergische Hof. Um 1840 errichtet, lag das Gasthaus am sogenannten Rheinweg, der Solingen ab 1754 mit dem Rheinhafen in Hitdorf verband. Um 1870 erweiterte der damalige Besitzer Ferdinand Hinrichs – nach einem Lotteriegewinn – das Haus nach hinten um einen großen Festsaal. Dieser wurde seither gerne von örtlichen Vereinen und Chören genutzt. Schräg gegenüber kündet das Landgasthaus zur Post noch heute von der Postkutschenlinie zwischen Solingen und Langenfeld, die bis 1905 in Betrieb war. Wir folgen der Nussbaumstraße, bis links die Straße Höher Heide abzweigt. Dieser folgen wir bis zum links abzweigenden Waldweg. Dann geht es am Burbach entlang, bachabwärts durch das Josefstal. Wir bewegen uns durch einen Mischwald mit alten Eichen und Buchen, Ahorn, Holunder, Kiefern und anderen Bäumen. Rechts hinter dem Zaun taucht bald das Gelände des früheren Freibads Josefstal auf. Ursprünglich befand sich dort der Kesselsweiher, der bereits vor 1900 zum Baden genutzt wurde.

Die Hofschaft Wiefeldick in Aufderhöhe.

Von 1923 bis 1925 dann legte der Arbeiter-Schwimmverein der „Badegenossenschaft Erholung“ vor Ort ein großes Freibad an. Da dieses in Arbeiterhand war, hieß es im Volksmund „das Rote Meer“. 1933 übernahmen NS-Organisationen die von ihnen nun als „Horst-Wessel-Bad“ bezeichnete Anlage. Ab 1935 unterhielt die Stadt Solingen das Bad. Nach dem Krieg, im Mai 1947 wiedereröffnet, verzeichnete es am 1. Juni einen absoluten Besucherrekord von 5500 Badelustigen. Die letzte Badesaison war im Sommer 1990. Seither setzt sich ein Förderverein für die Reaktivierung der Fläche als Freizeitpark ein.

Rokokoschlösschen zeigtAnklänge an bergische Bauart

Hinter den Gebäuden geht es rechts weiter durch einen kleinen Wald, bis sich eine Wiese öffnet. Vor der Eisenbahnunterführung folgen wir rechtsum der Straße Höher Heide. Es geht leicht bergan, an den Bahngleisen entlang. Oben bei einer Sitzbank zweigt links ein Wanderweg ab. Er mündet in die Nussbaumstraße. Wir durchqueren die Unterführung, gehen rechts dahinter den Pfad hinauf. Links im Gelände entspringt der Tränkebach. Von ihm erhielt das einstige an der Bonner Straße gelegene Freibad Tränke seinen Namen. Wir biegen nach links und gehen geradeaus durch den jüngeren Wald, auf ein Kornfeld zu. Rechtsum geht es jetzt am Feldrand entlang. An der Wegkreuzung folgen wir weiter dem Feldrand, dann geht es rechts in den Wald. Wir überqueren die Straße Bodlenberg, folgen dem Wanderweg gleich gegenüber durch einen jungen Buchenwald. Nach der Wegbiegung überqueren wir den Börkhauser Bach über Steine oder mit einem beherzten Sprung und gehen dann linkerhand weiter, bald am Rand einer weitläufigen Wiese entlang.

Schließlich führt ein langgestreckter Feldweg auf die Ortslage Hackhausen und das Wasserschloss Hackhausen zu. Errichtet wurde das von einem Teich und Wirtschaftsgebäuden umgebene Schloss im Jahr 1772 durch den Freiherrn von Bottlenberg-Kessel. Dieser war damals auch im Besitz von Schloss Caspersbroich an der Itter. Das vom Viehbach umflossene, zweistöckige Rokokoschlösschen zeigt Anklänge an die bergische Bauart. 1887 wurden das Schloss, angrenzende Bauten, darunter eine aus dem 17. Jahrhundert stammende Mühle, durch Brandstiftung großteils zerstört. Nachdem man das Untergeschoss gleich wieder herrichtete, ließ Kaufmann August von Recklinghausen das Bauwerk 1907 in seiner ursprünglichen Form von 1772 rekonstruieren.

Wir folgen – das Schloss zur Linken – dem Klingenpfad, der von der Wegkreuzung vor dem Schieferhaus Hackhausen 9 wie eine Allee zwischen Viehbach und Wiese verläuft. Dann geht es nach rechts, noch einmal nach rechts, stetig am Rand der Wiese entlang. Wir folgen dem Hauptweg. Links, etwas zurückgesetzt, sehen wir bald zwischen Bäumen eine kleine Wallfahrtsstätte mit einer Marienstatue. Wir gehen weiter geradeaus – links liegt die Siedlung am Buchweizenberg. Am Ende führt der Weg linksum in die Siedlung, die wir über die Kiefernstraße durchqueren. Ein Alternativweg durchs Grüne – an den Bahngleisen entlang – ist oft von Brennnesseln zugewachsen. Wir kommen zum Bussche-Kessel-Weg, biegen nach rechts, unterqueren den Tunnel. Noch vor der lauten Straßenkreuzung An der Gemarke zweigt rechts ein unscheinbarer kleiner Pfad ab, dem wir stetig geradeaus folgen. Ist der Pfad zugewachsen und nicht passierbar, folgen wir der Straße an der Gemarke rechts nach der Kreuzung bis zum zweiten Kreisverkehr. Von dort geht es rechtsum in die Straße Wiefeldick.

Vor dem Hagedornweg lohnt ein Abstecher nach links in die alte Fachwerkhofschaft Wiefeldick. Der Ursprungshof wird erstmals im Jahr 1486 aktenkundig. Der Name Wiefel geht wohl auf Käfer – „Wibel“ – zurück. So bedeutet der Ortsname „Käfer an einem Teich“, „Wasserkäfer“. Als „Webeldick“ ist der Hof 1715 in der Karte des Amtes Solingen eingezeichnet. 1749 zeigt sich das „Stammguth mit Schleiffkothen“ durch eine Erbschaft in drei gleiche Parzellen aufgeteilt. 150 Jahre später ist dann eine relativ große Ortschaft „Wiefeldick“ auf einer Karte eingetragen. Heute stellt der Ort ein modernes Wohngebiet dar, in dem sich einzelne alte Fachwerkhäuser befinden.

Wir folgen dem Hagedornweg. Hinter den letzten Häusern vor der Rechtskurve geht es links auf einen kleinen Pfad und nach einigen Windungen zwischen Feldern einher. Unten treffen wir auf einen in einem kleinen Wald versteckt liegenden Weiher. Daran vorbei gelangen wir zur Straße Pohligshof, halten uns links und kommen an einer Hausruine vorbei zur Uhlandstraße. Wir folgen ihr kurz linksum, gelangen dann rechts über Gröditzberg zum Goldberger Weg und über diesen rechtsum zur Nussbaumstraße und zurück zum Ausgangspunkt.

Tour 53: Von Aufderhöhe zum Hackhauser Busch

Länge: 7,3 Kilometer

Dauer: ca. zwei Stunden

Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittelschwer, auch für Kinder geeignet.

Ausrüstungstipp: festes Schuhwerk für Waldpartien

GPX-Daten für diese Wanderung

Einkehren: Am Ende der der Tour bietet sich der Bergische Hof Taverne Katogi an. Das Restaurant liegt gleich neben dem Busbahnhof an der Aufderhöher Straße 132,
Tel. 23 06 88 00, www.bergischerhof-solingen.de

Schräg gegenüber befindet sich das Landgasthaus zur Post an der Aufderhöher Straße 128, Tel. 26 50 05 441.

An der Aufderhöher Straße 116 lädt auch die Pizzeria Mille Gusti zu einem Besuch ein, Tel. 12 38 33 523.

Alle Folgen unserer Wanderserie finden Sie hier

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