Get-Down-Festival

Waldmeister holt Hip-Hop aus der Schmuddelecke

Genesis Terrero (l.) und Vincent Nickel waren die beiden Initiatoren der Veranstaltung Get-Down-Festival im Waldmeister. Dabei stand die Hip-Hop-Kultur im Mittelpunkt.
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Genesis Terrero (l.) und Vincent Nickel waren die beiden Initiatoren der Veranstaltung Get-Down-Festival im Waldmeister. Dabei stand die Hip-Hop-Kultur im Mittelpunkt.

Das Get-Down-Festival bringt die aktuellen Ausprägungen der umfassenden Kultur nach Solingen.

Von Paul Reis

Solingen. Am Samstagabend wurde im Waldmeister mit dem Get-Down-Festival der Grundstein für eine neue Hip-Hop-Kultur in Solingen gelegt. Gekommen waren nicht nur Rapper, DJs und Musikproduzenten aus der Umgebung, sondern es waren Künstler aus der gesamten Bundesrepublik angereist, um zusammen ein einzigartiges Musikfestival mit rund 100 Zuschauern zu feiern.

Organisiert wurde das Ganze von den Solingern Genesis Terrero und Vincent Nickel. „Jeder Solinger kennt das: Man meckert viel über die Stadt, weil hier halt sehr wenig abgeht. Und Genesis und ich lieben die Hip-Hop-Kultur und wir haben uns gedacht, das fehlt hier einfach noch“, erklärt Vincent Nickel.

Das Get-Down-Festival soll dabei nur der erste Schritt sein, um Hip-Hop auch in Solingen salonfähig zu machen. „Die Hip-Hop-Kultur ist vor allem in den sozialen Brennpunkten entstanden“, erklärt Genesis. „Hip-Hop ist eine Pause vom Alltag und von dem, was einen immer stresst. Aber eigentlich ist die Kernessenz das Zusammenkommen von Leuten, die einen schwierigen Alltag haben und diesem Alltag für einen Moment entfliehen möchten.“

Und genau auf diesem Grundgedanken basiert das Get-Down-Festival. Viele verschiedene Künstler sind zusammengekommen, um gemeinsam ihre Kunst zu feiern. So reiste beispielsweise die Rapperin AnelieMXA extra aus Potsdam an. Für sie ist es eine der seltenen Gelegenheiten, ihre Musik live zu performen: „Ich zittere immer ein bisschen vor Auftritten, aber an sich freue ich mich, meine Musik live performen zu können, weil live bringe ich das immer ein bisschen anders rüber.“

Doch auch andere Musiker freuen sich über die Möglichkeiten, die das Festival ihnen bietet: „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, der Szene eine Plattform zu bieten und unbekannten Künstlern mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen“, meint etwa der Düsseldorfer Rapper Asolo.

Dass besonders die deutsche Rap-Szene nicht den allerbesten Ruf in der Gesellschaft hat, ist allen Beteiligten bewusst. Doch der Aachener Shakeef ist überzeugt, dass das Get-Down-Festival dabei helfen kann, die Vorurteile abzubauen: „Es ist wichtig, dass die Leute sehen, dass Hip-Hop mehr ist, als das, was man so im Allgemeinen mitbekommt, dass es mehr ist als Texte, die darüber gehen, dass irgendwelche Familienmitglieder beleidigt werden. Ich glaube, die Artists werden zeigen, dass es definitiv mehr ist, als das, was das Klischee nach außen porträtiert.“

Dar Abend im Waldmeister bot auch einen „Battle-Rap“

Der Verlauf des Abends sollte ihm recht geben. Alle Künstler haben ihren ganz eigenen Stil gezeigt und auch wenn sie sich teilweise stark unterschieden, haben sie trotzdem als große Gemeinschaft zusammengefeiert.

Besonders deutlich wurde das im sogenannten „Battle-Rap“, bei dem zwei Rapper gegeneinander auf der Bühne antreten. Doch egal, wie hart sie sich dort auch duellierten, am Ende haben sie sich immer abgeklatscht und gemeinsam gelacht. Schließlich ist es genau das, worum es beim Hip-Hop geht.

Lesen Sie auch: Der Etat für Kulturevents ist überall ausbaufähig

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