Stadt prüft noch Bewerbungen

Walder sorgen sich um den Wochenmarkt

Die SPD sieht den Walder Wochenmarkt in Gefahr. Das Foto zeigt die Stände im März, als noch keine Maskenpflicht galt. Archivfoto: Christian Beier
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Die SPD sieht den Walder Wochenmarkt in Gefahr. Das Foto zeigt die Stände im März, als noch keine Maskenpflicht galt.

Bezirksvertreter wollen über den Stand der Neuvergabe informiert werden.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Wie geht es mit dem Walder Wochenmarkt weiter? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Mitglieder der Bezirksvertretung bei ihrer Sitzung am Montag. Weil das Gremium sich bereits im November konstituiert und Bezirksbürgermeisterin Birgit Zeier (SPD) wiedergewählt hatte, fand die Sitzung als Videokonferenz statt. Den Wochenmarkt hatte die SPD auf die Tagesordnung setzen lassen: „Wir sind etwas besorgt. Nachdem der Wochenmarkt in private Hände abgegeben wurde, hat er sich nicht so toll entwickelt, wie wir das erwartet haben“, erklärte Ingo Schloßmacher, Sprecher der SPD-Fraktion.

Die Solinger Wochenmärkte werden von der gleichnamigen Unternehmensgesellschaft betrieben, die Solinger Markthändler gegründet haben. Gegen diese Vergabe klagte ein bundesweit tätiger Betreiber vor Gericht. Deshalb wurden die Wochenmärkte in Mitte, Ohligs und Wald in diesem Jahr im Paket deutschlandweit neu ausgeschrieben. Wegen der Corona-Pandemie verzögerte sich die Vergabe mehrfach. Es seien mehrere Bewerbungen eingegangen, die sorgfältig geprüft würden, erklärte Stadtsprecherin Birgit Wenning auf Anfrage. „Wir sind derzeit bei der Auswertung.“

In der Sitzung der Bezirksvertretung Wald äußerte sich Markthändler Udo Laufs. Er ist einer der Kritiker der Solinger Wochenmärkte UG. „In Wald sind immer mehr Händler gegangen“, sagte Laufs, der dafür die aktuellen Betreiber verantwortlich macht. SPD-Vertreterin Petra Hinkel erinnerte an eine Mikrofonanlage, für die die UG einst einen Zuschuss von der Bezirksvertretung erhalten habe. Die für Veranstaltungen gedachte Anlage sei kaum benutzt worden. „Da wurden Dinge avisiert, die nicht eingetreten sind.“

Angesichts des noch offenen Verfahrens beschlossen die Bezirksvertreter einstimmig, dass sie informiert werden wollen, bevor die Stadt den Wochenmarkt neu vergibt.

Um die wirtschaftliche Situation einer Walder Kulturinstitution ging es beim nächsten Tagesordnungspunkt. Auf Einladung von Grünen und SPD nahmen zwei Vertreter des Vereins Waldmeister an der Videositzung teil. Der Waldmeister im ehemaligen Walder Bahnhof an der Holbeinstraße versteht sich als „kulturelles Selbstversorgungsamt“.

„Wir sind ein freies Kulturzentrum. Alle Vereinsmitglieder können Veranstaltungen umsonst besuchen und ein eigenes Programm durchführen“, erklärte Vorstandsmitglied Lina Holzrichter. Dem Verein gehe es trotz der Corona-Pandemie und der derzeitigen Schließung „noch ganz gut. Wir kämpfen noch nicht um unsere Existenz“.

Durch die Beiträge – rund 250 Mitglieder gebe es derzeit – sei der Verein in einer halbwegs glücklichen Lage, ergänzte Alexander Lange vom Vorstand. „Wir haben viele Spenden und Überbrückungshilfen bekommen.“ Lediglich einzelne Mitglieder habe der Waldmeister verloren.

„Die Unsicherheit bei der Planung macht vielen zu schaffen.“
Lina Holzrichter, Verein Waldmeister

„Die Planungsunsicherheit im Kulturbetrieb macht vielen zu schaffen“, sagte Lina Holzrichter. 2021 hofft der Walder Verein, wieder Veranstaltungen anbieten zu können. Helfen soll dabei eine Kooperation mit dem Kulturzentrum Cobra in Merscheid. „Die haben ein tolles Hygienekonzept“, berichtete Holzrichter. Große Konzerte könne der Verein deshalb an der Merscheider Straße ausrichten.

Weitere Kooperationen gibt es laut Holzrichter mit dem Cow Club und dem Institut für Do-it-yourself-Kultur, zwei Vereinen, die ebenfalls Konzerte und andere Veranstaltungen organisieren.

Nachrichten aus der BV

Vereidigung: Zwei Bezirksvertreter wurden am Montag noch vereidigt, da sie bei der konstituierenden Sitzung im November nicht anwesend waren: Bernd Kaufel (SPD) und Marcel Barby (AfD).

Leerstand: Die CDU hatte eine Anfrage zum Thema Leerstände gestellt. So gebe es einen neuen Leerstand an der Stresemannstraße, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Müller. Ein weiterer Händler schließe Ende des Jahres. Die Stadt Solingen plane mit dem Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK), das vom Land gefördert wird, Maßnahmen zur Leerstandsreduzierung in Wald, heißt es aus dem Rathaus.

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