ST vor Ort

Walder Kirche wird noch mehr zum Mittelpunkt

Die Walder Kirche soll noch mehr gesellschaftlicher Treffpunkt im Stadtteil werden. Archivfoto: Christian Beier
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Die Walder Kirche soll noch mehr gesellschaftlicher Treffpunkt im Stadtteil werden.

Gemeindezentren in der Fuhr, am Weyer und an der Corinthstraße werden nicht mehr kirchlich genutzt

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Noch sind die aufgegeben „Satelliten“- Standorte der evangelischen Kirchengemeinde Wald nicht veräußert. „Wir gehen da sensibel vor“, betont Stefan Ziegenbalg, Walder Pfarrer und Vorsitzender des Presbyteriums. „Egal, was dort künftig sein wird, wir möchten, dass es etwas ist, dass den jeweiligen Stadtteil stärkt, beziehungsweise unsere Idee von Gemeinde im gesellschaftlichen Sinne weiterführt.“ Die Gemeindezentren Fuhr und Sternstraße sollen „in keinem Falle“ einem Investor Gewinne bringen, spitzt er bewusst zu. Das gelte auch für das Gemeindehaus an der Corinthstraße, das ebenfalls verkauft werden soll.

„Die Entwicklung der evangelischen Kirche hat uns in der jüngsten Zeit noch mal extra intensiv nachdenken lassen, da haben wir die Immobilien- Angelegenheit zunächst zurückgestellt.“ Die Walder Kirche soll künftig noch mehr als zuvor Mittelpunkt der evangelischen Gemeinde Wald sein. Dabei gehe es bei Weitem nicht nur darum, dort Gottesdienste abzuhalten und geistliches Kern-Gemeindeleben stattfinden zu lassen, sagt Pfarrer Stefan Ziegenbalg im Pressegespräch als Vorsitzender des Presbyteriums. „Wir wollen uns noch mehr öffnen, Begegnungsstätte und Treffpunkt sein, gesellschaftliches und kulturelles Leben noch mehr aktivieren.“

Pfarrer Stefan Ziegenbalg hofft auf ein Ende der Kontaktbeschränkungen.

Damit nennt Ziegenbalg einen Aspekt des künftigen Dreiklangs der Gemeinde, die sich damit dem allgemeinen Trend der weniger werdenden aktiven Christen als Mitglied oder als Pfarrer beziehungsweise Pfarrerin stellen will. „Wir haben uns intern intensiv mit der Frage nach unseren Stärken befasst, um damit ein authentisches Profil zu schärfen“, sagt Ziegenbalg. „Deshalb werden wir auch künftig intensiv auf sozialdiakonische Arbeit setzen.“

Dass das 2015 im Zuge der großen Flüchtlingswelle in der Fußgängerzone eingerichtete Büro in einem ehemaligen Ladenlokal nun aufgegeben werde, sei kein Widerspruch. „Ganz nüchtern betrachtet, ist die Miete für diese Raum-Kombi dort sehr hoch. Das war für den damaligen riesigen Ansturm in der Kosten-Nutzen-Abwägung richtig, für das heutige ruhigere Fahrwasser aber nicht mehr“, erläutert er. „Wo wir die Alternative einrichten werden, ist noch nicht ganz geklärt, aber Seminar oder Kurse könnten zum Beispiel in dem Raum über dem Kirchencafé gehalten werden und einen angemessen Beratungs- und Gesprächsplatz finden wir noch.“

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Sozialdiakonische Arbeit beschränke sich natürlich nicht nur auf die Hilfestellungen für hierher geflüchtete Menschen, sondern umfasse viel mehr, etwa die kostenlose Essensausgabe an bedürftige Personen. Die laufe leider seit Beginn der Pandemie nur noch „to go“, der weitere Sinn dieses Angebots, Gemeinschaft zu erleben, sei einstweilen auf Eis gelegt.

„Wir möchten Halt und Stärke für die Jugend sein.“

Stefan Ziegenbalg Pfarrer evangelische Gemeinde

Der letzte Ton des zitierten Dreiklangs ist der konsequente Umbau des Standortes Mangenberg zu einer „Jugendkirche“, wobei Umbau, zumindest was die Gestaltung der Innenräume angeht, wörtlich zu nehmen ist: Hier sei in der jüngeren Zeit ein echter Jugendtreff entstanden, zum Beispiel mit Sesseln statt der starren Kirchenbänke, sagt Ziegenbalg. Eine Küche vor Ort ermögliche gemütliches Beisammensein mit gemeinsam zubereiteten Mahlzeiten. „Wir möchten Halt und Stärke für die Jugend sein, weg von starren Formen und noch mehr hin zu echter Lebensbegleitung.“

Er hofft sehr, dass die heranziehende Delta-Variante dennoch ein baldiges Ende der Pandemie und der mit ihr einhergehenden Kontaktbeschränkungen möglich macht. Ein Gemeindeleben nur via Videokonferenzen sei nicht möglich, es fehle bei persönlichen Kontakten an allen Ecken und Enden. „Gerade auch die Konfirmanden haben sehr gelitten.“

Die Serie

Auch in diesem Sommer nimmt das ST die Solinger Stadtteile genauer in den Blick. In dieser Woche geht es noch um Walder Themen wie den Verein Waldmeister, das Fitnessstudio des WMTV und das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept.

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