Stadtteilentwicklung

Bürger klagen: In Wald passiert nichts

Der Spielplatz Opferfelder Straße soll aufwertet werden. Die Planung steht noch aus. Foto: Christian Beier
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Der Spielplatz Opferfelder Straße soll aufwertet werden. Die Planung steht noch aus.

Die Bezirksvertretung kritisiert, dass es immer noch kein Stadtteilmanagement gibt.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Der Frust in Wald ist groß. Grund: das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK). Die Walder kritisieren, dass bei ihnen nichts passiere, während es in den anderen Stadtteilen, vor allem in Ohligs und in Mitte, vorangehe. „Wir sind sauer“, brachte es die sonst so verbindliche Bezirksbürgermeisterin Birgit Zeier (SPD) auf den Punkt. In der Sitzung am Montag machten nicht nur die Bezirksvertreter ihrem Unmut Luft. In der Fragestunde kam auch Kritik von zwei Bürgern: „Ich sehe kein Vorankommen und höre nichts vom Stadtteilmanager“, sagte ein Walder. Um besser informiert zu werden, wollen die Fraktionen nun regelmäßige Treffen mit den Stadtplanern.

Für sieben ISEK-Maßnahmen in Wald hatte NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) im Sommer 2021 die Bewilligung überreicht. 787.000 Euro sollten demnach allein im vergangenen Jahr in den Stadtteil fließen – unter anderem für die Einsetzung eines Stadtteilmanagers, die Aufwertung von zwei Spielplätzen und die Rahmenplanung für das Grossmann-Gelände. „Das ist Monate her. Wir wollen wissen, was daraus geworden ist“, forderte der stellvertretende Bezirksbürgermeister Michael Klaas (CDU). „Es wurde viel versprochen, aber passiert ist nichts“, kritisierte der Vorsitzende der Walder SPD-Fraktion, Ingo Schloßmacher. „Hoffentlich ist das Geld noch da.“

Stadt investiert 4,8 Millionen in Stadtteile

Verärgert ist auch Guido Rohn vom Förderverein Jahnkampfbahn, der als Besucher zu der Sitzung erschienen war. „Wir sind mit 14.000 Euro für ein Schallschutzgutachten für die Überdachung der Gegengerade in Vorleistung getreten.“ Wann werde für die Maßnahme endlich ein Förderantrag gestellt, wollte er wissen. Wald müsse der nächste Profiteur sein, zitierte Rohn Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) aus einem ST-Artikel von 2020.

Solingen: Bislang sei kein Euro ausgegeben worden

Die Beantwortung übernahm Miriam MacDonald, Abteilungsleiterin Stadtentwicklungsplanung. Und musste gleich für Ernüchterung sorgen. Um ein Planungsbüro für das Stadtteilmanagement zu finden, sei man dabei, ein Ausschreibungsverfahren auf den Weg zu bringen. Bis diese Stadtteilmanager die Arbeit aufnehmen, werde es wohl Sommer sein, räumte sie auf Nachfrage von Birgit Zeier ein. „Wir hoffen, dass sich überhaupt Büros bewerben. Denn die können sich solche Aufträge im Moment aussuchen.“

MacDonald bat um Verständnis, dass die Verwaltung „nicht überall die gleiche Schlagkraft entwickeln“ könne. „Es gibt kaum Städte mit so vielen ISEKs.“ Die für 2021 für Wald bewilligten 787.000 Euro seien nicht weg, versicherte die Stadtplanerin. „Wir haben nur noch nicht angefangen sie auszugeben.“ Erste Gespräche habe es zum Grossmann-Gelände gegeben. Für den Botanischen Garten soll es ebenfalls eine Ausschreibung für ein Entwicklungskonzept geben. Um viele dieser Aufgaben soll sich das Stadtteilmanagement kümmern, das es ja noch nicht gibt. Für 2022 wurden bereits elf weitere Maßnahmen beim Land beantragt.

Dass alles immer noch in der Planungsphase sei, könne nicht zufriedenstellen, betonte Michael Klaas. „Das rügen wir sehr. Wald muss weiterkommen.“ Die beste Nachricht sei noch, dass das Geld nicht weg sei, sagte Ingo Schloßmacher. Die Bezirksvertreter stimmten einem Antrag der CDU einstimmig zu: Vertreter aller Walder Fraktionen sollen von der Verwaltung regelmäßig auf den aktuellen Stand in Sachen ISEK gebracht werden.

Maßnahmen

Für 2022 wurden unter anderem die Aufwertung des Stadtparks und der Jugendallee Vogelsang, ein Hof- und Fassadenprogramm und ein Stadtteilarchitekt beantragt. Die Überdachung an der Jahnkampfbahn soll für 2023 beantragt werden.

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