ST vor Ort

Wald wartet noch auf die Fördermillionen

Investiert werden soll unter anderem in die Sanierung des Sportplatzes Adolf-Clarenbach-Straße. Foto: Christian Beier
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Investiert werden soll unter anderem in die Sanierung des Sportplatzes Adolf-Clarenbach-Straße.

Mit dem Stadtteilentwicklungskonzept sollen unter anderem Sport- und Spielplätze aufgewertet werden.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Es sind Millionen, die in den kommenden zehn Jahren in Wald investiert werden sollen. Auf rund 22,8 Millionen Euro beläuft sich das Maßnahmenpaket, das mit dem Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) geschnürt wird. Darin enthalten sind unter anderem die Aufwertung der Stresemannstraße und des Walder Marktplatzes, die Entwicklung des Grossmann Areals und die Attraktivierung des Walder Stadtparks. Die Fördermittel sind beantragt. „Wir erwarten den Zuwendungsbescheid in Kürze“, teilt Stadtsprecherin Sabine Rische auf Anfrage mit. Mit dem ISEK will die Stadt Probleme in Wald angehen, wie die Leerstände von Ladenlokalen und Gewerbe-Brachflächen.

Das Entwicklungskonzept biete die Grundlage, um Städtebaufördermittel einzuwerben, heißt es aus dem Rathaus. Rund 19 Millionen von den 22,8 Millionen Euro sind nach Angaben der Stadt förderfähig. Bei einer 80-prozentigen Förderung könnten rund 15 Millionen an Landesgeldern nach Wald fließen. Rische: „Der Eigenanteil, rund 3,75 Millionen Euro, würde in Teilen durch Drittmittel finanziert.“ Außerdem sei damit zu rechnen, dass die ISEK-Maßnahmen auch Impulse für Investitionen von Dritten geben.

Erste Maßnahmen sollen noch in diesem Jahr sichtbar werden. So sei in einem ersten Schritt geplant, rund 780 000 Euro zu investieren: unter anderem in die Sanierung des Sportplatzes Adolf-Clarenbach-Straße, in den Aufbau eines Stadtteilmanagements, die Erstellung eines Entwicklungskonzepts für den Botanischen Garten und in die Planung für das ehemalige Grossmann-Gelände. „Im Rahmen eines anderen Förderaufrufs in 2020 wurde zudem die Errichtung einer Callisthenics-Anlage an der Bernd-Kurzrock-Sportanlage bewilligt.“, erklärt Rische. An der Carl-Ruß-Straße ist dann Freiluft-Fitness möglich.

Auch geplant ist die Aufwertung der Spielplätze Demmeltrather Straße und Opferfelder Straße. Es lägen jedoch noch keine Bewilligungen vor. „Sobald sie da sind, werden die Ideen weiter konkretisiert. Dabei wird es auch wieder Beteiligungen mit Kindern vor Ort geben.“

Für 2021 war ursprünglich auch vorgesehen, ein Hof- und Fassadenprogramm zu starten. Das sei ins nächste Jahr verschoben worden, da Solingen mit seinen gleich vier Stadtteilentwicklungskonzepten vom Land um eine Priorisierung gebeten worden sei, erklärt Rische. „Im Herbst wird die Förderung beantragt.“

ISG führt weitere Gespräche mit Immobilienbesitzern

Ein weiterer Baustein des Stadtentwicklungskonzepts ist die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Wald. Ihre Ziele sind unter anderem Sauberkeit, die Entwicklung des Einkaufsstandorts Wald und die Gestaltung des Walder Stadtzentrums. Die Mitgliedschaft ist im Moment noch freiwillig, angepeilt wird jedoch eine gesetzliche ISG. In der vergangenen Woche habe ein Treffen mit Vertretern der Stadt Solingen stattgefunden, berichtet der ISG-Vorsitzende Bernd Reinzhagen. Thema: die Höhe des Jahresbeitrags für Immobilienbesitzer. Denn laut einem aktuellen Gerichtsurteil dürfe dieser nicht mit 0,95 Prozent des Einheitswerts berechnet werden. Stattdessen habe die Stadt eine Formel gefunden, die anhand verschiedener Faktoren wie Geschosshöhe, Frontgröße und gewerbliche Nutzung berechnet werde. „Darauf mussten wir warten, weil die Eigentümer natürlich wissen wollen, was die Mitgliedschaft sie kostet“, erklärt Reinzhagen.

Nun könnten die Vereinsmitglieder die Gespräche mit den Walder Immobilienbesitzern fortsetzen, um sie vom Sinn der Immobilien- und Standortgemeinschaft zu überzeugen. Rund 120 Eigentümer gibt es im ISG-Gebiet, zu dem vom ehemaligen Rathaus ausgehend die Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Walder Kirche ebenso zählt wie der Rundling und Teile des Schlauchs. Die Abstimmung über die gesetzliche ISG ist für Herbst geplant: „Mehr als zwei Drittel der Immobilienbesitzer müssen zustimmen.“ Auch der Stadtrat muss grünes Licht geben.

Auch in puncto Sauberkeit ist die ISG aktiv geworden. Seit 2020 ist in Zusammenarbeit mit dem Paritätischen ein Straßenmeister in Wald im Einsatz, der unter anderem Beete pflegt.

Die Serie

Stadtteile: Auch diesen Sommer nimmt das ST die Stadtteile genauer in den Blick. In dieser Woche ging es um Walder Themen wie den neuen Theatertage-Verein oder das Fitnessstudio des Wald-Merscheider-Turnvereins.

Ausblick: Ab Montag rückt Ohligs in den Mittelpunkt unserer Serie. Den Auftakt macht das Galileum.

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