Lebensmittelrettung

Foodsharing: Hier gibt es Äpfel vom Nabu

Lebensmittelretter Fiete Rosenberge (v. l.) und Michael Hoeboer vom Nabu bestücken den Kühlschrank am Waldmeister.
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Lebensmittelretter Fiete Rosenberge (v. l.) und Michael Hoeboer vom Nabu bestücken den Kühlschrank am Waldmeister.

Früchte können aus einem öffentlich zugänglichen Kühlschrank entnommen werden.

Von Holger Hoeck

Solingen. Gelegentlich kommt es vor, dass positive Ergebnisse erzielt werden, die überhaupt nicht geplant oder beabsichtigt waren. Auch der Solinger Stadtverband des Naturschutzbund Deutschland, kurz Nabu, konnte dies nun positiv erfahren.

Verteilt auf das Stadtgebiet pflegt der Nabu Solingen mehrere Grünflächen und hierbei auch Streuobstwiesen. Obwohl das primäre Ziel nicht die Gewinnung von Obstertrag ist, soll die Ernte auch nicht verschwendet werden. Daher wurden nun rund 15 Kilo Äpfel symbolisch an die Initiative Foodsharing übergeben.

Hier kann man die Äpfel abholen

Gemeinsam befüllten der stellvertretende Vorsitzende Michael Hoeboer, seine Frau Daniela und Essensretter Fiete Rosenberger in seiner Funktion als Solinger Foodsharing-Botschafter den Lebensmittelschrank vor dem Kulturzentrum Waldmeister. Offen steht er Solinger Bürgern nach dem Prinzip: „Etwas entnehmen, wenn etwas hineingestellt wird“.

„In erster Linie verfolgen die Streuobstwiesen einen ökologischen Aspekt und bieten verschiedenen Tieren wie etwa dem Grünspecht oder dem Steinkauz einen Lebensraum“, erklärt das aktive Mitglied Daniela Hoeboer, die selbst bei den Lebensmittelrettern aktiv mitwirkt. Es gehe also nicht um konventionellen Obstbau. Aufgrund des Sommers habe es jedoch eine gute Ernte gegeben, die sich in vielen Tonnen Äpfeln widerspiegelt. „Für uns war es dann der logischste Weg, diese an Foodsharing weiterzureichen“,

Fiete Rosenberger freute sich kurz darauf über den gefüllten Schrank, der besonders von engagierten Solingern genutzt wird. „Darunter verstehen wir Personen, die sich Gedanken über die Vergeudung von Lebensmitteln machen. Aber natürlich dürfen sich auch andere Leute bedienen.“ Er weiß, dass die Übergabe keine einmalige Aktion war. „Mit dem Nabu haben wir einen hervorragenden Kooperationspartner gefunden.“

Das bedeutet Foodsharing

Foodsharing ist eine 2012 entstandene Initiative, die sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und für ein nachhaltiges Ernährungssystem einsetzt. Dabei steht das Ziel im Fokus, die Misswirtschaft von Lebensmitteln zu beenden. Doch allein in Deutschland landet rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel im Abfall. „In Solingen gibt es einen weiteren, öffentlich zugänglichen Schrank; ein weiterer ist in Planung. Darüber hinaus tauschen sich Personen in sozialen Mediengruppen über zu erhaltene Lebensmittel aus.“

So funktioniert Foodsaving im Bergischen

Auch Organisationen und Einrichtungen, etwa Obdachlosenheime oder Tierparks, werden mit Lebensmitteln bedacht. Viele Geschäfte, die nicht genannt werden möchten, zeigten sich hierbei besonders spendabel. „Manchmal geben sie palettenweise Sachen wie Aktionswaren ab, die abgelaufen sind oder deren Verfallsdatum kurz bevorsteht. Darunter auch Obst und Gemüse, das sich nicht mehr lange hält“, führt Michael Hoeboer aus.

Aktuell pflegt und betreibt der Nabu Solingen drei Streuobstwiesen mit einzigartigen, aber vom Aussterben bedrohte Kulturlandschaften. Hier nutzen Tiere etwa alte Apfelbäume als Nisthilfe oder für andere Zwecke. „Wir betreuen aber auch noch diverse andere Grundstücke, zum Beispiel einen Teich, der für den Amphibienschutz genutzt wird.“

Angesichts kleinerer Mängel würden die ausgelegten Äpfel andernorts wohl als Abfallprodukt gebrandmarkt. „Doch das sind sie natürlich nicht, denn so etwas käme nicht in den Schrank. Sie sind stattdessen sehr lecker“, betont Hoeboer.

Generell wurde in diesem Jahr mit den Umweltverbänden so stark wie noch nie zusammengearbeitet. „Wir als Nabu möchten schauen, dass wir mit ihnen noch besser kooperieren und somit das gemeinsame Ziel noch effektiver erreicht werden kann.“

www.nabu-solingen.de

Lesen Sie auch: Wohin mit dem Laub im Herbst? Wir geben Tipps

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