Kommunalwahl 2020

Wahlplakate verlieren an Bedeutung

Die CDU, hier OB-Kandidat Carsten Becker, meldet die größte Anzahl an Plakaten. Fotos: Christian Beier
+
Die CDU, hier OB-Kandidat Carsten Becker, meldet die größte Anzahl an Plakaten.

Sie prägen wieder das Stadtbild, doch digitaler Wahlkampf wird wichtiger.

Von Björn Boch

Solingen. Seit Freitag um 0 Uhr dürfen Plakate zur Kommunalwahl am 13. September im öffentlichen Raum hängen. Der Start auf privaten Flächen war schon früher erfolgt. Plakate bleiben für die Parteien ein wichtiger Aspekt des Wahlkampfs, verlieren aber an Bedeutung. Eine Übersicht.

CDU: Die Christdemokraten haben 2500 Plakate gedruckt, investiert wurde ein „kleinerer fünfstelliger Betrag“, so Sylvia Schlemper vom Kreisverband. Ratskandidaten, Spitzenkandidaten für die Bezirksvertretung und OB-Kandidat Carsten Becker werden gezeigt. Zu den DIN-A1-Plakaten kommen großflächige Plakate.

SPD: Für 26 Ratskandidaten wurden je 50 Plakate gedruckt. Es sei wichtig, dass die Solinger wissen, wer vor Ort für die SPD kandidiert, schreibt Geschäftsführerin Katja Kleegräfe. Gemeinsam mit den Grünen seien zudem 300 Plakate des gemeinsamen OB-Kandidaten Tim Kurzbach gedruckt worden. „Wir setzen, wo immer es geht, auf recycelte und recycelbare Materialien.“ Für den Druck der Plakate wurden rund 8000 Euro ausgegeben. Neben der Plakatwerbung sei der digitale Wahlkampf in diesem Jahr wichtiger als bislang.

Bündnis 90/Grüne: Die Grünen sind mit 100 Doppelplakaten gestartet, 70 Plakate werden noch folgen. Dazu wurden 12 mobile Großflächen bestellt. Kosten: rund 4900 Euro. „Plakate haben nicht mehr den Stellenwert wie früher, die digitale Wahlkampfarbeit ist deutlich wichtiger geworden“, so Kreisgeschäftsführerin Annette Müller. Die Grünen setzen auf Illustrationen. Und betonen: „Unsere Plakate sind zu 100 Prozent recycelbar und haben eine ökologische Zertifizierung.“

Die Grünen setzen auf Illustrationen. Zusammen mit der SPD schicken sie Amtsinhaber Tim Kurzbach ins Rennen.

FDP: 700 Plakate von Kandidaten und 500 mit dem OB-Kandidaten Raoul Brattig stehen zur Verfügung – an rund 1000 Standorten. Dazu kommen 15 bis 20 große Plakate. Zu den Kosten machte die Partei keine Angaben. Der Kreisvorsitzende Robert Weindl sagt mit Blick auf die nahende Wahl: „Plakate gehören einfach zu einem Wahlkampf dazu. Und ergänzen unsere Online-Angebote.“ Alle Plakate sowie kleine Geschenke an die Wähler an Wahlkampfständen seien von der Nachhaltigkeitsbeauftragten geprüft worden.

BfS: Die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) geht mit 900 Plakaten an den Start – Kostenpunkt: rund 2000 Euro. „Auch in digitalen Zeiten möchten wir auf Plakate nicht verzichten“, sagt Vorsitzender Martin Bender. Es gebe Motto-Plakate und solche mit dem OB-Kandidaten Jan Michael Lange – sowie punktuell Großplakate. Bender: „Aus Gründen der Nachhaltigkeit haben wir die Summe der Plakate im Vergleich zur Wahl 2014 um gut 50 Prozent reduziert.“

Linke: „Wir haben 800 Plakate, je zur Hälfte Pappplakate und klassische Hohlkammerplakate. Dafür haben wir etwa 1200 Euro ausgegeben“, so Linken-Sprecher Erik Pieck. Nicht alle Menschen seien digital unterwegs. „Deshalb halten wir es für wichtig, auch auf diesem Wege die Inhalte unserer Politik bekannt zu machen.“ Es gebe Plakate für den OB-Kandidaten Adrian Scheffels sowie für weitere Spitzenkandidaten.

AfD: Die Partei ließ eine ST-Anfrage unbeantwortet.

Der Kampf um die besten Plätze für Plakate startete offiziell um 0 Uhr – allerdings haben einige Parteien offenbar zu früh mit den Arbeiten begonnen. Die Stadt wird nun Verstöße prüfen.

Beim Plakatieren müssen sich die Parteien in Solingen an einige Regeln halten. Diese Regeln gelten beim Plakatieren in Solingen.

Das könnte Sie auch interessieren

Top-Links

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Corona: Betriebsärztin impft 270 BIA-Mitarbeiter - Coronaschutzregeln verlängert
Corona: Betriebsärztin impft 270 BIA-Mitarbeiter - Coronaschutzregeln verlängert
Corona: Betriebsärztin impft 270 BIA-Mitarbeiter - Coronaschutzregeln verlängert
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Unbekannte töten Frösche am Heidebad
Unbekannte töten Frösche am Heidebad
Unbekannte töten Frösche am Heidebad

Kommentare