Tipps

Wärme aus dem Heizkörper muss man richtig nutzen

Möbel vor den Heizkörpern verhindern die Wärmeausstrahlung in den Raum. 30 Zentimeter Abstand sollten es mindestens sein, erklärt SWS-Energieberater Andreas Hugo.
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Möbel vor den Heizkörpern verhindern die Wärmeausstrahlung in den Raum. 30 Zentimeter Abstand sollten es mindestens sein, erklärt SWS-Energieberater Andreas Hugo.

Stadtwerke-Berater gibt Tipps, wo man Energie sparen kann.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Energie sparen – das ist das Gebot der Stunde. Viele Solinger sind jetzt zu Beginn der Heizsaison den Gas- und Stromfressern in ihrem Haus auf der Spur. Bei Heizungs- und Sanitärfirmen ist die Nachfrage nach neuen energiesparenden Heizungen, aber auch Terminen, um die Heizung vom Fachmann optimal einstellen zu lassen, groß.

Auch Andreas Hugo, Energieberater bei den Stadtwerken Solingen, hat alle Hände voll zu tun, um die unzähligen Anfragen, die ihn derzeit per Telefon, Brief oder Mail erreichen, zu beantworten. „Antworten auf viele Fragen sowie Energie-Spartipps geben wir auch auf unserer Homepage“, erklärt Kerstin Griese, Leiterin der SWS-Abteilung Unternehmenskommunikation und Marketing.

Darüber hinaus verleihen die Stadtwerke Solingen an ihre Kunden auch Messgeräte, mit denen der Stromverbrauch einzelner Geräte im Haushalt gemessen werden kann. „Jeder sollte im Kopf mal den eigenen Alltag durchgehen und überlegen, wo überall Strom verbraucht und vielleicht eingespart werden kann“, rät Andreas Hugo.

Bei unserem Tageblatt-Energie-Test zeigt ein Laptop beispielsweise einen Verbrauch von 17,4 Watt pro Stunde auf dem Messgerät. „Je heller ein Monitor eingestellt ist, desto mehr Strom verbraucht der Computer“, so Hugo. Beson-ders leistungsstarke Gaming-PCs bräuchten viel Strom, rät er deshalb, diese bei Nicht-Gebrauch immer auszuschalten.

Nicht alle Stromverbräuche können mit dem Messgerät, das in die Steckdose zwischengeschaltet wird, erfasst werden. „Um zu ermitteln, wie viel Strom beispielsweise ein Untertischgerät für das Heißwasser beim Duschen braucht, kann man auch den Zählerstand vor und nach dem Duschen ablesen. Dass für den Zeitraum in der Wohnung noch der Kühlschrank läuft, macht nicht so viel aus“, so der Energie-Experte.

„Die größten Wärmeverluste hat man bei den Fenstern. Scheiben sind keine Wand.“

SWS-Energieberater Andreas Hugo zum Wärmeverlust

Noch größer als die Sorge angesichts der steigenden Strompreise sei bei den meisten Kunden aber der bange Blick auf den Gaszähler und den Gaspreis. „Die größten Wärmeverluste in der Wohnung hat man bei den Fenstern. Scheiben sind keine Wände“, betont Andreas Hugo. Problematisch sei deshalb, dass oft die Heizkörper direkt vor bodentiefen Fenstern stehen. Noch ineffektiver seien in älteren Häusern Schachtkonvektoren, wo der Heizkörper im Boden versenkt ist und Wärme nur durch ein Gitter nach oben gelangt. „Da braucht man Vorlauftemperaturen von 90 Grad“, bei normalen Heizungen könne die Vorlauftemperatur auf 60 Grad reduziert werden.

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Wichtig sei, die Wärme richtig zu nutzen. „Möbel oder Gardinen vor den Heizkörpern verhindern, dass die Wärme in den Raum strahlt. Dann heizt man mehr nach draußen.“ Wer plant, neue Scheiben anzuschaffen, sollte neben der Dreifachverglasung auf eine innenliegende Beschichtung, etwa mit Silberoxid achten, die man nicht sehe, die aber Wärme zurückhalte. Bei Heizkörpern, die an einer Wand stehen, kann mit einer Dämmschicht an der Wand verhindert werden, dass es zu Wärmeverlusten kommt.

„Und wie hoch drehen Sie die Heizkörper am Thermostatventil?“, ist Hugo einem weit verbreiteten Fehler auf der Spur. Statt auf mittlere „3“ zu drehen, sollten die Thermostatventile voll aufgedreht werden. „Wenn Sie dann viel zu warme 24 Grad im Raum haben, kann die Heizkurve der Heizungsanlage runtergedreht und Energie gespart werden. Sonst produziert die Heizung teure Wärme, die in den Räumen gar nicht abgerufen wird.“

In Mehrfamilienhäusern müssten die Einstellungen an der Heizung natürlich mit den anderen Bewohnern oder dem Vermieter abgestimmt oder übers Thermostat geregelt werden.

Und natürlich kann auch beim eigenen Verhalten angesetzt werden. Zehn Minuten Stoßlüften statt das Fenster lange auf Kipp zu öffnen, die Raumtemperatur um 1 Grad senken und somit 6 Prozent Heizkosten sparen, das Heizungssystem regelmäßig entlüften – Tipps hat der SWS-Energieberater viele parat. „Energiespartipps waren lange kein großes Thema. Aber jetzt sieht jeder ein, dass man damit Geld sparen kann“, betont Kerstin Griese.

Infos: Die Stadtwerke informieren auf ihrer Homepage: www.stadtwerke-solingen.de

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