Abellio

VRR plant Geld für neuen Direktzug nach Düsseldorf ein

Das Umsteigen von einer S-Bahn in die andere auf dem Solinger Hauptbahnhof ist bei vielen Pendlern nicht beliebt. Archivfoto: Tim Oelbermann
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Das Umsteigen von einer S-Bahn in die andere auf dem Solinger Hauptbahnhof ist bei vielen Pendlern nicht beliebt. Archivfoto: Tim Oelbermann

Zusätzliche Bahnverbindung nach Düsseldorf könnte Ende 2022 an den Start gehen – aber es gibt noch Knackpunkte.

Von Axel Richter und Andreas Tews

Solingen/Remscheid/Düsseldorf. Die Finanzierung steht. Wenn die Deutsche Bahn und die Firma Abellio jetzt auch noch ihre technischen Probleme auf der Strecke der S 7 in den Griff bekommt, dann kann es Ende 2022 tatsächlich direkt mit dem Zug von Remscheid über Solingen-Mitte nach Düsseldorf gehen – ohne Umsteigen auf dem Solinger Hauptbahnhof in Ohligs. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat den Weg dafür freigemacht, indem er mit Hilfe des Landes NRW die dafür nötigen Mittel eingeplant hat.

Möglichst im Stundentakt sollen die Direktzüge ab dem Fahrplanwechsel Ende nächsten Jahres von Remscheid über Solingen in die Landeshauptstadt fahren. Im Idealfall wären die Fahrgäste ab Solingen-Mitte binnen einer guten halben Stunde im Düsseldorfer Zentrum.

Derzeit gibt es täglich nur zwei Züge von Remscheid über Solingen durchgehend bis Düsseldorf. Vor allem für Berufspendler brächte die Direktverbindung einen großen Vorteil mit sich: „Das tägliche Risiko, in Ohligs zu stranden und keinen Anschluss mehr zu erwischen, entfällt damit“, freute sich der Remscheider Landtagsabgeordnete Sven Wolf (SPD). Der Anschluss der S-Bahn 7 in Ohligs an die S 1 auf dem Nachbargleis Richtung Düsseldorf hat laut VRR das höchste Umstiegsaufkommen im gesamten Verbandsgebiet.

NRW-Verkehrsministerium wird verlängerte Strecke der S7 bezahlen

Durch das jetzt vorhandene Geld seien die Chancen auf die Direktverbindung „deutlich gestiegen“, erklärte Solingens Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Dadurch sei es möglich, die zusätzlichen Leistungen zu finanzieren. Die Verbindung müsse als neue Linie ausgeschrieben werden. Es sei aber noch zu prüfen, wie die zusätzlichen Züge in die Betriebsabläufe auf den Schienen – vor allem auf dem Streckenabschnitt zwischen Solingen-Ohligs und Düsseldorf – eingefügt werden können. Auch der Vorsitzende der CDU-Fraktion in der VRR-Zweckverbandsversammlung, Frank Heidenreich (Duisburg), sprach davon, dass der VRR noch prüfen müsse, wie die Direktverbindung umzusetzen sei.

Bezahlen wird die Durchbindung das NRW-Verkehrsministerium. Doch bei aller Euphorie über die Kostenzusage ist weiterhin auch Zurückhaltung geboten. Denn, so schränkte auch der VRR gestern ein: Den Direktzug werde es nur dann geben, wenn er auf den Gleisen, die der Deutschen Bahn AG gehören, auch technisch umsetzbar ist. Das heißt konkret, dass die Firma Abellio Rail, die die Züge des Müngsteners auf die Strecke bringt, und die Deutsche Bahn ihre technischen Schwierigkeiten beheben müssen.

Die Chancen sind deutlich gestiegen.

Hartmut Hoferichter, Stadtdirektor

Seit Mitte Juni beklagt die Privatbahn auf der S 7 zwischen Wuppertal und Solingen einen außergewöhnlich hohen Radscheibenverschleiß. Experten von Abellio, Deutscher Bahn und Verkehrsverbund suchten lange nach der Ursache, wurden aber nicht fündig. Ergebnis: „Sowohl das Fahrzeug als auch die Infrastruktur befinden sich in einem regelkonformen Zustand.“ Gegenwärtig setzen die Bahnarbeiter auf Vorbeugung und fetten sowohl die Schienen als auch die Züge zusätzlich. Zudem frästen sie auf 15 Kilometern die Schienenprofile. Vom 15. bis zum 26. November sollen auf acht Kilometern Länge auf Solinger Gebiet die Schienen ausgetauscht werden. Zwischen Solingen-Mitte und Solingen-Hauptbahnhof fahren in dieser Zeit erneut Busse.

Rollt danach alles wie gewünscht, dürfen sich die Solinger und Remscheider ab Ende 2022 über die zusätzliche stündliche Direktverbindung nach Düsseldorf freuen. Doch auch Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) tritt vorsichtig auf die Bremse. Es gehe jetzt darum, die technische Frage zu lösen.

Sperrung auf der Strecke der S 7

Neue Schienen: Weil die Deutsche Bahn (DB) auf einer Länge von acht Kilometern die Schienen austauschen lässt, werden statt der Züge der S-Bahn 7 (Solingen-Remscheid-Wuppertal) für fast zwei Wochen Ersatzbusse fahren. Dies betrifft den Abschnitt zwischen den Bahnhöfen Solingen-Mitte und Solingen Hauptbahnhof.

Fräsarbeiten: Bereits in der Zeit davor, so kündigen die DB, S-7-Betreiber Abellio und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr an, wird an weiteren Schienen gefräst. Wann genau, stehe noch nicht fest.

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