Vorsorge-Serie

Was jeder vor dem Tod regeln sollte

Zu entscheiden, wie man beerdigt werden möchte, welche Wünsche man für Sarg, Urne und Grab hat oder wo man bestattet werden möchte – beispielsweise in einem Friedwald – , kann Angehörigen bei der Planung der Beisetzung helfen. Archivfoto: Daniela Tobias
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Zu entscheiden, wie man beerdigt werden möchte, welche Wünsche man für Sarg, Urne und Grab hat oder wo man bestattet werden möchte – beispielsweise in einem Friedwald – , kann Angehörigen bei der Planung der Beisetzung helfen. (Archivfoto)

Das Testament ist wichtig, ebenso wie praktische Hilfe für die Angehörigen.

Von Peter Kurz

Solingen. Manch einer mag denken: Nach mir die Sintflut, wenn ich mal nicht mehr bin, sollen sich die anderen doch mit all dem Ärger rumschlagen. Doch sozial ist das freilich nicht. Wer seinen Angehörigen einen Gefallen tun möchte, gibt diesen einen möglichst genauen Plan an die Hand, was im Todesfall zu erledigen ist.

Das beginnt natürlich damit, dass man seinen Nachlass gut regelt: Das kann per eigenhändigem oder notariellem Testament oder auch per Erbvertrag geschehen. Das eigenhändige Testament muss handgeschrieben sein. Und es muss unterschrieben werden. Wichtig ist auch das Datum, da bei mehreren Testamenten das jüngere gilt. Das notarielle Testament kostet zwar Geld, garantiert aber, dass der letzte Wille rechtlich wasserdicht formuliert wird.

Es muss sichergestellt sein, dass das Testament nach dem Tod aufgefunden wird. Dass es nicht etwa jemand, der darin nicht bedacht wurde, verschwinden lässt. Bei einem notariellen Testament passiert das nicht, weil dieses beim Nachlassgericht (Amtsgericht) in amtliche Verwahrung genommen wird. Diese Verwahrung ist aber auch beim eigenhändigen Testament möglich, wobei sich die Gebühren dafür an der Höhe des angegebenen Nachlasswertes orientieren.

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Auch andere wichtige Urkunden sollten für die Angehörigen aufzufinden sein. Empfehlenswert ist das Erstellen einer Übersicht, wo welche Dokumente liegen. Bei welcher Bank man welche Konten oder Wertpapierdepots hat, welche Verträge es etwa bei Versicherungen gibt.

So ist auch ein Zusatz auf dieser Liste nützlich, mit dem man darauf hinweist, dass etwa bei einer Lebens- oder Unfallversicherung diese nach den Vertragsbedingungen innerhalb von so und so viel Tagen über den Todesfall zu informieren ist. Man sollte auf dieser Liste auch vermerken, welche Vereinsmitgliedschaften bestehen und gegebenenfalls gekündigt werden müssen.

Wichtig ist auch die Nennung der Kontaktdaten eines Vermieters oder Hausverwalters. Eine Passwortliste für diverse Internetkonten kann jedenfalls für diejenigen Personen, denen man vertraut, eine große Hilfe sein.

Einen großen Gefallen tut derjenige seinen Angehörigen, der diese auf eine eventuelle Verschuldung hinweist – was diese dann gegebenenfalls darüber nachdenken lässt, das Erbe lieber auszuschlagen. Auch wie man selbst bestattet werden möchte – Erdbestattung, Feuerbestattung oder anonyme Bestattung –, sollte man den Angehörigen in dem Schreiben mitteilen. Ebenso, ob man eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen hat oder ob es bereits einen Grabnutzungsvertrag gibt.

Natürlich kann man sich auch detailliert wünschen, wie Sarg, Urne oder Grabstein aussehen und wie die Bestattungszeremonie ablaufen soll. Welche Musik gespielt wird. Eine große Hilfe für die Hinterbliebenen ist auch das Erstellen einer Liste von Adressen derjenigen Personen, die nach dem eigenen Ableben davon in Kenntnis gesetzt werden sollen.

Personen des Vertrauens sollten eine Vollmacht erhalten

Ganz wichtig: Derjenige, der den ganzen Aufwand zu erledigen hat, muss dazu auch rechtlich in die Lage versetzt werden. Um für die laufenden Kosten Geld bei der Bank abheben zu können, sollte man eine Person seines Vertrauens auswählen, die man mit einer Vollmacht ausstattet. Das kann eine einzelne Vollmacht für Geschäfte bei einer Bank sein. Besser wäre jedoch eine Generalvollmacht, die auch zur Vertretung in anderen Angelegenheiten berechtigt.

Die Vollmacht kann man auch in der Form erteilen, dass sie erst mit dem eigenen Tode wirksam wird. Dann bezeichnet man diese Vollmacht ausdrücklich als „Vollmacht auf den Todesfall“. Solche Vollmachten kann man entweder schriftlich selbst formulieren oder aber sich von einem Notar (kostenpflichtig) beraten lassen. Was den Vorteil hat, dass Fehler vermieden werden.

Bei Bankvollmachten ist es außerdem ratsam, die Musterformulare der Bank zu verwenden, da auch dies mögliche Scherereien von vornherein verhindert.

Weitere Folgen und Vorsorge-Ordner

Serie: Wir bieten Ihnen immer dienstags und freitags interessante Berichte zum Thema Vorsorge.

1. Die gesetzliche Rente

2. Private Altersvorsorge: Die richtige Strategie

3. Private Altersvorsorge: Produktwelt

4. Pflegegrade

5. Pflegekosten

6. Vorsorgevollmacht

7. Patientenverfügung

8. Das Testament

9. Zehn Dinge, die nach dem Todesfall zu regeln sind

10. Was passiert mit der Wohnung?

11. Tabu Sterbehilfe, die Rechtslage in Deutschland

12. Das digitale Erbe

13. Wie Trauerredner trösten

14. Was kostet die Bestattung?

15. Alternative Formen der Bestattung

16. Wenn der Partner stirbt, wann zahlt welche Versicherung?

17. Im Hospiz soll niemand allein sterben

Vorsorge-Ordner: Aufgrund der großen Nachfrage sind die Vorsorge-Ordner derzeit vergriffen; Ende März sind sie wieder erhältlich. Vorbestellungen sind unter der gebührenfreien Nummer Tel.  (08 00) 4 48 87 47 oder im Internet möglich. Für unsere Abonnenten mit ST-Karte gilt ein Sonderpreis von 19,90 statt 24,90 Euro zzgl. Versandkosten (5,90 Euro pro Bestellung).

www.der-vorsorgeordner.de/ wzplus

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