Stadt setzt auf Tests und Impfungen

Vor Schulstart: Zahlen in Solingen sind noch niedrig

Die Maskenpflicht in den Klassen wird wohl noch nicht so schnell fallen.
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Die Maskenpflicht in den Klassen wird wohl noch nicht so schnell fallen.

Schulleiter und Gewerkschaft sind für ein Beibehalten der Maskenpflicht.

Von Björn Boch und Anja Kriskofski

Solingen. Vor dem Schulstart nach den Herbstferien zeigt sich die Verwaltung vorsichtig optimistisch in Bezug auf den Schulbetrieb. Die Inzidenzzahlen bei Kindern und Jugendlichen lägen „weit hinter den hohen Werten, die nach den Sommerferien ermittelt wurden“, so Stadtsprecher Thomas Kraft.

Am ersten Montag nach den Sommerferien hatte die Inzidenz bei den 10- bis 14-Jährigen bei fast 700 gelegen, bei den 5- bis 9-Jährigen und den 15- bis 19-Jährigen immerhin noch bei rund 450. Diese Zahlen sind nun wesentlich niedriger – sie liegen in allen Bereichen unter 100 und sind in den letzten zwei Wochen gesunken. Bezogen auf alle unter 20 Jahren sind sie so niedrig wie seit Ende Juli nicht. Allerdings hatten sie auch am letzten Montag der Sommerferien noch deutlich niedriger gelegen als eine Woche darauf (siehe Grafik) – denn in den Ferien wird viel weniger getestet.

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Die Stadt setze weiterhin auf engmaschige Tests und werde – analog zu den Sommerferien – in dieser Woche noch einmal dazu aufzurufen, sich bereits vor dem Schulstart oder vor dem Beginn des Kita-Betriebes frühzeitig testen zu lassen. „Nach wie vor sind die Tests für Schülerinnen und Schüler kostenfrei“, betont Stadtsprecher Kraft.

„Viele Schüler haben gefragt, ob sie den Mund-Nasen-Schutz weiter tragen dürfen.“

Joachim Blümer, Sprecher des Sprecherrats der Solinger Schulen
„Die Testungen geben ein großes Sicherheitsgefühl“, sagt Joachim Blümer, Sprecher des Sprecherrats der Solinger Schulen.

Die Impftermine an den Schulen seien vor den Herbstferien im Wesentlichen beendet worden, an jeder Schule konnte zweimal ein Impfangebot gemacht werden. Einzelne Termine würden in der Woche nach den Ferien angeboten. „Weitere Schulimpfungen sind nicht geplant. Es gibt das Angebot der Kinder- und Jugendärzte, die mobilen Impfungen und die Impfstelle in den Clemens-Galerien“, so Kraft.

An den Schulen gehe es dann nach den Ferien zunächst weiter wie in den Wochen zuvor: Am ersten Schultag werden alle Schüler getestet – an den weiterführenden Schulen mit Schnelltests (drei pro Woche), an Grund- und Förderschulen mit den Lolli-Tests. „Die Testungen geben ein großes Sicherheitsgefühl“, sagt Joachim Blümer, Rektor der Theodor-Heuss-Schule und Sprecher des Sprecherrats der Solinger Schulen. Es sei gut, dass diese fortgeführt würden.

Die wichtigsten Corona-Regeln in Solingen im Überblick

Ab 2. November soll laut NRW-Schulministerium aber die Maskenpflicht am Platz entfallen – wenn die Infektionszahlen es zulassen. „Bei uns tendiert die innerschulische Debatte jedoch eher dahin, noch eine Zeit lang bei den Masken zu bleiben“, so Blümer. „Viele Schüler haben gefragt, ob sie den Mund-Nasen-Schutz weiter tragen dürfen.“ Die Schulleitungen würden sich dazu noch im Sprecherrat austauschen.

„Ich sehe die Maskenpflicht in den Klassen noch nicht so schnell fallen – zumindest nicht bis Klasse 6“, sagt auch Jens Merten, Vorsitzender des Lehrerverbandes Bildung und Erziehung (VBE) Solingen. Es gelte, wachsam zu sein, da die Inzidenz in einigen Bereichen wieder steige – „und gefühlt alle im Urlaub sind“.

Mit Spannung erwarte er, wie die Eltern reagieren, sollte der Impfstoff ab fünf Jahren freigegeben und von der Ständigen Impfkommission empfohlen werden.

Solingen: Angespannte Situation in den städtischen Kitas

Die bisherigen Impfaktionen an den Schulen seien unterschiedlich gut gelaufen, befindet Merten. „An einigen Schulen haben sich viele Kinder impfen lassen, an anderen hat die Kommunikation zwischen Impfteam, Schule und Eltern nicht so toll funktioniert. Insgesamt ist die Quote ab 12 aber schon recht hoch.“

Die Situation in den Schulen habe sich deutlich beruhigt, sagt auch Rektor Joachim Blümer. „Es ist eine gewisse Routine bei den Testungen reingekommen.“ Das bestätigt Elke Mosebach-Garbade, Leiterin der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Die Zahl der Tests nehme von Woche zu Woche ab. „Weil immer mehr Schüler vollständig geimpft sind.“ So sei das Impfangebot an der Schule gut angenommen worden: „Rund 90 Schüler und Schülerinnen haben es wahrgenommen.“

Die Krankheitssituationen in den städtischen Kitas führe allerdings weiterhin zu Gruppenschließungen und Einschränkungen in der Betreuungssituation, so die Stadt (| Kasten). Coronabedingt gebe es aktuell aber keine Einschränkungen.

Fachkräfte

Zurzeit gebe es zusätzlich zu Corona eine hohe Anzahl längerer Erkrankungen und Langzeit-Erkrankungen in Kitas und in Schulen, so die Stadt. Derzeit werde beraten, welche Strategien und Vorkehrungen helfen können, um Fachkräftemangel durch Krankheitsfälle zu vermeiden.

Standpunkt: Ende der Maske einläuten

Kommentar von Anja Kriskofski

anja.kriskofski@solinger-tageblatt.de

Seit einem Jahr tragen Schülerinnen und Schüler in NRW im Unterricht einen Mund-Nase-Schutz. Die Maske hat dazu beigetragen, dass Coronafälle in den Schulen keine Infektionsketten ausgelöst haben. Dennoch ist es richtig, dass jetzt das Ende der Maskenpflicht am Platz eingeläutet wird. Schon längst sitzen wir in Restaurants wieder ohne Maske zusammen – natürlich nach der 3G-Regel, also geimpft, genesen oder getestet. Doch diese 3Gs erfüllen auch die Kinder und Jugendlichen im Unterricht. In den Grundschulen wird zweimal pro Woche mit zuverlässigen Lolli-Tests getestet, die im Labor ausgewertet werden. An den weiterführenden Schulen sind drei Schnelltests Pflicht. In den älteren Jahrgängen sind zudem immer mehr Jugendliche geimpft. Es ist verständlich, wenn das angekündigte Ende der Maskenpflicht Unbehagen auslöst. Schießen die Infektionszahlen wieder in die Höhe, sollte sie auch beibehalten werden. Wenn sie aber niedrig bleiben, sollten Kinder und Jugendliche ohne Maske im Unterricht wieder freier atmen und die Mimik der anderen sehen können. Denn gerade der jungen Generation wurde in der Pandemie viel abverlangt.

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