Start-up Klamotti

Von der Schwangerschaft in die Selbstständigkeit

Die Solingerin Lisa Trautmann hat sich in der Corona-Pandemie selbstständig gemacht. Ihr Unternehmen Klamotti produziert unter anderem Stoffwindeln, Schlupfhosen und Schnullerketten. Foto: Michael Schütz
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Die Solingerin Lisa Trautmann hat sich in der Corona-Pandemie selbstständig gemacht. Ihr Unternehmen Klamotti produziert unter anderem Stoffwindeln, Schlupfhosen und Schnullerketten.

Mit ihrem Start-up Klamotti produziert die Solingerin Lisa Trautmann nachhaltige Stoffprodukte für Babys

Solingen. Den Traum, sich ein eigenes Geschäft aufzubauen, hatte Lisa Trautmann bereits seit einigen Jahren. „Mir fehlte bloß die passende Idee“, erzählt die 28-Jährige. Das änderte sich vor ziemlich genau einem Jahr. Kurz vor Ostern 2020 dämmerte der Solingerin, dass sie ihre Nähkünste nicht nur für die Familie und Freunde einsetzen könnte – und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Mit ihrem Start-up Klamotti (Eigenschreibweise: Kla.motti) hat sie sich auf nachhaltige Stoffprodukte für Babys spezialisiert.

Zum Nähen brachte sie allerdings ein Vierbeiner. Trautmanns Mopsdame Lucy neigte dazu, bei niedrigen Temperaturen zu frieren. Um Abhilfe zu schaffen, kaufte sie sich 2014 ihre erste Nähmaschine und fand ein neues Hobby. Richtig Fahrt nahm das Thema allerdings erst mit der Geburt ihres Sohnes Jonas vor 14 Monaten auf. „Ich wollte Müll vermeiden und habe mich deshalb an Stoffwindeln versucht“, erzählt die junge Mutter. Als sich die Anfragen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis häuften, war klar, dass das Hobby Potenzial für mehr birgt.

Er musste schon manchmal als Versuchskaninchen herhalten.

Klamotti-Gründerin Lisa Trautmann über Sohn Jonas

Zum Muttertag im vergangenen Jahr bekam Lisa Trautmann von Ehemann Philipp die Markenanmeldung geschenkt. Sofort mit dem Verkauf loszulegen, daran war jedoch nicht zu denken. Ein Dreivierteljahr setzte sich die 28-Jährige mit Stoffen und Schnitten auseinander. Neue Ideen konnte sie direkt an Sohn Jonas ausprobieren. „Er musste schon manchmal als Versuchskaninchen herhalten“, sagt Trautmann lachend.

Seit Anfang 2021 gibt es einen Klamotti-Onlineshop. Dort bietet Lisa Trautmann nicht nur Stoffwindeln und Schlupfhosen an, sondern auch Overalls, Schnullerketten aus Stoff, Halstücher und Haarbänder. Bei allen Produkten stehen verschiedene Stoffe und Ausführungen zur Auswahl. „Ich fertige ausschließlich Unikate an“, betont die Jungunternehmerin. Aus einer digitalen Stoffschublade können die Kunden im Netz das gewünschte Material wählen.

Das Start-up hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben

Deshalb produziert sie nicht vor, sondern setzt sich erst an die Nähmaschine, wenn eine Bestellung eingegangen ist. Das habe den Vorteil, auf Sonderwünsche eingehen zu können, beispielsweise bei besonders kräftigen oder zierlichen Babys. Außerdem kann die Solingerin so sicher sein, nicht auf Stoff sitzenzubleiben. Denn das Start-up hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Der Geschäftsführerin zufolge enstehen die Stoffwindeln und Schlupfhosen aus in Europa produziertem, recyceltem Material, die übrigen Produkte vorrangig aus Bio-Stoffen aus der EU.

Mit diesem Geschäftsmodell strebt Lisa Trautmann ein gesundes Wachstum an. Die Unternehmensgründung fiel in ihre Elternzeit. Inzwischen ist sie wieder in ihrem Hauptjob tätig. In Düsseldorf arbeitet sie bei einer Mediaagentur. Nach Feierabend und an den Wochenenden kümmert sie sich um Klamotti. Ihre Marketing-Expertise hilft ihr, das junge Geschäft in den sozialen Netzwerken bekanntzumachen. Am besten funktioniere das aber noch immer über Mund-zu-Mund-Propaganda, hat Trautmann festgestellt.

„Die Zahl der Bestellungen wächst kontinuierlich“, sagt die 28-Jährige. Um der steigenden Nachfrage gerecht werden zu können und trotzdem noch genug Zeit für Management und Kundenkontakt zu haben, überlegt die Solingerin derzeit, zukünftig mit einer Schneiderin zusammenzuarbeiten. Das wäre der nächste Schritt für das Solinger Start-up. Wohin die Entwicklung führt, weiß Lisa Trautmann nicht. Sie hofft allerdings, eines Tages von Klamotti leben zu können. „Das fühlt sich für mich nicht wie Arbeit an, sondern wie eine Leidenschaft.“

www.kla-motti.de

Zuschuss

Einige Städte und Landkreise sind inzwischen dazu übergegangen, jungen Eltern für den Kauf von Stoffwindeln einen Zuschuss zu zahlen. Von dieser Idee möchte Lisa Trautmann auch das Solinger Rathaus überzeugen. „Wenn weniger Einmalwindeln gekauft werden, könnte man enorm viel Müll einsparen“, betont die Geschäftsführerin des Start-ups Klamotti. In den kommenden Wochen wolle sie das Gespräch zur Verwaltung suchen.

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