Stöcken

Ein Viertel der Rasspe-Gebäude ist abgerissen

Von oben entsteht ein guter Überblick über das Gelände. Etwa ein Viertel der Gebäude sind bereits abgerissen. Fotos: Christian Beier
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Von oben entsteht ein guter Überblick über das Gelände. Etwa ein Viertel der Gebäude sind bereits abgerissen.

Zwei denkmalgeschütze Bauten bleiben stehen – der Einsatz kostet eine Million Euro

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. Bei Eintritt auf das ehemalige Gelände der Firma Rasspe aus Richtung der Straße Stöcken ist es erstaunlich ruhig. Der Verkehrslärm der im Sekundentakt vorbeifahrenden Autos, die sich scheinbar nur gelegentlich an die 50 Stundenkilometer halten, und der Baufahrzeuge, übertönt die Geräuschkulisse der Arbeiten auf dem rund fünf Hektar großen Rasspe-Areal. Die Graffitis an den Wänden, die rostigen Rohre und die zerbrochenen Scheiben zeigen auf, dass das Gelände schon seit mehr als zehn Jahren brach liegt.

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Frank Balkenhol, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung im Gespräch mit Dr. Beatrix Haglauer-Ruppel, Projektleiterin der AAV.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Solingen möchte als Eigentümer des ehemaligen Standorts der Firma Rasspe dem Gewerbeengpass entgegenkommen und dort neue Unternehmen ansiedeln. „Das rechtfertigt den eine Million Euro teueren Einsatz“, sagt Achim Wilke von der Wirtschaftsförderung. Deshalb laufen bereits seit dem 6. April die Arbeiten zum Gebäuderückbau und zur Bodensanierung. Die Bauarbeiten geschehen gemeinsam mit dem AAV, Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung, der der Baufirma Ferraro Group den Auftrag vermittelt hat. Nur das denkmalgeschütze Haupthaus an der Straße und das dahinterliegende Gebäude bleiben stehen. Dort könne sich Wilke neben Büros auch ein Fitnessstudio vorstellen. Mit drei Investoren ständen sie für die Vermarkung schon in Gesprächen.

Im Lüftungsrohr von Gebäude 9 brüten derzeit Vögel, solange können die Abrissarbeiten an dieser Halle nicht fortgesetzt werden.

Erst hinter den beiden denkmalgeschützen Gebäuden kann die Baustelle erahnt werden. Ebenfalls die Größe des Geländes. Berge aus Ziegelsteinen, Stahlschrott, Holzteilen, Autoreifen und Mineralien stapeln sich verteilt auf der linken Seite des Geländes – „Aufgeteilt nach Gebäuden“, wie Bauüberwacher Axel Schulz erklärt. An dem Ort standen zuvor drei Gebäude, von einem steht noch die Stirnseite und aus einem Lüftungsrohr fliegt hin und wieder ein Vogel heraus. „Der Umweltschutz steht ganz oben, deshalb können die Arbeiten am Gebäude 9 erst beendet werde, wenn dort kein Vogel mehr brütet“, sagt Schulz. Dabei arbeiten sie auch eng mit der Biologischen Station Mittlere Wupper zusammen. Durch den Abriss der drei ziemlich mittig stehenden Firmenkomplexen, ist bereits ein Viertel des Geländes geschafft.

An dieser Stelle fehlen bereits drei Gebäude. Dadurch, dass es nun nicht mehr so eng auf der Baustelle ist, kann besser gearbeitet werden.

Die Mineralien werden nach Abriss aller Gebäude aufbereitet und auf Schadstoffe überprüft. „Etwa 18 000 Kubikmeter dieser Mineralien können wir im Fortgang für die Hohlräumverfüllung, die durch die unterliegenden Keller entstehen, benutzen“, beschreibt Schulz den weiteren Vorgang.

Auf der rechten hinteren Seite ist das Gelände wie leer gefegt, nur der matschige Baustellenboden zieht sich auch bis dorthin. Bunte Graffiti strecken sich über die Fassade des Ziegelsteingebäudes am Rande des Rasspe-Areals. „Die Gebäude zum Wohnbereich fallen als Letztes, um Anwohner nicht unnötigem Lärm auszusetzen“, betont Wilke, der auch Ansprechpartner für Nachbarn ist. Mit denen gab es noch keinerlei Probleme.

„Wir sind dem Zeitplan voraus.“
Christian Somi, Bauleiter

Hingegen hinter einem Ziegelstein-Berg bereiten Bauarbeiter entlang der Fassade des Gebäudes B5 schon den Abriss vor. Während die einen, geschützt mit gelben Helmen, Sicherheitsschuhen und Warnwesten, Gegenstände transportieren, spritzt einer der Männer das Gebäude mit einem Wasserschlauch ab. Ein Schaufelbagger fährt, begleitet von Piepsgeräuschen beim Rückwärtsfahren, näher an das Gebäude ran. Mit dem Abriss eines der größeren Ziegelgebäude auf dem Areal kann schon am Nachmittag begonnen werden. Bis alle Gebäude kontrolliert zurückgebaut und der Boden saniert ist, wird es noch bis zum 7. Januar 2021 dauern. „Wir sind dem Zeitplan voraus“, betont Bauleiter Christian Somi. Erst danach kann die Wirtschaftsförderung mit der Erschließung und Vermarktung beginnen.

Ein Viertel der Rasspe-Gebäude ist abgerissen

 © Christian Beier
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 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
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 © Christian Beier
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 © Christian Beier

Anbindung

Ein so großes Gewerbegelände wie das Rasspe-Areal benötigt eine gute Verkehrsanbindung. Achim Wilke von der Wirtschaftsförderung sieht diese als gegeben: „Durch die L 74 und die schnelle Autobahnanbindung ist das Areal gut gelegen.“ Zudem solle für Radfahrer auch die nahe liegende Trasse angeschlossen werden und der Öffentliche Nahverkehr ausgebaut – zur Zeit fährt dort nur die Buslinie CE64.

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