Familien erhalten ein Zuhause

Vier Häuser für Geflüchtete: Initiative sorgt für Wohnraum

Rolf und Gerlinde Steingrüber mit Ernst-Robert Nouvertné (r.), der die Immobilie an der Kuller Straße zur Verfügung stellt.
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Rolf und Gerlinde Steingrüber mit Ernst-Robert Nouvertné (r.), der die Immobilie an der Kuller Straße zur Verfügung stellt.

Gerlinde und Rolf Steingrüber haben ein Netzwerk aktiviert. Familien erhalten ein Zuhause, die nicht mehr bei Privatpersonen unterkommen können.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Das Bett im Schlafzimmer muss noch zusammengebaut werden: Die Einzelteile des gespendeten Möbelstücks, ins Haus an der Kuller Straße transportiert, liegen auf dem Boden und warten auf Akkuschrauber und handwerkliches Geschick. Dafür ist der Rest im Haus nahezu fertig: Neben der funktionalen Küche, einer Couch, einem Esstisch mit Stühlen sowie Schränken hat Gerlinde Steingrüber eine Wickelkommode organisiert, die in einem Zimmer im Dachgeschoss steht.

„Eine der künftigen Bewohnerinnen ist schwanger“, erklärt sie. Blickdichte Gardinen überall im Haus sorgen für Privatsphäre – etwas, das Rolf Steingrüber sehr wichtig ist. Wichtig sei auch der Brandschutz, betont er. So sei die komplette Elektrik des alten Hauses überarbeitet, überall Rauchmelder installiert worden. „Hier werden in Kürze wohl zwölf Personen einziehen. Mütter mit Kindern, die derzeit anderweitig untergekommen sind, aber aus dem Provisorium einer privaten Lösung rausmüssen.“

„Die Resonanz auf eine erste E-Mail war riesig.“

Gerlinde Steingrüber über die Hilfsbereitschaft des Netzwerks

Für das Ehepaar Steingrüber ist das Haus auf der Kuller Straße bereits das vierte Objekt, das sie – mit einem großen Helfer- und Sponsorennetzwerk – herrichten und für geflüchtete Menschen aus der Ukraine zur Verfügung stellen. In erster Linie haben sie dazu ihre Kontakte in der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Solingen genutzt. „Die Resonanz auf eine erste E-Mail Mitte März, wer helfen könnte, war riesig“, erinnert sich Gerlinde Steingrüber. „Damals haben wir die ersten Menschen erwartet. Spontan kamen Angebote aktuell leerstehender Immobilien, Möbel und finanzielle Unterstützung.“

Ernst-Robert Nouvertné etwa konnte mit einem Haus in der Nähe seiner Firma helfen. Inzwischen leerstehend, war es für ihn selbstverständlich, es für geflüchtete Menschen zur Verfügung zu stellen – und Handwerker wie Maler, Elektriker oder eine Reinigungsfirma zu beauftragen, das Notwendige instand zu setzen. Zudem sorgte er für die Küche.

Krieg in der Ukraine - So können Sie jetzt helfen

Bei den anderen der insgesamt vier Häuser seien spontan andere Solinger Unternehmer eingesprungen, zum Beispiel Horst Gabriel, verrät Steingrüber. Nicht minder wichtig seien die Kontakte zu Initiativen und Organisationen wie „Gräfrath hilft“ oder „Solingen solidarisch“. „Von dort kommt tatkräftige Hilfe bei Transporten, beim Einrichten oder beim Ausfüllen und Einreichen von Anträgen.“

Schließlich sei es ja am Ende nicht damit getan, den zum Teil traumatisierten Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben. „Es geht um Betreuung und Beschulung der Kinder, Jobs, Aufenthaltsgenehmigung, Anträge zur finanziellen Unterstützung, Erläuterungen und Übersetzungen.“ Das gehe nur, wenn viele anpacken. Auch eine gute Kooperation mit den entsprechenden Behörden sein wichtig.

„Was uns fehlt, ist die Möglichkeit, gespendetes Mobiliar zwischenzulagern“, sagt Gerlinde Steingrüber. Nicht immer passe das Angebot zum tatsächlichen Bedarf. „Auch ein eigener Transport wäre klasse, über den wir verfügen könnten, das würde viel Aufwand ersparen.“

Kontakt

Helfer und Sponsoren sind herzlich willkommen und werden auch dringend gesucht, um das bestehende Netzwerk noch dichter zu weben.

Kontakt telefonisch unter: (02 12) 2 33 57 51.

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