Lockerungen

Solingen: Viele Kinder kehren in die Kitas zurück

Rund die Hälfte der Kinder kam m Montag in die DRK-Kita Krümelkiste, die Melanie Schmitz (links) und ihre Stellvertreterin Christin Storck leiten. Für heute erwarten sie, dass deutlich mehr kommen. Foto: Christian Beier
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Rund die Hälfte der Kinder kam am Montag in die DRK-Kita Krümelkiste, die Melanie Schmitz (links) und ihre Stellvertreterin Christin Storck leiten. Für heute erwarten sie, dass deutlich mehr kommen.

Manche Einrichtungen hatten eine Belegung von mehr als 95 Prozent.

Solingen. Viele Kinder sind am Montag zum ersten Mal seit Mitte Dezember wieder in die Kindertagesstätte gegangen. „Sie haben sich riesig gefreut, einander wiederzusehen – und wir uns auch“, sagte Ivonne Iffland. Leiterin der Caritas-Kindertagesstätte Nazareth. Seit dieser Woche können wieder alle Kinder in die Kita gehen. Der Appell von NRW-Jugendminister Joachim Stamp (FDP), sie möglichst zu Hause zu betreuen, wurde aufgehoben. Die Trennung der Gruppen und eine verkürzte Betreuungszeit gelten weiter. In der Kita Nazareth seien am Montag fast alle Kinder wieder gekommen, so Iffland. Ähnlich sah es in der Walder Kita Bici-Bici aus. Beim Deutschen Roten Kreuz hätten in einer der drei Kindertagesstätten rund 90 Prozent der Eltern angekündigt, ihre Kinder wieder zu schicken, berichtet Bereichsleiterin Claudia Hagemann auf Anfrage. „Bei den anderen ist es rund die Hälfte.“

Viele Eltern seien noch zurückhaltend wegen der zuletzt gestiegenen Coronazahlen in Solingen. Hagemann ist gleichzeitig Geschäftsführerin der drei Pinocchio-Kindertagesstätten, von denen zwei zuletzt wegen Infektionsfällen geschlossen werden mussten. Viele Erzieherinnen hätten angesichts der aktuellen Situation Sorge. „Wir finden es gut, dass sie nun regelmäßig Schnelltests machen lassen können.“ Die Stadt Solingen schult Erzieherinnen, damit diese selbst bei sich Abstriche durchführen können. Das Pilotprojekt findet zunächst nur in Einrichtungen in Mitte statt. Das Land NRW finanziert zwei Corona-Tests pro Woche. „Ich finde es gut, dass die Kinder wieder in die Kita gehen können. Aber die Betreuenden müssen geschützt sein“, sagt Hagemann. „Es wäre deshalb wichtig, dass sie sich bald impfen lassen können.“

Solingen: Ärztin testet Erzieher einmal pro Woche in der Einrichtung

Auch die Kita Nazareth versucht, mit einem umfangreichen Hygienekonzept, Erzieher und Kinder zu schützen. Eltern dürfen die Einrichtung nicht betreten, die Erzieherinnen tragen FFP2-Maske, wenn sie keinen Abstand halten können. „Wir halten uns an die Auflagen, aber Angst würde uns bei der Arbeit blockieren“, sagt Iffland. Es sei aus pädagogischer Sicht wichtig, dass alle Kinder wieder in die Kita gehen könnten. „Man kann nicht alles in der Familie leisten.“

Auch in die Kita Bici-Bici seien die Kinder trotz wochenlanger Pause am Montag gut zurückgekehrt, berichtet Leiter Maik Konarski. „Aus pädagogischer Sicht finden wir das gut. Es stellt sich nur die Frage, wie sich das auf die Infektionszahlen auswirkt.“ Mit den Eltern habe man Abhol- und Bringzeiten abgesprochen. Sie dürfen nicht in Gebäude. Um die Mitarbeiter auf Corona zu testen, komme nun einmal pro Woche eine Ärztin.

Standpunkt

Ein Kommentar von Anja Kriskofski

anja.kriskofski@solinger-tageblatt.de

Erzieherinnen und Lehrer sollen in der Impfreihenfolge nach vorne rücken. Das ist ein wichtiger Schritt. Kindertagesstätten und Schulen sind ein stabilisierender Teil der Gesellschaft. Für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind sie unersetzbare Lernorte. Das pädagogische Personal ist deshalb systemrelevant. Wie fragil dieses System angesichts sich ausbreitender Mutationen ist, haben die vergangenen Wochen gezeigt. Obwohl in der Notbetreuung nur ein Teil der Kinder in den Kitas betreut wurde, gab es dort Coronafälle. Die Folge: Einrichtungen mussten geschlossen werden, Kinder und Personal in Quarantäne. Wenn zumindest die Erzieherinnen geimpft sind, wäre das schon ein enormer Fortschritt. Gleiches gilt für die Lehrer. Bis das pädagogische Personal den schützenden Piks bekommt, müssen Hygieneregeln und regelmäßige Coronatests für mehr Sicherheit sorgen. Doch die Tests bleiben immer nur eine Momentaufnahme. Normalität wird erst wieder einkehren, wenn breite Teile der Bevölkerung die Schutzimpfung erhalten haben. Das gilt auch für Kinder und Jugendliche. Auch für sie wird hoffentlich bald ein Impfstoff zugelassen.

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