Nach Vorschlag von IHK-Präsident Henner Pasch

„Vieh“-Radweg: Fahrrad- und Verkehrsclub loben Vorstoß

Schon der Popup-Radweg auf der Straße Schwarze Pfähle hatte für hitzige Debatten gesorgt. Er musste einer Baustelle weichen. Foto: Christian Beier
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Schon der Popup-Radweg auf der Straße Schwarze Pfähle hatte für hitzige Debatten gesorgt. Er musste einer Baustelle weichen.

Kurzfristig sollen Lösungen „mitten in der Stadt“ gefunden werden. Auch der Skywalk wird befürwortet.

Von Björn Boch

Solingen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) befürworten den Vorschlag von IHK-Präsident Henner Pasch, Fahrstreifen der Viehbachtalstraße zu reduzieren und für Radverkehr auszubauen – zumindest grundsätzlich. Das erklärten Bernhard Stoer vom ADFC Wuppertal / Solingen und Reiner Nießen vom VCD Bergisches Land auf ST-Anfrage. Allerdings sehen beide Clubs das Anliegen eher langfristig – und fordern bis dahin andere Lösungen.

Der Vorschlag Henner Paschs, geäußert bei einer Podiumsdiskussion auf dem Empfang der Solinger Wirtschaft, sorgt vor allem im Netz für Diskussionen. Er hatte gefragt: „Brauchen wir eine vierspurige Straße, die an nichts angebunden ist? Oder wollen wir nicht lieber eine zweispurige Straße, dafür aber mit Radwegen und vielen Anbindungen an Wohn- und Gewerbegebiete?“ Beim Empfang erhielt der Vorschlag viel Applaus.

Bernhard Stoer sei alleine schon deshalb dankbar, weil so der Radverkehr wieder ins Gespräch gebracht worden sei. Er äußerte aber auch einen Verdacht: „Der Vorschlag mit der Viehbachtalstraße kommt vor allem vielen Autofahrern entgegen, weil er Konflikten in innerstädtischen Bereichen aus dem Weg geht. Diese Diskussion müssen wir aber führen.“ Es brauche Lösungen, die sicheres Radfahren auch mitten in der Stadt ermöglichten. Viele wollten aufs Rad umsteigen, ist sich Stoer sicher. „Aber die Infrastruktur ist so schlecht, dass die Menschen Angst haben.“

Ein Radweg an der Stadtautobahn könne so gestaltet werden, dass drei Fahrspuren für den motorisierten Individualverkehr blieben, ist Reiner Nießen vom VCD überzeugt. Er habe vor Jahren für den Runden Tisch Radverkehr entsprechende Pläne erarbeitet. Die dritte Spur könne flexibel nach Verkehrsaufkommen freigegeben werden. Allerdings sei klar: „Von der Kreuzungsfreiheit müsste man sich wohl verabschieden.“ Die Anbindung des Industriegebiets Scheuren würde dagegen leichter, der Anschluss an der Friedenstraße/Schwarze Pfähle könnte als Kreisverkehr erfolgen.

Die Stadt prüft derzeit drei Verbindungen zwischen Ohligs und Mitte: Als Radweg an der Viehbachtalstraße wie nun von der IHK ins Gespräch gebracht, entlang des Lochbachtals – dieser Variante werden kaum Chancen eingeräumt – sowie nördlich der Stadtautobahn über Merscheider Straße und Beethovenstraße. Letztere wird offenbar bevorzugt, Ergebnisse gibt es noch nicht.

ADFC fordert Investitionen in Personal

Akut hat Bernhard Stoer eine andere Forderung an die Stadt: „Derzeit ist nur eine Person ausschließlich mit dem Thema Radwege befasst – und die arbeitet nicht Vollzeit. Die Stadt muss in Personal investieren.“ Stoer lobt IHK-Präsident Pasch auch ausdrücklich, weil er sich für den Skywalk in der Müngstener Brücke ausgesprochen habe – so soll eine Fuß- und Radverbindung zwischen Solingen und Remscheid geschaffen werden: „Diese attraktive Strecke wird einige zum Umstieg aufs Fahrrad bewegen.“

Nächster Runder Tisch Radverkehr (virtuell per Zoom): Montag, 22. November, 17 bis 19  Uhr, Anmeldung bei Wolfgang Müller: Runder-Tisch-Rad-SG@t-online.de

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