Termine sind vereinbart

Verwirrung um Zeitplan für Impfungen

Die erste Impfung in Solingen erfolgte im Evangelischen Altencentrum Cronenberger Straße am 27. Dezember. Rund um die Impfungen müssen die Altenheime viele Vorbereitungen treffen. Fotos: Christian Beier
+
Die erste Impfung in Solingen erfolgte im Evangelischen Altencentrum Cronenberger Straße am 27. Dezember. Rund um die Impfungen müssen die Altenheime viele Vorbereitungen treffen.

Mindestens zwei Heime haben noch Termine – offiziell geht es am 18. Januar weiter.

Von Björn Boch

Solingen. Die Impfungen gegen das Corona-Virus werden wohl in dieser und der kommenden Woche weitergehen – zumindest dann, wenn Einrichtungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) bereits Termine vereinbart haben.

Peter Knoch leitet die städtischen Altenzentren.

Peter Knoch, Geschäftsführer der städtischen Altenzentren, geht davon aus, dass im Gerhard-Berting-Haus und im Elisabeth-Roock-Haus in dieser und der kommenden Woche geimpft wird. „Diese Termine sind vereinbart – und bislang gibt es von der Kassenärztlichen Vereinigung keine anderslautende Nachricht.“

Es werde nun weitere Abstimmungen zwischen den Heimen, dem Impfzentrum in Person von Leiter Udo Stock und der KVNO geben, teilte die Stadt auf ST-Anfrage mit. Nach der Planung des Gesundheitsministeriums sei der nächste Impftermin eigentlich für 18. Januar vorgesehen. Dann gebe es 180 Dosen für Solingen. Die folgenden Termine mit je 627 Dosen seien der 20. und 22. Januar, so Stadtsprecherin Stefanie Mergehenn.

Zusätzliche Dynamik könnte das Impfgeschehen dadurch bekommen, dass mit Moderna ein weiterer Hersteller in den Startlöchern steht. Außerdem konnten am Wochenende mehr Menschen als geplant geimpft werden, unter anderem auch auf Intensivstationen und in Notaufnahmen.

„Die letzten Tage waren anstrengend, aber ein voller Erfolg.“
Dr. Stephan Kochen, Solimed

Dies sei der Tatsache zu verdanken, dass aus einer Ampulle nun sechs statt fünf Impfdosen gewonnen werden können, berichtet Dr. Stephan Kochen, der mit Freiwilligen von Solimed auch am vergangenen Wochenende Impfungen organisierte und durchführte.

Dr. Stephan Kochen organisiert die Impfungen mit.

Er habe daher plötzlich Impfdosen übrig gehabt, berichtet er – diese konnten aufgrund der schnellen Hilfe von Udo Stock noch verimpft werden. „Wir haben in Solingen knapp 2000 Menschen in zehn Tagen geimpft und nicht eine Dosis verkommen lassen. Die letzten Tage waren anstrengend, aber ein voller Erfolg“, so Kochen.

Laut Dr. Martin Eversmeyer, Geschäftsführer des Städtischen Klinikums, wurden unter anderem 20 Beschäftigte des Klinikums geimpft – insbesondere aus den am stärksten durch Corona gefährdeten Bereichen. „Wir begrüßen diese spontane Möglichkeit und hoffen, dass uns bis Mitte Januar weiterer Impfstoff bereitgestellt wird und wir Schritt für Schritt die Beschäftigten des Klinikums werden impfen können.“ Laut Rechtsverordnung des Bundes gehören Mitarbeiter unter anderem auf Intensivstationen zur Gruppe, die mit höchster Priorität geimpft werden sollen. Die „einschlägige Landesverordnung“ in NRW sehe aber vor, dass zunächst einmal nur Pflegeeinrichtungen berücksichtigt werden sollen, wogegen das Klinikum beim Land protestiert hatte – auch, weil andere Bundesländer anders verfahren.

Zur spontanen, situationsbedingten Ausweitung der Impfung wollte sich die Stadt am Montag nicht äußern. Verwaltungsvorstand und Krisenstab, die heute tagen, würden die bisherigen Impfaktionen – und deren Schwierigkeiten – bewerten und Schlüsse für die Zukunft ziehen. Wie das ST berichtete, stand eine Impfrunde kurz vor einer Absage, weil nach der Abstimmung zwischen der Zentrale der Kassenärztlichen Vereinigung und den Heimen nicht ausreichend Ärzte zur Verfügung standen. Solinger Kassenärzte und viele weitere freiwillige Helfer unter der Federführung von Stephan Kochen und Solimed sprangen daraufhin ein.

Noch unklar ist, wann das Impfzentrum im Kaufhof zum Einsatz kommen wird. Es ist einsatzbereit, noch ist aber nicht ausreichend Impfstoff vorhanden. Menschen über 80 Jahre – sie gehören zur Gruppe mit der höchsten Priorität – sollen laut NRW-Gesundheitsministerium und KVNO zuvor ein Informationsschreiben erhalten. Die Terminvereinbarung, die ab Mitte Januar möglich sein soll, wird über die zentrale Nummer Tel. 116 117 laufen. Menschen über 80 Jahre, die zu Hause gepflegt werden und nicht mobil sind, können erst mit einer Impfung rechnen, sobald ein leichter handzuhabender Impfstoff verfügbar ist.

Zweite Dosis

Parallel zu zahlreichen Erstimpfungen muss auch die zweite Verabreichung an Menschen geplant werden, die bereits geimpft wurden. Der derzeit eingesetzte Biontech/Pfizer-Impfstoff wird in zwei Dosen innerhalb von drei Wochen verabreicht, um sicherzugehen, dass der Impfschutz wirksam wird.

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Solingen erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

Das könnte Sie auch interessieren

Top-Links

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Corona: Betriebsärztin impft 270 BIA-Mitarbeiter - Coronaschutzregeln verlängert
Corona: Betriebsärztin impft 270 BIA-Mitarbeiter - Coronaschutzregeln verlängert
Corona: Betriebsärztin impft 270 BIA-Mitarbeiter - Coronaschutzregeln verlängert
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Unbekannte töten Frösche am Heidebad
Unbekannte töten Frösche am Heidebad
Unbekannte töten Frösche am Heidebad

Kommentare