Private Adressen von Wahlhelfern sichtbar

Verstoß beim Datenschutz: Die Stadt entschuldigt sich

Durch einen Fehler waren private Adressen von Wahlhelfern in einer E-Mail sichtbar.
+
Durch einen Fehler waren private Adressen von Wahlhelfern in einer E-Mail sichtbar.

Durch einen Fehler waren private Adressen von Wahlhelfern in einer E-Mail sichtbar.

Von Björn Boch

Bettina Gayk, Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, wurde von der Stadt über den Verstoß informiert.

Solingen. Für die Vorbereitungen zur Bundestagswahl wurden die Solinger Wahlhelferinnen und Wahlhelfer zu einer Schulung eingeladen. Die E-Mail wurde von einer städtischen Mitarbeiterin versehentlich so verschickt, dass die Mailadressen der Eingeladenen für alle sichtbar waren. „Ich vermeide ansonsten, meine E-Mail-Adressen öffentlich einfach so weiterzugeben, solch eine Panne macht das natürlich zunichte. Ich werde Wahlhelfer bleiben, hoffe aber sehr, dass die Stadt aus einer solchen Panne Konsequenzen zieht und die Mitarbeiter entsprechend schult“, so einer der Betroffenen gegenüber dem Tageblatt.

Solingen: Stadt bestätigt den Vorfall

Die Stadt bestätigt den Vorfall: „Die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit wird informiert, die betroffenen Wahlhelfer erhalten eine Infomail mit Entschuldigung“, erklärt Stadtsprecherin Sabine Rische. Aus den Reihen der Betroffenen sei eine Beschwerde eingegangen, die Person habe eine persönliche Antwort vom Datenschutzbeauftragten der Stadt erhalten. Kein Wahlhelfer habe von seiner Tätigkeit Abstand genommen, auch habe die Panne keine Auswirkungen auf die Wahl selbst.

Der E-Mail-Verteiler sei versehentlich nicht ins BCC gesetzt worden – diese Funktion ermöglicht es, eine E-Mail an viele Personen zu senden, ohne dass alle die Adressen sehen. „Alle Mitarbeitenden wurden umgehend noch einmal auf den datenschutzkonformen Versand von E-Mails hingewiesen“, betont Sabine Rische. Der städtische Datenschutzbeauftragte nehme die Panne und ihre Folgen aber auch zum Anlass, die Kolleginnen und Kollegen „noch einmal zu schulen und auch auf die im Intranet vorhandenen Informationen hinzuweisen“.

Solingen: Landesdatenschutz-Beauftragte sieht ein „ geringes Risiko“

Die Landesdatenschutz-Beauftragte Bettina Gayk sieht in dem Fall ein „ geringes Risiko“, wie Pressesprecher Daniel Strunk auf Anfrage mitteilt. Die Information, Wahlhelferin oder Wahlhelfer zu sein, wirke sich im Kreis dieser Personen nicht negativ auf die Schwere eines möglichen Schadens für die Betroffenen aus. Zudem sei die Wahrscheinlichkeit, dass die E-Mail-Adressen missbräuchlich verwendet würden, aufgrund der gleich gelagerten Interessenlage als nicht sehr hoch einzuschätzen.

Häufigkeit: Es komme regelmäßig zu versehentlichen Versendungen von E-Mails an offene E-Mailverteiler. In der Regel gäben die Verantwortlichen gegenüber der Landesbeauftragten für Datenschutz dann an, dass die Beschäftigten zwar sensibilisiert wurden, aber dann „aufgrund eines Augenblicksversagens“ die Adressen in das falsche Feld kopiert haben. Verantwortliche sollten „ihre Angestellten, denen entsprechende Aufgaben übertragen werden, über die korrekte Vorgehensweise unterrichten und hier regelmäßig sensibilisieren“, so Daniel Strunk.

Rechtsgrundlage: Die Übermittlung von personenbezogenen E-Mail-Adressen an Dritte ohne gesetzliche Grundlage oder Einwilligung ist unzulässig. Wenn Verantwortlichen ein ungewollter Versand an einen offenen Verteiler bekannt wird, so müssen diese das Risiko für Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen bewerten. In Abhängigkeit des Risikos bestehen Pflichten zur internen Dokumentation, zur Meldung an die Aufsichtsbehörde oder zur Meldung der betroffenen Personen.

Vorgehen: Verantwortliche sollten zur Abmilderung der möglichen nachteiligen Folgen der Verletzung den Empfängerkreis bitten, die E-Mail mit dem offenen Verteiler zu löschen und bekanntgewordene Informationen vertraulich zu behandeln. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass eine weitere Verarbeitung der unbefugt erhaltenen E-Mail-Adressen durch die Empfängerinnen und Empfänger unzulässig ist.

Bundestagswahl 2021: So soll die Digitalisierung im Bergischen vorankommen

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

E-Roller sorgen in Solingen weiter für Konfliktpotenzial
E-Roller sorgen in Solingen weiter für Konfliktpotenzial
E-Roller sorgen in Solingen weiter für Konfliktpotenzial
Auto umgekippt - 65-Jähriger leicht verletzt
Auto umgekippt - 65-Jähriger leicht verletzt
Auto umgekippt - 65-Jähriger leicht verletzt
Müngstener Brücke: Naturschutzbeirat sieht Hindernisse beim Skywalk
Müngstener Brücke: Naturschutzbeirat sieht Hindernisse beim Skywalk
Müngstener Brücke: Naturschutzbeirat sieht Hindernisse beim Skywalk
Kleingärten oder Gewerbe: Zeitdruck wächst
Kleingärten oder Gewerbe: Zeitdruck wächst
Kleingärten oder Gewerbe: Zeitdruck wächst

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare