Sieben Neue

Verstärkung fürs Notfallseelsorge-Team

Stadtdechant Michael Mohr (l.), Seite an Seite mit Notfallseelsorge-Koordinatorin Simone Henn-Pausch sowie Superintendentin Dr. Ilka Werner (r.), nahmen (v. l.) Stephan Kunze, Claudia Koenig, Eva Habr, Alexandra Harzer, Heike Joerß, Stefanie Kuthe und Bettina Hahmann in ihre Mitte.
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Stadtdechant Michael Mohr (l.), Seite an Seite mit Notfallseelsorge-Koordinatorin Simone Henn-Pausch sowie Superintendentin Dr. Ilka Werner (r.), nahmen (v. l.) Stephan Kunze, Claudia Koenig, Eva Habr, Alexandra Harzer, Heike Joerß, Stefanie Kuthe und Bettina Hahmann in ihre Mitte.

Sieben Ehrenamtler wurden mit ihrer neuen Aufgabe beauftragt.

Von Andreas Römer

Solingen hat sieben neue ehrenamtliche Notfallseelsorger. In einem Gottesdienst in der Stadtkirche Ohligs wurden sie durch Superintendentin Dr. Ilka Werner, Stadtdechant Michael Mohr und Notfallseelsorge-Koordinatorin Simone Henn-Pausch zum Dienst beauftragt. Insgesamt gibt es jetzt 23 ehrenamtlich Notfallseelsorgende in der Stadt.

Die ehrenamtlichen Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger werden vor ihrem ersten Einsatz gründlich ausgebildet. Die in der Regel einjährige Ausbildung hatte bei den jetzt Einzuführenden coronabedingt deutlich länger gedauert. Doch auch dieses Mal umfasste sie neben Kommunikationstheorien und Trauerbegleitung theologische Grundlagen und erste Einsätze – lediglich als Begleiter – zum Zuschauen und Lernen.

„Ich fühle mich gut vorbereitet,“ sagt Claudia Koenig. Die Krankenschwester ist eine der neuen Notfallseelsorgerinnen. Natürlich werde man nervös in den ersten Bereitschaftsdienst gehen, „aber man stellt sich der Situation“, so Koenig. Schließlich sei es ja eine ganz bewusste Entscheidung gewesen, sich für diesen Dienst zu qualifizieren.

Solingen: Rund 100 Einsätze gibt es pro Jahr für Notfallseelsorger

Als einziger Mann neu bei den Notfallseelsorgern ist Stephan Kunze. Der ehemalige Wirtschaftsprüfer meint, „das Leben hat es gut mit mir gemeint. Jetzt möchte ich etwas davon zurückgeben“. „Wir brauchen die ehrenamtlichen Notfallseelsorger und sind sehr dankbar für ihren Einsatz,“ sagt Simone Henn-Pausch, die die Ausbildung sowie einzelne Ausbildungsthemen verantwortet. Die Diplom-Theologin ist selbst seit mehr 25 Jahren in der Notfallseelsorge aktiv. Die Ehrenamtlichen sorgen gemeinsam mit den Pfarrerinnen und Pfarrern der Evangelischen Kirche in Solingen sowie mit katholischer Unterstützung dafür, dass in Solingen an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr Menschen einsatzbereit sind, Erste Hilfe an der Seele zu leisten. Pfarrerinnen und Pfarrer allein können das nicht mehr gewährleisten, weil ihre Zahl abnimmt und in Zukunft noch weiter abnehmen wird.

„Ich bin sehr dankbar für Erste Hilfe an der Seele.“

Claudia Schepanski, Polizeichefin

Rund 100 Einsätze für Notfallseelsorger gibt es pro Jahr in der Stadt. Die Notfallseelsorge wird ausschließlich von Rettungskräften der Polizei oder Feuerwehr alarmiert – zum Beispiel nach einem häuslichen Todesfall, wenn die Rettungssanitäter weiter zum nächsten Einsatzort und darum Angehörige zurücklassen müssen. „Sie sind jetzt Teil des Gesamtsystems der Rettungskräfte. Für Ihren Einsatz sage ich Ihnen im Namen der Stadt Dank und wünschen Ihnen Kraft“, wandte sich Dezernent Jan Welzel (CDU) an die neuen Ehrenamtler.

Der Bedarf an Seelsorge ist in der Krise deutlich gestiegen

Es gehe bei der Seelsorge um den Persönlichkeitskern des Menschen. Sich darum zu kümmern, sich zu sorgen, sei eine wichtige Aufgabe, der sich die Notfallseelsorger verschrieben haben.

Die Solinger Polizeichefin Claudia Schepanski erinnerte sich, dass es zu ihren Anfängen bei der Polizei in der Stadt noch keine Notfallseelsorger gegeben habe. Sie sei sehr dankbar für „die Erste Hilfe an der Seele, die Sie leisten, wenn wir Einsatzkräfte bereits wieder abrücken müssen“.

Die ehrenamtlichen Notfallseelsorgenden werden auch nach Abschluss ihrer Ausbildung weiter qualifiziert und durch supervisorische Angebote in ihrem Dienst begleitet. Denn auch wenn Einsätze in der Regel nach zwei Stunden beendet sind, gibt es durchaus Momente, wo auch die Helfer selbst einmal Hilfe brauchen. Denn menschliche Schicksale lassen niemanden in diesem Ehrenamt kalt.

„Wir haben Menschen zwischen 25 und 76 Jahren als ehrenamtliche Notfallseelsorgende im Amt“, sagt Simone Henn-Pausch. „Sie alle leisten Erste Hilfe für die Seele, und es spielt keine Rolle, welche Konfession oder welchen Glauben jemand hat.“

Hintergrund

Im Durchschnitt üben die Helfer das Ehrenamt als Notfallseelsorgerin oder Notfallseelsorger gut fünf Jahre aus. Auch deshalb sucht Notfallseelsorge-Koordinatorin Simone Henn-Pausch schon weitere Interessierte, die sich ebenfalls der Aufgabe stellen und sich ausbilden lassen wollen.

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