Versicherungen

Hier haben Mitglieder das Sagen

Andreas Gabriel ist der geschäftsführende Vorstand der Solinger Glasversicherung. Foto: Tim Oelbermann
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Andreas Gabriel ist der geschäftsführende Vorstand der Solinger Glasversicherung.

Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit haben eine lange Tradition

Von Manuel Böhnke

Solingen. Im Grunde, überlegt Thomas Berghausen, greife man den Gedanken der Nachbarschaftshilfe auf. „Wir gehören uns selbst und unterstützen unsere Mitglieder im Ernstfall“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Eintracht Sterbegeldversicherung mit Sitz in Solingen. Bei der seit 1867 bestehenden Organisation handelt es sich nicht um eine Aktiengesellschaft oder ein öffentlich-rechtliches Versicherungsunternehmen, sondern einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG).

Die Grundidee: Die Mitglieder als oberstes Organ sind gleichzeitig die Versicherungsnehmer. Sie wählen den Vorstand, stimmen über Anträge ab, entscheiden, wie mit Überschüssen oder Fehlbeträgen umgegangen wird. „Aktuell haben wir rund 6300 Mitglieder, die meisten kommen aus Solingen“, berichtet Thomas Berghausen. Seit knapp zehn Jahren steht er ehrenamtlich an der Spitze des Vereins.

„Viele Menschen wundern sich, wie teuer eine Beerdigung sein kann“, sagt der 51-Jährige. Die Eintracht-Mitglieder können bei Eintritt bestimmen, wie hoch der Zuschuss zu den Bestattungskosten im Todesfall sein soll. Das Minimum ist ein Versicherungspaket in Höhe von 515 Euro, das Maximum sind zehn, also 5150 Euro. Hinzu kommen Bonus-Zahlungen.

Konzerne machen Solinger Glasversicherung das Leben schwer

Wie hoch der monatlich zu zahlende Beitrag ist, hängt dagegen vom Eintrittsalter ab. Ein Beispiel: Wer als 37-Jähriger Mitglied wird und die Höchstsumme erhalten möchte, muss 15 Euro im Monat entrichten. Je älter jemand zu Beginn der Mitgliedschaft ist, desto höher ist der Betrag. Die Altersgrenze für Neu-Mitglieder liegt bei 70 Jahren.

Einen Teil ihres Vermögens in Millionenhöhe lässt die Eintracht Sterbegeldversicherung professionell anlegen. Dabei gelten strenge Vorgaben, regelmäßige Berichte an die Bezirksregierung Düsseldorf sind für einen VVaG Pflicht. „Wenn wir Gewinne erwirtschaften, bleiben die im Verein“, betont Berghausen. Der Überschuss kommt keinen Aktionären zugute, vielmehr werden die Leistungen erhöht. Aufgrund der Zinslage sei es in den vergangenen Jahren allerdings schwierig geworden, größere Renditen zu erzielen.

„Das ist momentan wirklich nicht besonders ergiebig“, sagt Andreas Gabriel. Er ist der geschäftsführende Vorstand der 1923 gegründeten Solinger Glasversicherung. Auch bei ihr handelt es sich um einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit aktuell mehr als 350 versicherten Objekten, der Großteil davon in Solingen. „Die Zahl ist seit Jahren rückläufig“, stellt der Jurist fest. Das Problem: Einige große Konzerne bieten Versicherungspakete an, die Glas beinhalten.

Nichtsdestotrotz gehe es dem Verein gut. Beliebt sei er vor allem bei Bestandsmitgliedern, die eine neue Privat- oder Gewerbeimmobilie versichern möchten. „Unsere Konditionen sind vergleichsweise günstig. Zudem sind wir im Schadensfall schnell erreichbar und treffen zeitnah Entscheidungen“, zählt Gabriel die Vorzüge auf. Die Höhe der monatlichen Beiträge richte sich unter anderem nach der Größe und Anzahl der zu versichernden Flächen sowie der Lage der Wohnung oder des Schaufensters. In den vergangenen Jahren habe die jährliche Schadenssumme meist unter 20 000 Euro gelegen – getragen von der Gemeinschaft.

Kontakt

Sterbekasse Eintracht: Die Geschäftszeiten der Sterbegeldversicherung sind montags von 17.30 bis 19 Uhr. Sie ist unter Tel. (02 12) 4 28 22 sowie per Mail erreichbar.

post@sterbekasse-eintracht.de

Solinger Glasversicherung: Der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit hat seinen Sitz an der Kasinostraße und ist unter Tel. (02 12) 6 05 43 sowie per Mail erreichbar.

info@solinger-glasversicherung.de

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