Mattscheibe

Veronica Ferres produziert Entführungsfall

Torben Liebrecht (Rolle Jochem, v. l.), Veronica Ferres (Produzentin), Sonja Gerhardt (Rolle Gabi), Jacob Speidel (Rolle Andreas), Klaus Steinbacher (Rolle Rünni), Cecilio Andresen (Rolle Johannes), Theo Weinbach (Rolle Dirk) und Johannes Erlemann (das Original).
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Torben Liebrecht (Rolle Jochem, v. l.), Veronica Ferres (Produzentin), Sonja Gerhardt (Rolle Gabi), Jacob Speidel (Rolle Andreas), Klaus Steinbacher (Rolle Rünni), Cecilio Andresen (Rolle Johannes), Theo Weinbach (Rolle Dirk) und Johannes Erlemann (das Original).

 Johannes Erlemann arbeitet seine Geschichte mit der Solinger Schauspielerin und RTL auf.

Von Susanne Koch

Solingen. Am 6. März 1981 wird der damals elfjährige Johannes Erlemann auf seinem Heimweg in Köln entführt, sie reißen ihn vom Fahrrad. Er wird in einer dunklen, sargähnlichen Kiste gefangen gehalten. Erst nach 16 Tagen und der Übergabe von drei Millionen Mark Lösegeld wird der Elfjährige schließlich freigelassen. Seine unbeschwerte Kindheit – die war danach vorbei.

Heute – fast 42 Jahre später – hat die Filmindustrie den spektakulären Fall wieder aufgenommen. Veronica Ferres produziert den Film und die Dokuserie. Sie hat Johannes Erlemann vor einigen Jahren kennengelernt. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft. Johannes Erlemann sagt: „Dieses Projekt ist für mich eine Lebensaufgabe, an dem ich bereits seit zehn Jahren gearbeitet habe. In dieser Zeit habe ich verstanden, wie wichtig es ist, diese Geschichte zu teilen.“

„Dieses Projekt ist für mich eine Lebensaufgabe.“

Johannes Erlemann

Er empfinde es als großes Privileg, trotz der dramatischen Ereignisse von damals, Perspektiven im Umgang erkannt zu haben und diese im Dialog austauschen zu können. „RTL hat mich wie eine Familie empfangen und behutsam ein Konzept entwickelt, um meine Geschichte erzählen zu können. Die ist einerseits sehr kurios. Andererseits macht es mich sehr glücklich, wenn sie dem einen oder anderen eine Perspektive für den Blick nach vorne geben kann.“

Ein Teil der Dreharbeiten für den Spielfilm liefen im Oktober in Burscheid. Die Filmemacher hatten alles aufgefahren, was sie an Transportern und Technik brauchten. Cecilio Andresen spielt im Film Johannes, seine Mutter wird von Sonja Gerhardt verkörpert, Torben Liebrecht spielt seinen Vater Jochem.

Was die Entführer damals nicht wussten – die Situation aber unendlich verkomplizierte: Johannes Vater Jochem sitzt mittlerweile im Gefängnis. Seiner Frau Gaby wird mitgeteilt, dass das gesamte Vermögen eingefroren und ihr Hab und Gut gepfändet ist. Die Polizei vermutet Jochem Erlemann selbst hinter der Entführung, um sich freizupressen. Die Polizei oberserviert seine Frau Gaby. Gaby wacht aus ihrem Dornröschenschlaf auf und übernimmt Verantwortung. Sie treibt das Lösegeld auf und nimmt es dabei mit der Polizei auf. Zum Glück mit einem glücklichen Ausgang für ihren Sohn Johannes.

„Es freut mich ganz besonders, dass wir als unabhängige Produktionsfirma Construction Filmproduktion das Vertrauen von Johannes Erlemann und RTL Deutschland gewinnen konnten“, sagt Produzentin Veronica Ferres. „Um dieser unglaublichen Geschichte und Johannes Erlemann gerecht zu werden, konnten wir den Oscar nominierten Regisseur Marc Rothemund für seinen ersten TV-Spielfilm seit 20 Jahren und den innovativen Showrunner und Regisseur Lutz Heineking jr. für die Dokumentation begeistert. Ich bin begeistert über die Zusammenarbeit bei diesem ganz besonderen Projekt und kann es kaum erwarten, das Ergebnis on Screen zu sehen.“

Auch Sascha Schwingel, sogenannter Deputy Chief Content Officer bei RTL, ist bereits sehr neugierig: „Der Fall von Johannes Erlemann ist absolut außergewöhnlich. Ein Junge, der als Unternehmersohn alle denkbaren Freiheiten genoss, am Wochenende ganz selbstverständlich mit dem Privatjet nach St. Tropez oder St. Moritz flog, findet sich plötzlich in einer kleinen Kiste wieder – und wird dort 16 Tage unter Todesangst festgehalten.“

Es sei die Geschichte eines entführten Kindes, es sei aber auch die Geschichte von enormen Kampfgeist und Überlebenswillen, eine Geschichte, die Mut macht. „Wir danken Johannes Erlemann für sein Vertrauen, sie uns zu erzählen“, sagt Sascha Schwingel. „Und wir freuen uns, dass wir ihm bei RTL Deutschland die Möglichkeiten bieten können, sie gattungsübergreifend und in allen Facetten wiedergeben zu können.“

Der Spielfilm und die Dokumentation sollen in diesem Jahr ausgestrahlt werden. Genaue Termine stehen noch nicht fest.

Hintergrund

Der Spielfilm: „Lebenslänglich Erlemann“ (Arbeitstitel) erzählt den Zeitraum kurz vor der Entführung bis zur Verurteilung der Entführer vor Gericht in fiktionaler Form und wird von Construction Filmproduktion produziert. Mitte November 2022 ist in Nordrhein-Westfalen die letzte Klappe für das RTL + Original gefallen. Neben NRW – darunter auch Burscheid – fand ein Teil der Dreharbeiten in Bayern statt.

Die Personen: Johannes Erlemann steht bei dem Projekt beratend zur Seite. Veronica Ferres zeichnet als Produzentin verantwortlich. Ausführende Produzenten sind Ralf Berchtold und Konstantin Mayer. Regisseur ist Marc Rothemund. Kamera: Ahmet Tan.

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